Nachhaltige Architektur

06. Mai 2018 14:30; Akt: 06.05.2018 14:30 Print

Dieser Wolkenkratzer ist auch ein Kraftwerk

Die Fassade des neu gebauten Grosspeter Towers in Basel besteht komplett aus Solarzellen. Der Hightech-Bau sei europaweit einzigartig, sagen die Bauherren.

Der Grosspeter Tower produziert einen grossen Teil seiner Energie selbst. (Video: Swiss Property PSP, bearbeitet von 20 Minuten)
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Unweit des Basler Bahnhofs SBB wird derzeit der Grosspeter Tower fertiggestellt. Der dunkle Wolkenkratzer an der Bahnheinfahrt ist nicht nur ein markantes Wahrzeichen, sondern auch ein Leuchtturm-Projekt für nachhaltiges Bauen. Das neue Hochhaus soll ein Null-Emissions-Gebäude werden.

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Der 78 Meter hohe Hightech-Bau ist in erster Linie ein Büroturm, gleichzeitig aber auch ein Kraftwerk. Die gesamte Fassade besteht nämlich aus Solarzellen, was auf den ersten Blick aber kaum erkennbar ist. «Das ist so gewollt», erklärt Andreas Kaumfann, der verantwortliche Architekt vom Büro Burckhardt + Partner, gegenüber dem SRF-«Regionajournal».

6000 Quadratmeter Solarzellen

«Das Bauwerk ist einzigartig in Europa», sagt Kaufmann. Denn bislang galt: Die Architektur muss den Photovoltaik-Elementen angepasst werden. Dank neuen Dünnschicht-Modulen, die 2014 auf den Markt kamen, löste sich dieses Problem in Luft auf.
Für die 6000 Quadratmeter grosse Photovoltaikanlage wurden an der Fassade des Grosspeter Towers Module in 450 verschiedenen Grössen verbaut. Diese produzieren rund 30 Prozent des eigenen Energieverbrauchs.

Ausserdem verfügt das Gebäude über eine Geothermie-Anlage. Mit Hilfe eines Erdsondenfeldes wird Wärme aus 250 Metern Tiefe geholt, mit der das Gebäude im Winter geheizt werden kann. Gleichzeitig wird Kälte zurückgeführt, die an heissen Sommertagen zum Kühlen des Gebäudes wieder verwendet werden kann.

Bauherrin lässt sich Nachhaltigkeit etwas kosten

Bislang wurde solchen Projekten in Basel mit Skepsis begegnet. Die Stadtbildkommission wollte 2011 eine Photovoltaik-Anlage am Lonza-Hochhaus verhindern, die Regierung kippte den Entscheid aber.

Wie teuer der Bau ist, verrät die Bauherrin Swiss Property PSP nicht. «Es ist deutlich teurer als ein herkömmliches Hochhaus», verrät Kaufmann.

Dieses Hochhaus ist auch ein Kraftwerk
Der Grosspeter Tower in Basel kann mehr, als man ihm auf den ersten Blick ansieht.

(lb)