Tödlicher Unfall bei Riehen BS

15. Dezember 2017 11:02; Akt: 15.12.2017 11:03 Print

Jurte stand noch nicht lange am Unglücksort

Nach dem tragischen Unglück bei Riehen BS, bei dem eine Frau in einer Jurte von einem Baum erschlagen wurde, hat sich herausgestellt: Das Zelt stand Anfang Jahr noch nicht dort.

Wie kam es zum tragischen Unglück bei Riehen? (Video: daf)
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Am Donnerstagmorgen um 6 Uhr früh krachte ein Baum auf eine Jurte in den Langen Erlen bei Riehen BS. Die Frau, die darin übernachtete, wurde erschlagen. Ihr Mann überlebte das Unglück. Die Jurte stand nur wenige Meter über der Grenze zu Deutschland.

Wie sich nun nach dem tragischen Unfall herausgestellt hat, stand die Jurte noch nicht lange an besagter Stelle. Im Frühjahr dieses Jahres hatte sich das Zelt noch wenige Meter verschoben auf Schweizer Boden befunden, wie die Leiterin des Bau- und Gewerbeinspektorats Basel-Stadt, Luzia Wigger Stein, gegenüber der «bz Basel» bestätigte. Die Besitzer hätten einen ablehnenden Bauentscheid erhalten, da die Parzelle, auf der die Jurte ursprünglich gestanden hatte, laut Zonenplan höchstens zu drei Prozent bebaut werden dürfe. Das Ehepaar musste die Jurte folglich zügeln.

Neu auf deutschem Boden

Da die Jurte nun neu auf deutschem Boden in Weil am Rhein lag, fiel das tragische Unglück vom Donnerstagmorgen eigentlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Lörrach. Nach Rücksprache mit den deutschen Kollegen wurde die Zuständigkeit aber an die Basler Staatsanwaltschaft abgetreten, wie diese am Donnerstag mitteilte.

In dieser Jurte wurde die Frau von Baum erschlagen

Für die Frau kam jede Hilfe zu spät

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Frau mit ihrem Ehemann in einer Jurte im Weilmattweg in den Langen Erlen, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland, übernachtet. Der wegen den heftigen Winden des Sturms Zubin umgekippte Baum habe die Jurte um 6 Uhr direkt getroffen.

Der Mann der 61-jährigen Schweizerin habe sich leicht verletzt aus dem zerstörten Zelt befreien und Hilfe herbeirufen können, so die Behörden. Es sei den Rettungskräften aber nicht gelungen, die Frau nach der Bergung zu reanimieren.

Familiengärtner kannten Opfer kaum

Die private Jurte stand unmittelbar neben dem Grundstück des Familiengartenvereins Weilmatten, auf dem 64 Hobbygärtner ihre Gärten unterhalten. Der Präsident des Vereins kannte das Opfer nicht persönlich. «Die Jurte stand auf Privatgrund, wir haben mit denen nicht so viel zu tun», erklärte er auf Anfrage. Das Paar habe die Jurte wahrscheinlich schon über zehn Jahre besessen.

Wie Kriminalkommissär Peter Gill im Video erklärt, waren die Rettungsarbeiten nicht ganz einfach. Die Feuerwehr musste mehrere Äste wegsägen, bis sie zur Frau gelangt. Leider kam aber jede Hilfe zu spät.

(daf/las)