Eltern wieder abgeblitzt

15. August 2013 07:32; Akt: 15.08.2013 09:23 Print

Gericht stützt Sex-Box im Kindergarten

von Andrea Heeb Perrig - Vor dem Basler Appellationsgericht kämpften Basler Eltern dagegen, dass ihre Kinder im Kindergarten in den Sexualkunde-Unterricht müssen. Die Richter haben ihren Rekurs abgelehnt.

storybild

Der Inhalt der Sex-Box. (Bild: ahp)

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Unsere Kinder wollen nicht im Kindergarten erfahren, wie Geschlechtsverkehr funktioniert oder was Homosexualität bedeutet. Dafür sind sie eindeutig zu jung», argumentierte der Anwalt des Vaters eines heute 8-jährigen Buben vor dem Appellationsgericht.

Umfrage
Finden Sie es richtig, dass Sexualkundeunterricht Pflicht ist?
43 %
51 %
6 %
Insgesamt 4673 Teilnehmer

Seit drei Jahren kämpft der Vater gegen den obligatorischen Sexualunterricht in Kindergarten und Primarschule und gegen die umstrittenen Sex-Boxen, stellvertretend für 22 Basler Eltern, die ihre Kinder auch vor dem Sexualkunde-Unterricht dispensieren wollten. Die Mutter eines 9-jährigen Mädchens war ebenfalls vor Gericht. Schulleitung und Regierungsrat hatten Rekurse und Gesuche der Eltern zuvor abgelehnt.

Vielleicht vor Bundesgericht

Gestern lehnte auch das Appellationsgericht die Rekurse ab. «Die Kinder müssen sich mit diesem Thema auseinandersetzen, damit sie sich gegen sexuelle Übergriffe wehren können», begründete der Richter sein Urteil. Vermutlich muss sich nun das Bundesgericht mit dem Fall beschäftigen. «Wir überlegen uns den Rekurs weiterzuziehen», sagte eine betroffene Mutter. Der Sexualkunde-Unterricht in dieser Altersstufe in Basel ist einzigartig: Der Bund schreibt im Lehrplan 21 die Sexualkunde erst für 11- und 12-Jährige vor.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 15.08.2013 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein zwiespältiges Thema.

    Eine frühe Aufklärung ist durchaus sinnvoll, aber in diesem Alter erachte ich es doch für verfrüht. Wenn man aber glaubt, mit einem Sexköfferli bereits Kleinkinder im Kindergarten vor Übergriffen schützen will wie argumentiert, so schiesst man übers Ziel hinaus. Das kann auch ohne solche Köfferli logisch beigebracht werden. Hätte ich noch Kinder in diesem Alter, würde ich mich diesen Eltern anschliessen, obwohl ich sinnvolle Sexualkunde befürworte, jedoch dem Alter entsprechend u vor allem ohne solche Köfferlis. Wer hat sich sowas nur ausgedacht?

  • Markus Elmer am 15.08.2013 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Pädagogen

    Aufklärung ist Sache der Eltern und nicht irgendeines Pädagogen, der nur einen sehr beschränkten beruflichen Bezug zum Kind hat. Die Linken und ihre Klientel an der Pädagogischen Hochschule sollte endlich aufhören sich anzumassen immer mehr in den Erziehungsbereich der Eltern einzugreifen. Sie können ja solche Lektionen fakultativ anbieten, aber meine Kinder würde ich da sicher nicht hinschicken. Genausowenig wie in ein Fach Ethik, wie das diskutiert wird. Denn auch da wird ein linkes Weltbild propagiert, das nicht der Realität entspricht.

  • egli am 15.08.2013 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst die Kinder Kinder sein!

    8 Jahre? in dem Alter begreifen die Kinder überhaupt nicht was eine beziehung/Ehe/folgen von Sex sind, was das Thema verharmlosen kann und Hemmungen abbaut, am schluss werden kinder noch frühreifer und gebären noch jünger! Nicht einmal ein 16 Jähriges Kind ist in der Lage ein Kind grosszuziehen, zu Erziehen und zu versorgen. Sexualkunde Ja unbedingt! aber nicht im Kindergarten sondern später!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Monika Racheter am 16.08.2013 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das soll vor Straftätern schützen???

    Früher hat es gelangt wenn man den Kindern sagte sie solen nicht mit Fremden mit gehen...heute können wir ihnen sagen: zeig dem lieben Onkel was du gelernt hast in der Schule!!! Solche Urteilsverkünder legen bei mir den Verdacht nahe das es "gewollt" ist, das unschuldige, unwissende Kinder zu Wissenden werden, damit der Pädophiliesten, die Schuldigkeit der Opfer besser hervorheben kann!!! Sie haben es ja in der Schule gelernt!!!

  • J. Meyer am 15.08.2013 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ein zwiespältiges Thema.

    Eine frühe Aufklärung ist durchaus sinnvoll, aber in diesem Alter erachte ich es doch für verfrüht. Wenn man aber glaubt, mit einem Sexköfferli bereits Kleinkinder im Kindergarten vor Übergriffen schützen will wie argumentiert, so schiesst man übers Ziel hinaus. Das kann auch ohne solche Köfferli logisch beigebracht werden. Hätte ich noch Kinder in diesem Alter, würde ich mich diesen Eltern anschliessen, obwohl ich sinnvolle Sexualkunde befürworte, jedoch dem Alter entsprechend u vor allem ohne solche Köfferlis. Wer hat sich sowas nur ausgedacht?

  • Xoff Pardey am 15.08.2013 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Unwissen

    Unwissen schlägt einem entgegen beim Lesen der Kommentare. In den jeweiligen «Sexkoffern» (es sind ganz normale Koffer, zumindest in den Schulhäusern, in denen ich unterrichtet habe) sind stufengerechte Materialien. Bei den Kleinen geht es darum, den Kindern ein Bewusstsein für die Integrität des Körpers zu entwickeln, so dass «nein» gesagt werden kann, wenn Zeit dafür ist. In der Primarschule geht es dann darum, den Unterschied zwischen Junge und Mädchen zu erfassen und erst in der Sek-Stufe geht's um Sex. Also alles ganz normal und stufengerecht. Alles andere ist dummes Geschwätz.

  • zickzackzuck am 15.08.2013 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Die sexuelle Aufklärung liegt ganz klar bei den Eltern.

  • O.C. am 15.08.2013 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Es besteht leider Handlungsbedarf

    Ich finde es gut und richtig! Es geht schlicht weg darum, auch Kids auf die zunehmende Sexualisierung der Bevölkerung zu sensibilisieren. Zu oft werden sie damit konfrontiert! Doch noch viel wichtiger: Anstatt hier Theater zu machen, würden die Eltern lieber die Zeit nutzen und ihre Kinder auf diesem Weg intensiv begleiten und mit ihnen sprechen. Das ist der wichtigste Teil dabei! Das sie jederzeit zu einer Person ihres Vertrauens gehen können und über alles sprechen dürfen! Den was wir von Fachstellen Tag ein Tag aus erleben, erklärt ganz eindeutig warum Handlungsbedarf besteht!!!