Kunstmuseum Basel

12. August 2014 18:31; Akt: 13.08.2014 14:40 Print

Atombombensicheres Depot für Kunstwerke

von Lukas Hausendorf - Für 100 Millionen Franken wird das Kunstmuseum Basel erweitert. Die Lagerräume im Neubau genügen höchsten Sicherheitsansprüchen.

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Im Rohbau ist der Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel bereits fertig, dessen Eröffnung für den April 2016 vorgesehen ist. Nicht nur die über 31'000 Kubikmeter Beton, die hier verbaut wurden, sind eindrücklich. Im Rohbau, der am Dienstag den Medien präsentiert wurde, wird auch deutlich, wie komplex die Planung und Ausführung eines neuen Museums sind. «In der Schweiz werden Bauten nach ihrer Komplexität beurteilt», sagt Thomas Blankard, Leiter des Basler Hochbauamts. «Das Kunstmuseum fällt in die höchste Kategorie 7, das ist so komplex wie ein Universitätsspital.»

Es habe wahnsinnig viel Technik, nur sehe die der Besucher im fertigen Bau dann nicht mehr. Klimatisch müssen perfekte Bedingungen geschaffen werden. Schliesslich wird in den Räumen des Erweiterungsbaus ein Teil der bedeutendsten Kunstsammlung der Schweiz gezeigt werden. Diese umfasst über 300'000 Werke von den Alten Meistern über die Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst und deckt alle Epochen ab. Im Jahr 1661 von der Stadt Basel gekauft, ist sie die älteste öffentliche Kunstsammlung überhaupt. Das Kunstmuseum wird im Times Ranking auf Rang fünf der weltweit bedeutendsten Museen geführt.

Atombombensichere Kulturgüterräume

Diese fast unüberblickbare Menge an Werken muss unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und besten Bedingungen konserviert werden. Hierzu entsteht 13 Meter unter dem Boden im unterirdischen Verbindungstrakt zwischen dem Kunstmuseum und dem Erweiterungsbau ein neues Depot. «Wir werden darin verschiedene Klimazonen haben», erklärt Architekt Emanuel Christ vom Büro Christ & Gantenbein. Damit wird den unterschiedlichen Materialien Rechnung getragen.

Die Räume der Depots sind für alle Eventualitäten ausgerüstet. «Es könnte eine Atombombe runterfallen, die Kunstwerke würden trotzdem nicht zerstört werden», sagt die leitende Ingenieurin Ana Eigenmann. «Hier entstehen Kulturgüterschutzräume mit Modellcharakter», ergänzt Christ.

Entsprechend ist der Erweiterungsbau auch kein günstiges Unterfangen. Von den 100 Millionen, die der Baukredit umfasst, stammt die Hälfte von Maja Oeris Laurenz Stiftung. Die Stadt berappt die andere Hälfte.

Herausforderung für Architekten

Für die Architekten stellen sich auch anderweitige Herausforderungen an den Museumsbau. Funktionalität und Ästhetik müssen in Einklang gebracht werden mit dem Besuchererlebnis. «Wir mussten uns damit auseinandersetzen, wie man sich in einem Museum bewegt und welcher Dramaturgie ein Rundgang folgt», so Christ. Zudem müssten die Räume auch die richtige Bühne für ganz verschiedene Gattungen von Kunst bieten. «Die Kunst muss glaubwürdig aufgehoben sein», betont er.

Dieser Herausforderung stellte sich Emanuel Christ gerne. «Ich schaue mir viel Kunst an, speziell zeitgenössische. Sie thematisiert ja auch unser urbanes Leben, so wie die Architektur auch», sagt er. Aber sie eröffnet andere Perspektiven. Davon will er in seinem Metier profitieren. «Kunst liefert neue Impulse für die Architektur.»

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