Krimi-Dinner

20. Oktober 2014 06:37; Akt: 20.10.2014 13:46 Print

In Basel boomt das Aufklären von Mordfällen

Ein Brautpaar, ein Pfarrer und ein Toter – nicht nur in der Basler Safran-Zunft finden Hobbydetektive spannende Ermittlungsarbeit.

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Wer hat den Kellner auf dem Gewissen in der «Saffre» besteht die Abendunterhaltung darin, einen Mord aufzuklären. (Bild: 20 Minuten/bro)

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Musik erklingt, die Gäste empfangen das Brautpaar im Saal der Safran-Zunft. Die Hochzeitsgesellschaft wird vorgestellt und den frisch Getrauten zugeprostet. Doch noch bevor der Kalbsbraten serviert wird, wird eine Leiche in den von Kerzenschein erhellten Saal getragen: Ein Kellner wurde vergiftet. Und schon befinden sich sämtliche Anwesenden nicht nur in einem Krimi, sondern stehen auch unter Verdacht.

Natürlich ist der Mordfall nicht unerwartet, schliesslich haben die rund 40 Personen an diesem Krimi-Dinner-Abend genau dafür bezahlt. Die Idee ist klassisch: In schönem Ambiente erleben die Gäste neben einem exklusiven Essen ein von Schauspielern inszeniertes Stück, in dem sie auch gleich selber teilnehmen. Denn jeder könnte das Gift in den Bloody Mary getan haben, der eigentlich für den Bräutigam bestimmt war.

«Letzten Winter wurden erstmals Krimi-Dinners in der Saffre aufgeführt. Das stiess auf ungeheuer gute Resonanz und die Vorstellungen waren restlos ausgebucht. Jetzt wiederholen wir das – einfach noch grösser», sagt Lena Jermann vom Basler Traditions-Lokal. Zur Auswahl stehen «Mord am Hochzeitsabend» sowie «Mord am Filmset».

Basel ist Krimi-Stadt

Krimi-Dinner erleben in der Stadt derzeit einen regelrechten Boom. «Gerade Basel scheint eine sehr krimiaffine Stadt zu sein. Wir sind mit zwei Produktionen hier – und wir sind nicht die einzigen», bestätigt Peter Denlo, der in der ganzen Schweiz die blutrünstigen Abendessen organisiert. In Basel ist dies das Café Spitz und das Restaurant Blindekuh. Auch die Basler Personenschifffahrt hat ein solches Angebot: Unter dem Namen «Mord an Bord» können Hobby-Detektive während einer Fahrt auf dem Rhein einen Fall lösen.

Ob nun der liebestolle Pfarrer, der rachsüchtige Bruder oder sogar der gutmütige Onkel Roland zum Gift griff, sei an dieser Stelle nicht verraten – auch wenn der Ausgang des Stücks jedes Mal ein anderer ist.

(bro)