Bässlergut in Basel

17. März 2017 14:14; Akt: 17.03.2017 15:32 Print

Arbeiten am Gefängnis-Ausbau haben begonnen

Wegen des «massiven Anstiegs der Vollzugszahlen» wird das Gefängnis Bässlergut ausgebaut. In der Erweiterung sollen 78 Häftlinge auf fünf Stöcken unterkommen.

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Für die Erweiterung des Basler Gefängnisses Bässlergut sind am Freitag die Bagger aufgefahren. Die Arbeiten wurden von Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) und Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) eingeläutet. Bis 2020 werden 78 zusätzliche Haftplätze gebaut. Ob die veranschlagten 40 Millionen reichen, ist indes offen, da vor Baubeginn Blei im Boden gefunden wurde.

Bei einer Untersuchung wurden laut Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) grossflächig «stark erhöhte Bleiwerte» im Baugrund-Aushub festgestellt. Gemäss einem BVD-Sprecher hat das Schwermetall einen historischen Ursprung: Im Mittelalter sei im Schwarzwald in Minen Blei ausgewaschen worden, was via Wiese das Gift ins Bachbett brachte.

Wie nun der belastete Bodenaushub entsorgt werden muss, klärt das BVD noch ab. Je nach Ergebnis verteuert sich dieser Posten am Projekt. Von den bisher bewilligten 40,2 Millionen Franken Projektkosten soll der Bund 9 Millionen übernehmen.

«Massiver Anstieg der Vollzugszahlen»

Der Anbau soll den Haftplätze-Mangel des Stadtkantons beheben. In einer Medienmitteilung des BVD ist die Rede von einem «massiven Anstieg der Vollzugszahlen». Um die gesetzeskonforme Unterbringung der Inhaftierten sicherzustellen, hatte der Grosse Rat den Ausbau der Anlage Ende 2015 abgesegnet. Untergebracht werden die neuen Zellen für Kurzstrafen bis zu sechs Monaten in einer fünfstöckigen Ergänzung zum bestehenden Gefängnis Bässlergut beim Zoll Otterbach.

Für Kurzstrafen hat Basel-Stadt heute nur 15 ordentliche Haftplätze im Untersuchungsgefängnis Waaghof. Von weiteren 70 Plätzen in Provisorien entsprechen manche nur knapp den gesetzlichen Vorgaben. 43 dieser provisorischen Plätze sind im Ausschaffungsgefängnis Bässlergut des Bundes. Dieses soll nach dem Bezug des kantonalen Erweiterungsbaus ab 2020 wieder voll seinem ursprünglichen Zweck dienen.

(las/sda)