Belagerte Stadt

28. Dezember 2014 16:40; Akt: 28.12.2014 16:40 Print

Basler Politikerin hilft Flüchtlingen in Kobane

von Valeria Happel - Edibe Gölgeli, SP-Bürgergemeinderätin Basel-Stadt, reiste zur Weihnachtszeit nach Kobane, um in der vom IS belagerten Stadt Hilfe zu leisten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Basler Bürgergemeinderätin Edibe Gölgeli reiste kurz vor Weihnachten über die Türkei in die von der Terrororganisation Islamischer Staat belagerte syrische Stadt Kobane. Gemeinsam mit dem SP-Grossrat Atilla Toptas kümmerte sie sich in der Nähe der Stadt um die Errichtung von Wohncontainern in den dortigen Flüchtlingscamps. «Wir waren auf der türkischen Seite an der Grenze zu Kobane. Auf der anderen Seite ist der IS fast bekämpft, aber man hört immer noch Bomben einschlagen. Es braucht noch viel Hilfe», schildert Gölgeli ihre Eindrücke. Bis zum 24. Dezember war sie in den umkämpften Gebieten unterwegs.

Auf dem Weg in die vom IS besetzte Stadt verteilte die 36-jährige Schweizerin mit kurdischen Wurzeln zudem Hilfsgüter an Bedürftige. «Es gibt derzeit in der Stadt Suruç auf der türkischen Seite sechs Flüchtlingscamps. Hunderttausende müssen verpflegt werden», sagt sie.

Hilfe durch Spenden aus Basel

Die Reise nach Kobane hatte mit einer Spendenaktion in Basel begonnen: Auf dem Claraplatz verkaufte Gölgeli zusammen mit dem Schweizerisch-kurdischen Verein, dem MED Kultur Zentrum und dem Verein Städtepartnerschaft Basel-Van «kurdische Spezialitäten für einen guten Zweck», wie sie kurz vor ihrer Abreise auf Twitter schrieb.

Über dem Stand ragte die Aufschrift «Basel hilft Kobane». Zudem wurden Passanten um Spenden in Höhe von 50 Franken gebeten, wie Gölgeli gegenüber der «Tageswoche» sagte.

Mit den Spendengeldern wurden unter anderem Wintermäntel und Stiefel für Kinder in Kobane finanziert. Aus dem Kuchen- und Guetzli-Verkauf in Basel-Stadt, Riehen, Bettingen und Reinach und den Spenden der Städtepartnerschaft Basel als auch der SP Basel-Stadt kamen rund 110'000 Franken zusammen – 40'000 davon aus Basel. «Allein durch den Guetzli-Verkauf am Claraplatz konnten über 300 Matratzen finanziert und ausgeliefert werden», sagt Gölgeli.