Weltkulturerbe

18. Februar 2018 17:10; Akt: 18.02.2018 17:24 Print

Fasnacht für Dummies – so verhält man sich richtig

Von Arabi bis Zeedel: Das müssen Sie wissen, wenn Sie zum ersten Mal an der Basler Fasnacht sind und keine Räpplidusche abbekommen wollen.

Der Ladäärne-Maler Nicolas Friedli zeigt, wie die Kunstwerke entstehen, die am Morgestraich die Stadt erleuchten. (Video: sda/Keystone)
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Welktulturerbe, das muss man man gesehen haben: Willkommen zu den «drey scheenschte Dääg», wie man in Basel sagt. Wenn das Ihr erstes Mal an der Fasnacht ist, beachten Sie bitte Folgendes:

Kommen Sie in Zivil. Nur die Aktive tragen Larve und Goschdym. Sie dagegen sind gut beraten, wenn sie eine Blaggedde anstecken. Diese erhalten Sie am Bahnhof und an den Verkaufsständen des Comités auf dem Clara- und Marktplatz. Dort erhalten Sie auch den Rädäbäng, den offiziellen Fasnachtsführer.

Sollten Sie zum Morgestraich anreisen, machen Sie sich auf die Druggede (Gedränge) in der Innenstadt gefasst. Punkt vier Uhr morgens ist Lichterlöschen, und es leuchten nur noch die Ladäärne der Cliquen, die dann den gleichnamigen Marsch quasi synchron in der ganzen Stadt spielen. Wenn Sie fötele, dann deaktivieren Sie gefälligst den Blitz. Zur Stärkung gönnen Sie sich nach dem Morgestraich eine Mählsuppe und trinken dazu einen Waggis (gespritzter Weisswein süss).

So schützen Sie sich vor den Räppli

Wenn Sie keine Blaggedde (Fasnachtsplakette) tragen, laufen Sie Gefahr, von einem Waggis gestopft zu werden. Dann sind Sie voller Räppli (Konfetti). Die Waggis tun auch gerne intrigieren. Dabei erlauben Sie sich freche Spässe auf ihre Kosten. Als Belohnung gibt es für Sie vielleicht Mimösli (Mimose). Mimösli, Orangen und Dääfeli (Zeltli) können Sie auch ergattern, wenn Sie am Cortège (Umzug, Montag- und Mittwochnachmittag) bei den Wagen ihren Charme spielen lassen und gut fangen können.

Dort sehen Sie auch ganz viele Cliquen. Das sind die Formationen, die mit Trommeln und Piccolos Märsche spielen. Zum Beispiel den Arabi. Die Cliquen haben auch eine Ladäärne, darauf spielen Sie ihr Sujet (Thema) aus. Alle Ladäärne können Sie am Dienstag an der Ausstellung auf dem Münsterplatz bestaunen. Das Sujet wird in geschliffenen Baseldytsch auch auf dem Zeedel, oft in Versform, dargelegt.

Pointen auf Kosten der Ziircher und Schwoobe

Das ist nicht zu verwechseln mit den Schnitzelbänk. Diese können sie in diversen Beizen oder Cliquenkellern am Montag- und Mittwochabend hören. Die Pointen gehen gerne auf Kosten der Ziircher und Schwoobe. Auch der Basler Baudirektor ist ein beliebtes Thema der Schnitzelbänk. Und wenn sie Zeit haben, gehen sie abends in der Altstadt go Gässle (Herumziehen), dann entfaltet die Fasnacht ihre ganze Magie. Aber Vorsicht, Cliquen haben immer Vortritt, auch die wilden Schyssdräggziigli (unorganisierte Fasnächtler).

In diesem Sinne: E scheeni Fasnacht!

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alti Dante am 18.02.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitterscheen....

    in Ihrem Bericht wohl enthalten, aber man kanns nicht oft genug sagen: KEIN Blitzlicht, ihr habt keine Ahnung, wie sich das unter den Massge (Larven) anfühlt. Und geschminkte Gesichter wie z.B. in Luzern sind ein absutes nogo! Dangge

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  • Chl am 18.02.2018 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Und dann gibts noch die, die einfach wegbleiben. Bewusst und glücklich

  • Mina am 18.02.2018 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    nichts für mich

    Mich würde in diesen Tagen Niemand nach Basel bringen. Die Laternen und Schnitzelbänke sind ja toll, aber bei diesem Piccolo-Gepfeife würde ich schon nach 5 Minuten völlig durchdrehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waggis am 19.02.2018 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die einzig richtigen Regeln

    1. Me dreyt e Blaggette 2. Kein Blitzlicht 3. Keine Räppli vom Boden 4. Nichts zurück werfen 5. Aktiven Fasnächtler Platz machen 6. Jeder Zuschauer kann so kommen wie er will. Es interessiert keinen richtigen Fasnächtler, solange man sich an die 6 Regeln hält.

  • Ratmal Werwol am 19.02.2018 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    verkehrte Welt

    3 Tage goschdymiert und bemasggt zeigt so mancher Bebbi sein wahres Gesicht. Danach ist dann wieder ein Jahr unmaskiertes Narrentreiben angesagt....

  • Berner Bär am 19.02.2018 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Die einfachste Regel ist...

    ...wegbleiben oder zumindest einen grossen Bogen drumherum machen!

  • Markus am 19.02.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Komplett

    Sie haben noch die Armlängeregel vergessen.

  • mel am 19.02.2018 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Verhaltensregel bekannt

    ich bin ein Fasnachtskind..trotzdem finde ich gewisse "Regel" die hier aufgezeigt werden,nicht fasnachtsbedingt..Es ist Fasnacht, warum dürfen nicht alle sich verkleiden(Bericht)?!? Und wenn sich jemand das Gesicht anmalen will, dann soll er doch, solange er/sie Spass daran hat.;) Die Regeln, in dem Bericht,sind nicht die waren.Eine Regel wäre, keine Räppli vom Boden zu nehmen, oder das Geworfene von den Wagen, zurück zuwerfen! Dass sind Verhaltensregel.

    • Ammedyssli am 19.02.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mel

      Gesichter anmalen hat mit der Basler Fasnacht rein gar nichts zu tun. Und betrunken rumgrölen auch nicht.

    • Sw am 19.02.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Sprays

      Und wenn möglich sollte auf Konfettisprays verzichtet werden. Diese beschädigen die Kostüme.

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