Basel

08. Januar 2017 14:09; Akt: 08.01.2017 14:52 Print

Gezielter Anschlag auf Club wegen alter Fehde?

Im Club Vice ging an Silvester eine Tränengas-Kapsel hoch. Bereits 2015 gab es einen ähnlichen Fall – laut Gerüchten hängen die beiden Anschläge zusammen.

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Für 500 Gäste, die vergangenes Wochenende Silvester im Club Vice feierten, fing das neue Jahr überhaupt nicht gut an. Um fünf Uhr morgens musste der Club an der Heuwaage evakuiert werden – Grund war eine Tränengas-Kapsel, die im zweiten Untergeschoss mit einem lauten Knall detoniert war. Weil die eingesetzte Reizgas-Kapsel nur illegal erworben werden kann und der Club nur knapp an einer Massenpanik vorbeigeschlittert ist, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen unbekannt.

Zwar mussten nur einzelne Personen vor Ort medizinisch behandelt werden, jedoch hätte die Situation schnell ausarten können, sagte Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber der «Schweiz am Sonntag». Wäre der Anschlag ein paar Stunden vorher verübt worden, wären die Auswirkungen verheerend gewesen. Laut der Polizei befanden sich um Mitternacht rund 1200 Gäste im Club.

Betriebsleiter Pascal Ruf ist laut dem Bericht geschockt und kann sich nicht erklären, wie es zu diesem Vorfall kam. Mit einem Aufruf auf seiner Facebook-Seite bittet der Club nun die Gäste um Mithilfe: «Wir bieten eine Belohnung von 3000 Franken an, für Hinweise die zur Täterschaft führen», heisst es da.

Parallelen zwischen Fame und Vice

Nach dem Vorfall zieht die «Schweiz am Sonntag» Parallelen zu einem Anschlag auf das Clubrestaurant Rhypark an Silvester 2015. Zwei als Affen verkleidete Personen stürmten damals das Lokal und versprühten Buttersäure. Ermittlungen zeigten, dass die Affen mit einem gemieteten Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen flüchteten. Das gleiche Auto hatten einige Tage zuvor Täter gefahren, die einen DJ des Fame-Clubs bedroht hatten.

Auffällig: Die Geschäftsführer der attackierten Lokale waren in der Vergangenheit beide im Fame tätig gewesen. Gerüchten zufolge herrschte ein erbitterter Machtkampf um besagten Club. Laut der «Schweiz am Sonntag» sei eine Gruppe Unruhestifter, die bereits im Fame für Schlagzeilen gesorgt haben soll, heute öfter im Vice anzutreffen.

«Rhypark» distanziert sich von Gerüchten

Ob und wie das Fame mit dem Vice-Vorfall in Verbindung gebracht werden kann, wird von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt weder bestätigt noch kommentiert. Die genannten Parallelen seien bekannt und es werde in einem «breiten Zusammenhang» ermittelt, so Gill. Auf Anfrage von 20 Minuten distanzierte sich das Clubrestaurant Rhypark klar von irgendwelchen Zusammenhängen. Der Geschäftsführer des Vice äusserte sich bis jetzt noch nicht zu dem Vorfall.

(fh)