Türkische Nationalisten

16. März 2017 08:26; Akt: 16.03.2017 08:58 Print

Die Grauen Wölfe planen Grossanlass in Reinach

Bis zu 500 Personen werden bei dem Treffen am Samstag erwartet. Unter ihnen die sogenannten Grauen Wölfe, türkische Ultranationalisten, die in Europa als gefährlich gelten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sie gelten in Europa als gefährlich: die Grauen Wölfe. Den türkischen Ultranationalisten wird das Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 sowie Angriffe auf Kurden wie die Amokfahrt an einer Demonstration 2005 in Bern zur Last gelegt. Am Samstag wollen sie in Reinach BL unter dem Vorwand einer Kulturveranstaltung für das Präsidialsystem des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan werben.

Wie die «Basellandschaftliche Zeitung» schreibt, werden bis zu 500 Personen im Hazal-Saal im Industriegebiet Kägen erwartet. Von den Ausmassen des Anlasses habe Gemeindepräsident Urs Hintermann (SP) erst in der «Nordwestschweiz» erfahren. Tun könne er aber ohnehin nicht viel, da der Kanton für die Sicherheit zuständig sei.

Behörden halten sich bedeckt

Der Polizei seien die Pläne bekannt. Verhindern wolle man sie allerdings nicht, so Polizeisprecher Adrian Gaugler gegenüber der Zeitung. Auch der Nachrichtendienst des Bundes will sich nicht zu der Veranstaltung oder der Organisation äussern. Im Bericht «Sicherheit der Schweiz 2016» werden die Grauen Wölfe nicht erwähnt.

Bei den Veranstaltern soll es sich um die Schweizerisch-türkische Föderation und den türkischen Kulturverein der Melvana-Moschee in Basel handeln. Lediglich der Inhaber des Hazal-Saals, Sebahattin Ylmaz, äusserte sich zum geplanten Anlass: «Das Fest ist seit sieben Monaten geplant und steht nicht in einem Zusammenhang mit der Verfassungsreform in der Türkei.»

Einschlägige Gäste

Trotz den Bemühungen, den Anlass als Kulturveranstaltung daherkommen zu lassen, zeigt die Gästeliste ein anderes Bild. Denn zu den Teilnehmern gehören Cemal Çetin und Orhan İlhan. Çetin ist laut der BZ der Präsident der europäischen Dachorganisation der Grauen Wölfe. Auf Twitter exponiert er sich mit Parolen wie «Für das Vaterland, für den Staat, für den Erhalt des Türkentums, ja zur Türkei».


Zudem wettert er gegen die «antidemokratische Haltung der Niederlande» und unterstützt die türkischen Proteste im Land.


Wie die BZ weiter schreibt, ist İlhan der Vorsitzende des französischen Ablegers der Grauen Wölfe. Der Tenor auf seinem Twitter-Account hält mit jenem von Çetin Schritt: «Für die Nation, für den Staat, für die Republik, natürlich Ja zur Türkei.»


(las)