Basel

08. März 2018 11:35; Akt: 08.03.2018 16:38 Print

Disco-Besitzer wegen Drogenhandel in Haft

Die Disco Fame ist seit November für immer geschlossen. Jetzt sitzen auch die Betreiber des ehemals stadtbekannten Clubs hinter Gittern.

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Die Fame-Clique protzte gerne mit ihren Reichtum, den sie offenbar nicht allein dem Betrieb der Disco zu verdanken hat. (Bild: 20 Minuten)

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Monatelang hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft ermittelt, letzte Woche klickten dann die Handschellen. Fünf Personen im Alter zwischen 29 und 32 Jahren wurden in den Kantonen Baselland und Basel-Stadt festgenommen, eine Personen wurde an einem Flughafen in Spanien verhaftet. Die Männer sollen laut Staatsanwaltschaft seit längerer Zeit mit Marihuana und Heroin gehandelt haben, zudem wurde auch ein Verfahren wegen Geldwäscherei eröffnet.

Wie die «BZ Basel» und «Basler Zeitung» am Donnerstag übereinstimmend berichteten, handelt es sich bei der Drogenbande um die Führungscrew der mittlerweile geschlossenen Disco Fame am Claraplatz.

Der Club und deren Besitzer sorgten regelmässig für Schlagzeilen. Man zoffte sich mit anderen Clubbetreibern und zuletzt auch untereinander. Der Kopf der Gruppe verschaffte sich zuletzt im November mit einer gefälschten Unterschrift Zutritt zum Fame und zertrümmerte dort das Mobiliar. Danach wurde dem Club der Mietvertrag gekündigt.

Club-Bosse protzten mit ihrem Reichtum

Gerüchte über unlautere Geschäfte machten schon länger die Runde. Die Club-Bosse prozten mit teuren Boliden und Luxus-Uhren, die alleine durch den Cashflow des Clubs nicht zu finanzieren waren – obwohl das Fame einer der populärsten Clubs in Basel war. Wie die «Basler Zeitung» berichtet, liegen gegen den Kopf der Gruppe Forderungen des Kantons Basel-Stadt in der Höhe von 234'000 Franken und Verlustscheine über 154'000 Franken vor.

Bentley und Rolex stehen in krassem Widerspruch dazu. Das muss auch den Strafverfolgungsbehörden aufgefallen sein. Zumal eine Verbindung des Fame zum Drogenmilieu sogar aktenkundig ist: In einer Wohnung, die der Club mietete, fand die Polizei 90 Haschischplatten. Der Kleindealer, der darin wohnte, wurde in Basel verurteilt. Das Strafgericht verurteilte laut «BZ Basel» auch den Bruder des türkischen Club-Teilhabers zu einer elfjährigen Haftstrafe wegen Drogenhandels.

Schiesserei, Streit und Abzocke

Die Fame-Clique war schon vor drei Jahren in die Schlagzeilen geraten. Ein Machtkampf zweier türkischer Clans, die um die Vorherrschaft im Club buhlten, eskalierte gar in einer Schiesserei . Auch Aktivitäten mit einer Druckerpatronen-Firma, die ihre Kunden abzockte, wurden ruchbar. Die Swiss Office Solutions AG aus Allschwil wurde zum Thema im «Kassensturz» von SRF.

Wie die «Basler Zeitung» berichtet, soll die Firma ebenfalls in den Drogenhandel involviert gewesen sein. Sie soll als Geldwäsche-Vehikel gedient haben. Die Toner-Kartuschen könnten aber auch zum Drogentransport benutzt worden sein, spekuliert die Zeitung. Fakt ist: Auch der Geschäftsführer der Swiss Office Solutions AG wurde inhaftiert.

(lha)