Staatsanwaltschaft ermittelt

12. Oktober 2017 17:21; Akt: 12.10.2017 17:21 Print

Benfica- und Split-Ultras wüteten in Basel

Vor dem Champions-League-Spiel zwischen Basel und Benfica kam es zu heftigen Fan-Ausschreitungen. Involviert waren auch 30 Ultras aus Kroatien.

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Vor dem Spiel des FC Basel gegen Benfica Lissabon kam es beim Joggeli zu Ausschreitungen. Bild: Youtube

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Als der FC Basel am 27. September in der Champions League gegen Benfica Lissabon spielte, ereigneten sich rund um den St. Jakob-Park heftige Auseinandersetzungen zwischen Fussballfans. «Es ist ein Wunder, dass es keine Schwerverletzten gab», sagt Peter Gill, Kriminalkommisssär der Basler Staatsanwaltschaft, am Donnerstag gegenüber 20 Minuten.

Die Staatsanwaltschaft hat nun Verfahren wegen Verdachts des Raufhandels und des Landfriedensbruchs eingeleitet. Sie sucht Zeugen und bittet Personen, die Video- oder Bildmaterial von den Ausschreitungen besitzen, ihr dieses zur Verfügung zu stellen. Die Staatsanwaltschaft hofft, damit weitere Beteiligte identifizieren zu können.

Befreundete Ultras

Erste Erkenntnisse der Behörden zeigen, dass die Schläger verschiedenen Gruppierungen angehören. Die Staatsanwaltschaft teilt mit, dass an den Schlägereien nebst 21 Portugiesen und fünf Schweizern auch 32 Kroaten beteiligt gewesen seien.

Dass so viele Kroaten vor dem Joggeli mitprügelten, kommt wohl nicht von ungefähr: Wie Recherchen von 20 Minuten zeigen, besteht zwischen einer Ultra-Gruppierung von Benfica Lissabon und einer von Hajduk Split (Kroatien) eine Fan-Freundschaft. In Basel prügelten Ultras der No Name Boys (Benfica) und der Torcida (Hajduk Split) Seite an Seite (siehe Video) gegen die FCB-Fans.

Die Basler Staatsanwaltschaft geht eben diesen Hinweisen nach: «Wir vermuten, dass eine Fan-Freundschaft zwischen Benfica- und Hajduk-Split-Anhängern besteht und sich deshalb so viele Kroaten am Fussballspiel in Basel befanden», sagt Kriminalkommisssär Gill.

Basel mit Braunschweig, YB mit Darmstadt

Solche Fan-Freundschaften gibt es im Fussball seit den 1970er-Jahren viele. Heute sind manche dieser Fan-Freundschaften abgeflacht; zudem sind sie häufig nicht offiziell, sondern werden – gerade in der Schweiz – nur unter Ultra-Gruppierungen gepflegt.

Es gibt aber auch heute noch im nationalen wie im internationalen Fussball Fan-Bündnisse. So pflegen Fans des FC Basel seit längerer Zeit eine Freundschaft zu den Anhängern von Eintracht Braunschweig. FCZ-Fans haben ihrerseits eine Verbindung zu Fans der Stuttgarter Kickers und YB-Fans fiebern mit Darmstadt 98 mit, wie der «Blick» einst berichtete.

St. Galler prügelten in Slowenien

Analog zu den Vorkommnissen rund ums Spiel FCB – Benfica reisten im September Fans des FC St. Gallen in die slowenische Stadt Maribor und prügelten dort gemeinsam mit Fans des ansässigen Vereins gegen Anhänger des Gegners Spartak Moskau.

(daf)