Polizeikommandant Gerhard Lips

18. Mai 2017 05:47; Akt: 18.05.2017 05:47 Print

Herr Lips, stellen Sie nun Ihr Amt zur Verfügung?

Nach den diversen Skandalen im baselstädtischen Polizeikorps bezieht Polizeikommandant Gerhard Lips im Interview mit 20 Minuten Stellung.

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Kommandant Gerhard Lips musste für die diversen Polizei-Skandale viel Kritik einstecken. (Bild: Kapo BS)

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Fehler gesehen?

Herr Lips, in regelmässigen Abständen werden immer wieder Skandale aus Ihrem Polizei-Korps aufgedeckt. Was muss noch alles passieren, bis Sie Ihr Amt zur Verfügung zu stellen?
Die überwiegende Mehrheit meiner Polizistinnen und Polizisten leistet Tag für Tag gute Arbeit, über die leider selten positiv berichtet wird. Interessant für die Berichterstattung in den Medien und die Öffentlichkeit sind offenbar nur Fehlleistungen, womit ein völlig falsches Bild der Polizeiarbeit gezeigt wird. Wenn Schwierigkeiten auftauchen, gehe ich diese an und sorge so rasch wie möglich für eine Bereinigung.

Umfrage
Haben Sie noch Vertrauen in die Basler Polizei?

Macht Ihnen der Job überhaupt noch Spass?
In Kenntnis und im Bewusstsein dieser verzerrten Darstellung des polizeilichen Alltags mache ich trotzdem meine Arbeit mit vollem Engagement.

Haben Sie eine Ahnung, wieso innerhalb von so kurzer Zeit in Ihrem Korps derart viel schief gelaufen ist?
Diese Sicht habe ich nicht. Wie bereits ausgeführt wird der Bevölkerung ein einseitiges Bild vermittelt, da über die tausenden guten Einsätze nicht berichtet wird.

Im Fall des mutmasslichen Schänders, der im April erneut freigestellt wurde: War es im Nachhinein ein Fehler, ihn wieder zum Dienst antreten zu lassen?
Der mutmassliche Schänder durfte nach einem Urteil der Personalrekurskommission seine Arbeit –in einer anderen Abteilung –wieder aufnehmen. Die erneute Freistellung erfolgte nach einem neuen Vorfall, der mit dem ersten keinen sachlichen Zusammenhang hat.

Werden bei der Rekrutierung Fehler gemacht?
Die Rekrutierung erfolgt sehr sorgfältig und breit abgestützt. Die Vorfälle der letzten Zeit betrafen denn auch nicht junge Mitarbeiter, sondern solche, die teils viele Jahre im Dienst waren. Ein Bezug zu allfälligen Fehlern bei der damaligen Auswahl kann deshalb nicht hergestellt werden.

Ein Image-Experte rät im Gespräch mit 20 Minuten, interne Vorkommnisse proaktiv zu kommunizieren, bevor sie an die Medien durchsickern. Werden Sie dies in Zukunft machen?
Proaktive Kommunikation ist dann sinnvoll, wenn die Fakten bekannt und volle Transparenz möglich ist. Nach unserer Erfahrung ist dies aber häufig aus verschiedenen Gründen nicht so, zum Beispiel wenn der "Fall" als solcher nicht bekannt ist oder wenn es den Schutz der Persönlichkeit und das Amtsgeheimnis zu berücksichtigen gilt.

Gibt es aus der Analyse der anderen Fälle weitere Learnings?
Wir beurteilen jeden Einsatz und jeden Fall und lassen allfällige Erkenntnisse in die künftige Tätigkeit einfliessen.

(rob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau Cool.es am 18.05.2017 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache cool

    "weitere Learnings"!? Was zur Hölle sollen "Learnings" sein? Erfahrungsgemäss werfen Leute mit solchen Ausdrücken um sich, die nicht einmal eine zweite Landessprache beherrschen...

  • Jamaika Jamal am 18.05.2017 06:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verzerrte Ansichten.

    Wie er richtig sagt, ist die Ansicht über den Polizeiberuf sehr verzerrt. Ich denke jeder Polizist versucht nach bestem Wissen und Gewissen zu arbeiten. Fragt doch mal die Angestellten wie er seinen Job mache.

  • Kurt Matter am 18.05.2017 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positive Berichte

    Ich bin auch der gleichen Meinung wie Herr Lips . Schreibt doch mal über die tausende guten und erfolgreichen Einsätze der Polizei . Mir kommt vor wie wenn die Medien nur darauf warten bis wieder etwas passiert . So nach dem Motto : So jetzt zerreissen wir den Lios wieder einmal .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Th1990 am 18.05.2017 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sesselkleber

    Ausreden, Beschwichtigungen und Inkompetenz, dass ist alles. Das Herr Lips an seinem Sessel klebt ist offensichtlich, es wäre an der Zeit, dass der RR B. Dürr handelt, aber der ist aus dem selben Holz geschnitzt wie sein Mitarbeiter - Inkompetenz auf allen Stufen!

  • Dogcop am 18.05.2017 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öffentliche Firma versus Privat

    Das Problem ist doch lediglich der Öffentlichkeitscharakter der Polizei. Würde man eine gleich grosse private Firma mit der Polizei vergleichen, wären die "Untaten" sicher nicht weniger. Nur interessiert es dort keinen in der Öffentlichkeit. Oder denkt ihr etwa bei anderen Firmen gibt es keine Schläger, Spione und Schänder? Es wird lediglich nicht an die Presse getragen.

    • Th1990 am 18.05.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dogcop

      Geht es noch? Wenn die Polizei nicht integer ist wer soll es dann sein?

    einklappen einklappen
  • markusw am 18.05.2017 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage nicht verstanden!

    Statt der Frage "Werden Sie inskünftig proaktiv kommunizieren?" beantwortet er die (nicht gestellte) Frage "Wann ist proaktive Kommunikation sinnvoll?" Hier hätte der Reporter unbedingt nachhaken sollen

  • Kusi N. am 18.05.2017 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Lips und Dürr

    Lips und Baschi Dürr sind nicht mehr tragbar. Die Liste der Verfehlungen ist dermassen lang, dass der Kommentar von Herrn Lips schon fast als Hohn bezeichnet werden muss. Dass er die Schuld den Medien zuschiebt (allen voran der Basler Zeitung, welche die Skandale in schöner Regelmässigkeit aufdeckt) zeigt, dass er absolut nichts gelernt hat. Das ist umso schlimmer, da vor allem auf der obersten Kaderstufe immer wieder Skandale bekannt werden, die nicht zu rechtfertigen sind. Lips muss gehen aber da er ja (sonst) nichts kann, klebt er an seinem Sessel fest.

  • d. blessinger am 18.05.2017 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Det Fisch stinkt am Kopf

    Aber beim Blitzen auf der Strasse sind die Baselbieter Weltklasse und meistens an Orten die miz dem Sicherheitsgedanken wenig zu tun haben eher mit der Erfüllung des Budgets.