«Scheiss FCB»

20. Dezember 2017 17:54; Akt: 20.12.2017 17:54 Print

Pratteln hat genug von den Fussball-Chaoten

Fussball-Chaoten demolierten Züge, zogen in Pratteln die Notbremse, prügelten sich und wüteten am Bahnhof. Nun fordert der Gemeinderat Lösungen gegen solches Tun.

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Am 23. September 2017 randalieren Fussball-Chaoten in Pratteln. (Bild: Leser-Reporter)

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Schon drei Mal kam es vor, dass Fans des FC Basel und FC Zürich in Pratteln für Chaos gesorgt haben – zuletzt am 23. September 2017. Beim letzten Vorfall entstand am Helvetia Tower am Bahnhof Pratteln ein Schaden «im tiefen fünfstelligen Bereich.»

Die Pratteler Gemeinderäte sind deshalb sauer. «Scheiss-FCB» schallte es am Montag im Gemeinderatssaal, wie die «BZ Basel»schreibt. Die Vereine, allen voran der FCB, sollen endlich die Verantwortung übernehmen, ist sich das politische Pratteln einig.

Gefährliche Aktionen

So sagt etwa Landrat Marc Bürgi (BDP): «Dann braucht es mehr als reguläre Polizeieinsätze. Die Vereine haben gegenüber der Öffentlichkeit die finanzielle Verantwortung zu tragen.» Für Amtskollege Stephan Bregy (FDP) ist das für die Klubs nur eine Frage des Willens. «Chaoten soll man dort festnehmen, wo man sie einfach packen kann, nämlich im Stadion», fordert er. Und SVP-Gemeinderat Urs Hess Prattler sagt: «Die Fussballclubs sind in der Pflicht. Sie können die randalierenden Fans nämlich identifizieren, wenn sie wollen.»

Das Ziehen der Notbremse stellt auch die SBB jedes Mal vor Probleme, wie Sprecher Christian Ginsig erklärt. Gleise würden blockiert und nachfolgende Züge können nicht mehr passieren. «Wenn sich dazu noch Personen auf den Gleisen befinden, muss der Zugverkehr eingestellt werden, bis die Gefahr beseitigt ist.» Das führt zu Verspätungen, Ausfällen und hohen Kosten.

Damit andere Reisende nicht von den Krawallen betroffen sind, werden Fussballfans wenn möglich in Extrazügen transportiert. Die SBB stehe mit den Fan-Organisationen in Kontakt. Ginsig: «Wir suchen das Gespräch und appellieren an Vernunft und Sicherheitsbewusstsein.» Das dies oft vergeblich ist zeigt sich an den wiederholten Vorfällen.

Fanclubs distanzieren sich

Doch die Chaoten, die sich am Bahnhof Pratteln vermöbeln, kommen nicht aus den offiziellen Fanclubs – zumindest nicht beim FC Basel, wie Insider berichten. «An den Ausschreitungen ist niemand aus den vier Fanclubs des FCB beteiligt. Das sind Chaoten und keine Fussballfans, die nur kommen um sich zu prügeln», so ein Insider. Die Fanclubs des FCB wollten keine offizielle Auskunft geben.

SBB sind die Hände gebunden

Den SBB sind die Hände gebunden. «Weder können wir die Notbremsen ausser Betrieb nehmen, noch die Türen blockieren oder Personen die Beförderung verweigern. Dies sind gesetzliche Bestimmungen, sie sind unumgänglich. Die Notbremsen müssen in Betrieb sein, die Türen müssen geöffnet werden können und Personen mit gültigen Billett müssen transportiert werden», so Christian Ginsig.

(cz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beat Steuerzahler am 20.12.2017 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlen

    jeder der erwischt wird bezahlt und geht auf eigene Kosten in den Bau

  • Ulrich Sonderegger am 20.12.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Machokultur

    Wären die Fusball-Fans politisch und staatskritisch motiviert, wie z.B. die WEF-Gegner, dann wäre schon längst durchgegriffen worden. WEF-Gegner kommen auch kaum noch nach Davos. Beim Fussball geht es aber um viel Geld und Prestige, da nimmt man randalierende Fans halt in Kauf.

  • Roger am 20.12.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuerzahler in BS

    Gilt auch für alle zusätzlichen Kosten: Polizei,BVB,Feuerwehr,Sanität,IWB, etc. Als Steuerzahler in BS bin ich nicht mehr bereit, für dies alles indirekt aufzukommen! Diese Kosten soll der FCB übernehmen,

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wicca am 20.12.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Videoaufnahmen machen

    Ich finde immernoch, man sollte solche Leute Filmen dürfen & dann am Liebsten in der Tagesschau zeigen! Datenschutz hin oder her!

  • xxlbmw am 20.12.2017 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen

    Man könnte es verhindern, aber will man die eigene bevölkerung einschüchtern? Wohin führt das hin? Es ist eine minderheit die frust ablässt.

  • Schorschi am 20.12.2017 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheilig!

    Die Vereine stehlen sich seit Jahren aus der Verantwortung - und dann bemüht man ein gesellschaftliches Problem - wie scheinheilig! Das einzige Problem das unsere Gesellschaft hat ist, dass es uns nicht gelingt, diesen Volltrotteln von Fans so richtig in den Hinterm zu treten!

  • Fussballer am 20.12.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fanclub?

    Keine Stellungnahme der sogenannten Fanclubs sagt auch schon viel über ihre Haltung aus!

  • GT am 20.12.2017 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geisterspiele

    Man sollte das Problem der Superleague unterstellen und fans für heim und Auswärtspiele sperren. So lange bis sie sich benehmen