Studie

18. September 2014 06:05; Akt: 18.09.2014 06:05 Print

In Basel möblieren sich Studis am günstigsten

von Lukas Hausendorf - Gebrauchte Möbel sind für Basler Studenten am günstigsten: Das zeigt ein Vergleich eines Schweizer Schnäppchenportals. Am meisten zahlen die Zürcher.

storybild

Unimarkt, Brocki oder zum Mitnehmen von der Strasse: Susan Pedrazzi und ihre Mitbewohnerinnen haben sich ihre WG-Einrichtung nicht mehr als 250 Franken kosten lassen. (Bild: 20 Minuten/Lukas Hausendorf)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Sofa haben sie gratis auf dem Unimarkt gefunden, der Fernsehtisch kostete im Brockenhaus 14 Franken und Stühle haben sie vor der Sperrgutabfuhr auf der Strasse gerettet: Susan Pedrazzi und ihre beiden Mitbewohnerinnen haben sich die Einrichtung ihrer WG knapp 250 Franken kosten lassen. «Unser Geld investieren lieber wir in Instrumente», sagt die Schlagzeugerin und Studentin. Ihre Mitbewohnerinnen sind ebenfalls Musikerinnen, die teilweise noch an der Uni sind oder gerade erst ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Geld für teure Möbel ist da nicht vorhanden.

So geht es den meisten Studenten-WGs. Laut dem Bundesamt für Statistik wohnen immerhin 27 Prozent der 230'000 in der Schweiz immatrikulierten Studenten in einer Wohngemeinschaft. Das Schnäppchenportal tutti.ch hat in einem Städtevergleich die Kosten für die Grundausstattung einer Wohnung erhoben. Fazit: Basler Studenten kommen am günstigsten weg.

Für Sofa, Esstisch, Stühle, Couchtisch, einen Fernseher und dazu gehörigem Möbel sowie ein Regal und eine Lampe berappt man in Basel auf dem Second-Hand Markt durchschnittlich 1801 Franken. Demgegenüber kucken die Zürcher Kommillitonen in die Röhre. Für die gleichen Möbel bezahlen sie 2483 Franken. Das Portal erklärt die happige Preisdifferenz mit dem höheren Lohnniveau in Zürich.

Brockis werben gezielt um Studenten

Die Basler Brockenhäuser haben die Studenten längst als attraktive Zielgruppe für sich entdeckt und werben teilweise mit massgeschneiderten Angeboten um sie. «Studierende können bei uns mit der Legi einkaufen und die Möbel lebenslang wieder eintauschen kommen», erklärt Martin Becker, Geschäftsleiter des Clara-Brockis. Auch er hat schon festgestellt, dass in Zürich die Brockenhäuser teurer sind. «Zu uns kamen schon Studenten der Zürcher Hochschule der Künste, die Möbel und Utensilien für ihre Diplomausstellung suchten, weil sie zuhause zu teuer waren», erzählt er.

Auch andere Brockenhäuser in Basel wie das Hiob oder jenes der Heilsarmee bestätigen auf Anfrage, dass Studenten einen substanziellen Teil ihrer Kundschaft ausmachen. Die Ware dort ist zwar nicht geschenkt zu haben, dafür findet man oft alte und hochwertige Möbel. «Spezielle Dinge halt», wie Marcel Schwendener, Leiter des Kleinbasler Hiob sagt.

Günstiger ist nur das Internet

Brockenhäuser sind aber längst nicht mehr der günstigste Marktplatz für Second-Hand-Einrichtungsgegenstände. Die ganz grossen Schnäppchen macht man offenbar heute im Internet: «Der Unimarkt ist unschlagbar», sagt Pedrazzi. Auf dem offiziellen Online-Martktplatz der Universität Basel werden unzählige Sofas, Tische und Stühle für Kleinstbeträge oder sogar gratis abgegeben. Meistens handelt es sich dabei aber nicht um ästhetisch anspruchsvolle Möbel. Da lohnt es sich mit offenen Augen durch die Strassen zu gehen. «Wir haben auch schon ganz ausgefallenes Zeug gefunden, das zum Mitnehmen bereit stand», erzählt Pedrazzi.