Basel

27. Dezember 2017 10:49; Akt: 03.01.2018 11:02 Print

Anklage gegen 18 Chaoten wegen Ausschreitungen

Bei einer unbewilligten Demo im Juni 2016 wurden in Basel mehrere Polizisten verletzt. 18 junge Chaoten, die an den Ausschreitungen beteiligt waren, landen nun vor dem Richter.

Ein Leser-Reporter filmte die Ausschreitungen in der Basler Innenstadt. (Video: Leser-Reporter)
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18 Teilnehmende einer gewalttätigen Linksextremen-Demo vom 24. Juni 2016 in Basel müssen sich vor dem Strafgericht verantworten. Damals waren zwei Polizeiangehörige verletzt worden, es entstand Sachschaden in Höhe von 180'000 Franken.

Die Basler Staatsanwaltschaft hat gegen die 18 Tatverdächtigen im Alter von 18 bis 29 Jahren Anklage erhoben, wie sie am Mittwoch mitteilte. Sie hat den Fall damit ans Strafgericht überwiesen.

Bei den Angeklagten handelt es sich um elf Schweizer und sechs Schweizerinnen aus verschiedenen Kantonen sowie einen Niederländer. Vorgeworfen wird ihnen qualifizierte Sachbeschädigung, Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, Angriff sowie einfache Körperverletzung.

Mit Steinen und Flaschen gegen Polizei

An jenem Freitagabend vor anderthalb Jahren hatten sich kurz nach 22 Uhr rund 50 Personen zu einer unbewilligten Demonstration in der Basler Innenstadt versammelt. Der Mob wütete zwischen Barfüsserplatz und Auf der Lyss sowie in diversen Nebenstrassen.

Nach ersten Sachbeschädigungen wurde die Polizei alarmiert. Als diese eintraf, wurden die Beamten mit Gewalt angegriffen und mit Steinen und Flaschen beworfen. Im Laufe der Krawalle wurden unter anderem zahlreiche Scheiben eingeschlagen, Polizeifahrzeuge beschädigt und Gebäude verunziert.

Zwei Polizisten sowie eine Randaliererin mussten sich wegen Verletzungen kurz im Spital behandeln lassen. Die Polizei sprach in der Folge von «ausserordentlich hoher Gewaltbereitschaft». Teils mussten sich die Beamten zurückziehen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Chaos aus dem Nichts

Die Ausschreitungen kamen praktisch aus dem Nichts und stellten die Ermittler zunächst vor ein Rätsel. Später tauchte auf einer Autonomen-Internetseite ein Bekennerschreiben auf. Demnach handelte es sich bei der Aktion von rund 50 Personen um eine Demonstration «gegen «Rassismus, Repression und Vertreibung».

Im Lauf der Demo hatte die Polizei 14 Personen angehalten, wobei manche erheblichen Widerstand leisteten. Die Staatsanwaltschaft liess alle in der Folge festnehmen. Sieben von ihnen kamen vorübergehend in Untersuchungshaft, die anderen wurden rasch wieder auf freien Fuss gesetzt.

(sda)