Snooker

15. April 2017 09:41; Akt: 15.04.2017 09:41 Print

Alexander ist der einzige Profi-Spieler der Schweiz

Der Rheinfeldner Alexander Ursenbacher (20) vom Snooker Club Basel ist frisch gekürter U21-Europameister – und hat noch Grösseres vor.

Alexander Ursenbacher ist mit 20 Jahren bereits unter den 128 besten Snooker-Spieler der Welt.
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Die Trophäen-Vitrine im Basler Snooker Club in Münchenstein ist stattlich gefüllt. Dafür verantwortlich ist Alexander Ursenbacher. Der 20-jährige Rheinfeldner ist das Jungtalent der Schweizer Snooker-Szene. Im März erspielte er sich in Zypern den Europameister-Titel und darf sich nun an der folgenden Main Tour wieder mit den 128 besten Spielern der Welt messen. Auch an der Qualifikation für die WM, welche vom 15. April bis zum 1. Mai im englischen Sheffield stattfindet, war er mit dabei.

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«Das will ich für immer machen»

Mit dem Snooker angefangen hat er 2008. Damals sei ihm beim Billardspielen ebenjener Tisch aufgefallen, der über grössere Masse und kleinere Taschen verfügt. Im Fernsehen sah er dann, was die Snooker-Profis auf diesen Tischen alles hinkriegen. «Ich fragte mich: Wie schaffen die das?», erzählt Ursenbacher. Er sah im Spiel eine Herausforderung, die er annehmen musste: «Als ich zwei-, dreimal gespielt habe, wusste ich: Das will ich für immer machen.»

Auch Tennis und Cello habe er zu jener Zeit gespielt und Kampfsport betrieben. Doch «klick gemacht», wie er sagt, habe es einzig beim Snooker. So trat er direkt in den Snooker Club Basel ein. 2009 wurde er bereits Schweizer Meister bei den Junioren, 2012 und 13 holte er den Titel dann bei den Herren.

Mit 17 bereits Profi

2013 durfte Ursenbacher zum ersten Mal an der Main-Tour teilnehmen – mit 17 Jahren. «Der Erwartungsdruck aus meinem Umfeld war sehr gross», sagt er. Bei seiner zweiten Teilnahme an der Profi-Tour ist er nicht geringer: «Mit der Erfahrung wird es leichter, mit dem Druck umzugehen», sagt er. So reiche auch das Können allein nicht, um zu gewinnen. Die Reife sei genauso wichtig.

«Ich habe mich entwickelt und weiss nun, dass ich gut genug bin, um auch sehr gute Spieler zu schlagen», sagt Ursenbacher über sich selbst. Diesen Worten lässt sich entnehmen: dieser junge Snooker-Profi weiss, wohin er will.

Eine Lehre hat er deswegen gar nicht erst angefangen. «Wenn ich eine Ausbildung machen würde, könnte ich nicht an den Turnieren teilnehmen, und damit auch meinen Rang nicht halten oder aufsteigen», begründet er. Es sei ein grosses Risiko, das er für den Sport eingehe. Denn laut Ursenbacher könnten nur die Top 32 vom Snooker allein leben. «Sollte es nicht klappen, kann ich immer noch einen Job suchen oder doch noch eine Lehre machen», sagt der 20-Jährige.

Finanziell ist es schwierig

Seit Februar arbeitet er Teilzeit, um sich die eigene Wohnung in Basel zu finanzieren. «Ohne Sponsoren ist es finanziell gesehen schwer.» Das Problem sei auch, dass der Präzisionssport in der Schweiz im Gegensatz zu England beispielsweise nur wenige aktive Spieler hervorbringe. «Ich bin stolz, der einzige Snooker-Profi in der Schweiz zu sein. Aber ich will auch Nachwuchs ins Boot holen», sagt Ursenbacher, der sich in einer Vorbildposition sieht.

Mit der Teilnahme an der WM-Quali besetzt er diese auf alle Fälle. Aber Ursenbacher bleibt auf dem Boden: «Dass ich dieses Jahr Weltmeister werde, ist kaum realistisch», sagte er im Vorfeld. Bei der EM war er noch der einzige Profi auf der Liste. Bei der WM seien alle Teilnehmer mindestens so gut wie er.

So kam es dann auch, dass er nach zwei gewonnen Quali-Runden in der dritten gegen den Chinesen Yan Bingtao ausschied. Entmutigen lässt er sich davon nicht: «Ich will unter den Top 64 bleiben», schliesst er.

(rob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Meier am 14.04.2017 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Sportart

    Snooker schaue ich sehr oft. Sehr interessant und beruhigend. Wirklich empfelenswert. Das Können auf dem Tisch ist das eine, aber mit dem Gehirn studieren und reagieren am Tisch das andere. Sehr unterhaltsame Sportart. Sehr zu empfelen.

  • Rapinsel am 14.04.2017 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ich freue mich

    Toll, ein schweizer Snookerprofi. Auf das habe ich gewartet. Ich wünsche ihm viel Erfolg und gute Nerven.

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  • Alex Keller am 14.04.2017 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz und so.

    Wenn man in der Schweiz als Snooker, Dart oder Bowling Profi durchstarten möchte wird es schwierig. Sie haben nicht wie das Jassen hier eine lange Tradition, das merkt man hier einfach. In England, oder den USA gibt es an jeder Ecke solche Spiele und deren Infrastruktur, hier muss man manchmal mit dem Auto 30min fahren bis man an so etwas ran kommt. Daher, wer es hier schafft, hat den Respekt von mir!

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 15.04.2017 21:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

    Ich glaube ich nicht

  • Kudi, Weggis am 15.04.2017 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Training kein Erfolg

    Mit dieser Einstellung kann es Alexander im Profisport weit bringen. Nie vergessen, ohne Training und Wille kein Erfolg. Kompliment, machen sie weiter so.

  • Marco Tettamanti am 15.04.2017 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    GRATULATION! Super Sach!

    ....Lebe Deinen Traum und hör nicht auf die, die Dich davon abhalten wollen! Deine Einstellung ist jedenfalls jetzt schon weltmeisterlich!

  • RENZO am 15.04.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Lehre!

    Aha - er macht also keine Lehre und meint, dass wenn er es dann nicht schafft, es schon irgendwie eine Arbeit zu finden gebe. Doch um bei Snooker mithalten zu können, braucht es mehr als nur der Glaube, dass man gut sei. Also würde ich dem jungen Mann empfehlen, trotzdem oder gerade deshalb eine Lehre zu machen, denn ohne Beruf wird er kaum einmal etwas erreichen.

    • D.Waeber, Chügelischubser am 15.04.2017 16:41 Report Diesen Beitrag melden

      Muss alles auf diese Karte setzen!

      Alexander ist Weltklasse und sein Training entspricht angesichts der geistigen und Körperlichen Belastung einem Vollzeitjob. Er ist klug genug, um auch für sein Leben die richtigen Entscheidungen zu treffen. Andere sind mit 40J noch am Studieren. Keine Gefahr für ihn. Bleib dran Alexander. Konzentriertes Training und in allen Bereichen dazu lernen! Jeder Ball ist matchentscheidend!

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  • D.Waeber, Chügelischubser am 15.04.2017 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Du packst das!

    Schau mal wieviele der grossen Spieler an irgendwelchen Open von jungen rausgeworfen werden! Du hast alles dazu.