Heimfahrt von Basel

24. September 2017 08:41; Akt: 24.09.2017 13:45 Print

FCZ-Fans randalieren und stoppen Extrazug

Auf der Heimreise von Basel haben Zürcher Fussballfans in Pratteln die Notbremse des Extrazugs gezogen und randaliert. Am Tag danach wird das Ausmass der Sachbeschädigungen deutlich.

Pratteln BL: FCZ-Fans zogen die Notbremse ihres Zuges, die Polizei war jedoch bereits vor Ort. Video: Leserreporter
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Die Zürcher Fussballfans stiegen im Bahnhof Pratteln aus, nachem sie die Notbremse des Extrazugs gezogen hatten. Sie waren auf der Heimfahrt vom Fussballspiel in Basel, das der FC Zürich mit 0:1 gegen den FC Basel verloren hatte. Leserreporter berichteten gegenüber 20 Minuten von randalierenden Personen. Die Polizei hatte die Situation nach eigenen Angaben jedoch unter Kontrolle. Man habe die Menge in Schach halten und sie zurück in den Zug führen können.

Laut der Baselbieter Polizei zogen FCZ-Fans sogar zweimal die Notbremse – beim Güterbahnhof Muttenz und beim Bahnhof Pratteln. Über hundert Fans hätten dann jeweils den Zug verlassen.

Zehntausende Franken Sachschaden

«Die Sachbeschädigungen sind grösser als zunächst angenommen», so Polizeisprecher Roland Walter am Sonntag gegenüber 20 Minuten. So hätten die Chaoten in Pratteln mehrere Fahrzeuge mit Steinen beschädigt. Auch diverse Scheiben seien mit Schottersteinen eingeschlagen worden. «Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Zehntausend Franken», so Walter. Verletzte habe es keine gegeben.

Zu einer Konfrontation mit Basler Fans sei es nicht gekommen. «Gemäss unseren Feststellungen befanden sich keine FCB-Fans an den beiden Bahnhöfen», sagt Walter. Beim Bahnhof Pratteln hätten sich zwar Matchbesucher aufgehalten, die mit dem Tram von Basel her reisten und ab Pratteln mit dem Zug weiterfahren wollten. Laut Walter konnten sie aber rechtzeitig vom Bahnhofareal beim Eintreffen des Extrazugs ferngehalten werden.

SBB ist machtlos

Der Bahnverkehr wurde durch die Zwischenfälle in Muttenz und Pratteln kaum beeinträchtigt. «Er war um den Bahnhof Pratteln kurzzeitig unterbrochen», sagt SBB-Mediensprecher Oli Dischoe. Der Betrieb konnte kurz darauf wieder aufgenommen werden.

Solche Zwischenfälle auf Extrafahrten sind rund um Fussballspiele keine Seltenheit. Gerade beim Bahnhof Pratteln zogen Fussballfans verschiedener Vereine in der Vergangenheit immer wieder die Notbremse des Extrazugs. In der Folge kam es jeweils zu Sachbeschädigungen, teils auch zu Ausschreitungen zwischen verfeindeten Fanlagern. Die SBB ist gegenüber solchen Aktionen machtlos: Es sei praktisch unmöglich, den Auslöser der Notbremse im Nachhinein ausfindig zu machen, heisst es von seiten der Bundesbahnen.

Dass der rote Hebel im Extrazug immer wieder missbräuchlich gezogen wird, ändert nichts an der Ausgangslage: «Die Notbremse ist für den Notfall gedacht, und dann muss sie funktionieren», sagt SBB-Mediensprecher Dischoe.

(woz/daf)