Studie vergleicht 100 Städte

01. Oktober 2017 17:56; Akt: 01.10.2017 19:07 Print

Auto-Paradies – Basel gehört weltweit zur Spitze

Wenig Stau, günstig Parkieren und friedliche Verkehrsteilnehmer: Eine Studie zählt Basel zu den fünf autofreundlichsten Städten der Welt. Diese Meinung teilen nicht alle Basler.

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Basel belegt in einer neuen Studie den fünften Rang, wie die «Schweiz am Wochenende» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Auf den Plätzen 1 bis 4 sind Düsseldorf, Dubai, Zürich und Tokio. Die Studie kommt aus dem Hause von «kfzteile24» in Berlin, dem grössten Autoteile-Händler Deutschlands.

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Verglichen wurden 100 Städte auf der ganzen Welt anhand von zehn Kriterien. Die zwei Einflussreichsten sind das Verkehrsaufkommen und die Wartezeiten durch Stau und stockenden Verkehr. Wie auch aus den Verkehrsdaten 2016 des Basler Bau- und Verkehrsdepartements hervor geht, sind die Basler Strassen «schweizweit vergleichsweise wenig von Staus betroffen».

Die beiden Hauptkriterien der Studie machen zusammen 30 Prozent der Gewichtung der einzelnen Kriterien aus. Als Grundlage diente der Studie der Verkehrsindex von TomTom, einem Hersteller von Navigationssystemen. Weitere Vergleichspunkte sind etwa die Treibstoffpreise bei den ansässigen Tankstellen, die Qualität der Strassen und die Verletzten im Strassenverkehr.

Deutlich günstiger Parken als in Zürich

Die Studie dürfte insbesondere in Basel kontrovers wahrgenommen werden, da der rot-grünen Regierung immer wieder eine autofeindliche Politik vorgeworfen wird. LDP-Grossrätin Patricia von Falkenstein nimmt denn auch die Studie nicht ernst. «Dubai, Mexiko-Stadt und Basel in derselben Studie? Da werden mehr als nur Äpfel und Birnen miteinander verglichen.»

Stéphanie Fuchs, Geschäftsführerin der Basler Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz, teilt die Kritik an der Studie nicht, wie sie gegenüber der «Schweiz am Wochenende» zum Ausdruck bringt: Schon seit Längerem halte sie Basel für eine «äusserst autofreundliche Stadt». Die Studie attestiert Basel zudem günstige Parkhausgebühren: So werde in Bern und Genf mehr bezahlt – in Zürich koste eine Stunde Parkieren gar über einen Franken mehr. Fuchs erstaunen auch die tiefen Parkgebühren nicht: In Basel gebe es Parkhäuser, die «halb leer stehen».

«Basel ist keine autofreundliche Stadt»

Lorenz Nägelin, Präsident der SVP Basel-Stadt, kann das Ergebnis der Studie hingegen nicht nachvollziehen: «Basel ist keine autofreundliche Stadt.» Er kenne die Studie nicht, aber spontan kommentiert Nägelin die darin verwendeten Kriterien als «fragwürdig»: «Logischerweise gibt es wenige Verletzte im Basler Strassenverkehr, wenn praktisch überall Tempo 30 gefahren wird und der Verkehr künstlich behindert wird.»

Grüne: Langsamverkehr ist im Nachteil

Die Studie zeige auf, dass in Basel nicht genug für den Langsamverkehr, etwa die Velofahrer, getan werde, meint hingegen Grünen-Grossrat Jürg Stöcklin. So erstaune ihn das Ergebnis der Studie nicht. Gleichzeitig widerlege das Resultat die Behauptungen der Bürgerlichen, dass Basel eine autofeindliche Stadt sei, so Stöcklin.

Die Autoren der Studie wollen zudem herausgefunden haben, dass die Basler Verkehrsteilnehmer im weltweiten Vergleich sehr friedlich sind. Demnach hätten sie das dritttiefste Aggressionspotenzial im Strassenverkehr, heisst es in der Studie. Diese Daten wurden mittels Befragung von jeweils 1000 Autofahrern pro Stadt erhoben. Die Frage lautete, ob sie in den letzten zwölf Monaten Aggressionen erlebt hatten.

(daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matthias J. am 01.10.2017 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsfern

    Was haben die Herren wohl bei der Anfertigung der Studie zu sich genommen? Kaffee war es anscheinend nicht. Selten so eine realitätsfremde Beurteilung gelesen...

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  • Dani S. am 01.10.2017 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bis der Barfi eine Blumenwiese ist...

    Fragt mal die Geschäfte in der Innenstadt, was sie vom Verkehrsregime in Basel halten...

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  • Megge am 01.10.2017 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    an Links-Grün betr. Logik

    wenn Perkhäuser nicht voll sind, ist dies nicht weil zuviele Parkplätze vorhanden sind, sondern weilsie ZU TEUER sind. Ich bezahlen nicht Motorfahrzeugsteuer, Benzinzollzuschlag, Autobahnvignette für den ÜV und dann auch noch zusätzlich horrende Parkinggebühren. Alles klar? (P.S. Margarethenstich lässt grüssen)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 25.10.2017 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reinfelden

    der Stau ist nur wegen der fehlplanung Zoll Reinfelden

  • Sp am 05.10.2017 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autofahrer

    Also wenn ich die Preise in den Parkhäusern bekomme ich das grübeln. Die Auswahl an Parkplätzen ist auch nicht so doll. Naja und vielleicht haben die Experten die Verkehrsführung vom Aeschenplatz übersehen!

  • Thomas am 05.10.2017 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    no car

    In Basel braucht man doch kein Auto mehr, wenn man in der Stadt oder Agglo wohnt. Und wenn doch mal, dann mit Mobility oder Catch a Car.

  • coldasgold am 05.10.2017 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Chabis!

    Entweder wurde diese Studien von Orangutans verfasst oder da wurde gewaltig etwas verwechselt. Wenn Basel in eine Top5 Liste gehört, dann in die der autoUNfreundlichsten Städte!

  • Ganzgenau am 04.10.2017 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uuuuh nei

    Bin immer froh, wenn ich was in Liestal bekomme. In die Stadt zu fahren, ist nichts Schönes