Basel

22. Dezember 2017 05:51; Akt: 22.12.2017 05:51 Print

Hier wird Nachwuchs für kinderlose Paare gezeugt

Das Unispital Basel kommt der immer grösseren Nachfrage nach künstlicher Befruchtung nach: Der neue Standort im St.-Johann-Quartier bietet mehr Platz und Diskretion für die Paare.

Christian De Geyter, Professor für Reproduktionsmedizin erklärt 20 Minuten die neue Klinik. (Video: cz)
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Rund 700 künstliche Befruchtungen hat die Reproduktionsmedizin des Universitätsspitals Basel im Jahr 2016 durchgeführt. Und die Anzahl Paare, die sich ihren Kinderwunsch beim Arzt erfüllen lassen wollen, steigt seit Jahren an.

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Dieser Nachfrage wurde man am bisherigen Standort in der Poliklinik nicht mehr gerecht. Nun hat die Reproduktionsmedizin ihr neues Domizil an der Vogesenstrasse im St.-Johann-Quartier bezogen. Ab Samstag wird Chefarzt Christian De Geyter dort die ersten Sprechstunden mit Patienten führen. Am Donnerstag wurden die Räumlichkeiten erstmals den Medien gezeigt.

Die Umbauarbeiten am neuen Standort haben rund zehn Millionen Franken gekostet, wie Katharina Rüther-Wolf, Geschäftsleiterin der Reproduktionsmedizin und gynäkologischen Endokrinologie (RME), erklärte. Die neuen Räumlichkeiten sind rund dreimal so gross wie das alte Domizil im Unispital und mit modernster Technik ausgestattet.

Kürzere Wartezeiten für Patienten

«Wir wollten unseren Patienten mehr Diskretion gewährleisten, wenn sie zu uns kommen», sagt De Geyter. Der Wartebereich besteht aus abgetrennten Sitznischen. Das Personal wurde aufgestockt und die Klinik hat einen 7-Tage-Betrieb. Das bedeutet laut Rüther-Wolf für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch kürzere Wartezeiten – diese waren in der Poliklinik zunehmend länger geworden.

Neuer Standort für künstliche Befruchtung

Am neuen Standort können Paare nicht nur eine künstliche Befruchtung vornehmen, sondern auch abklären lassen, wieso es bislang mit dem Kinderkriegen nicht geklappt hat. Zudem werden in der Klinik Samenspenden durchgeführt und es werden Eizellen, Spermien und Gewebeproben eingefroren. Ab kommendem Jahr wird in der Klinik zudem die Präimplantationsdiagnostik angewendet: Dabei werden Embryonen untersucht, die mittels künstlicher Befruchtung erzeugt worden sind.

«Zu uns kommen Arbeiter wie auch Manager»

Eine vollständige Therapie zur künstlichen Befruchtung kostet ein Paar rund 5000 Franken – unabhängig davon, ob sie von Erfolg gekrönt ist oder nicht. Dazu kommen die Kosten für die Medikamente. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Gebühren. Die Schwangerschaftsrate variiert je nach Behandlungsmethode, liegt aber bei etwa 33 Prozent, wie De Geyter erläuterte.

Laut dem Chefarzt wenden sich immer mehr Paare mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch an die Medizin. Diese stammen aus allen Gesellschaftsschichten. «Wir haben sowohl Manager und Wissenschaftler grosser Firmen, die nach Basel gezogen sind und merken, dass es mit der Familienplanung nicht klappt, als auch Personen aus dem Arbeitermilieu.» Die künstliche Befruchtung nähmen vor allem Frauen ab Mitte 30 in Anspruch – im Durchschnitt sind die Patientinnen 37 Jahre alt.

(daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon Müller am 22.12.2017 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Tragisch wie viele dies als einen eingriff in die Natur sehen, Fortschritt um jeden Preis

  • Peter am 22.12.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ego über Natur

    Wenn Frau und/oder Mann nicht von Natur aus nicht in der Lage sein sollte, eine Kind zu zeugen, so hat dies andere Gründe. Aber auf "Teufel komm raus" eines sich implantieren zu lassen, das geht einfach zu weit. Da steht das eigene Ego über der Natur.

  • Lena am 22.12.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    künstliche Befruchtung

    ich bin gegen diese künstlichen Befruchtungen: erstens muss man nicht gott spielen, zweitens gibt es schon viel zu viele menschen, drittens muss man auch akzeptieren können! Bin froh, dass immerhin die KK nicht zahlt (hoffe es), wennschon sollen sie es selber berappen, ist für mich auch keine krankheit....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 22.12.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ego über Natur

    Wenn Frau und/oder Mann nicht von Natur aus nicht in der Lage sein sollte, eine Kind zu zeugen, so hat dies andere Gründe. Aber auf "Teufel komm raus" eines sich implantieren zu lassen, das geht einfach zu weit. Da steht das eigene Ego über der Natur.

  • Simon Müller am 22.12.2017 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Tragisch wie viele dies als einen eingriff in die Natur sehen, Fortschritt um jeden Preis

  • Naturbursche am 22.12.2017 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nötig

    Wo führt das hin? Wer bezahlt das?

  • Lena am 22.12.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    künstliche Befruchtung

    ich bin gegen diese künstlichen Befruchtungen: erstens muss man nicht gott spielen, zweitens gibt es schon viel zu viele menschen, drittens muss man auch akzeptieren können! Bin froh, dass immerhin die KK nicht zahlt (hoffe es), wennschon sollen sie es selber berappen, ist für mich auch keine krankheit....

  • Dori am 22.12.2017 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder um jeden Preis!

    Sicher ist es traurig wenn man keine Kinder kriegen kann aber wie es heute läuft ist sicher nicht gut! Wissen wir in ein paar Jahren noch von wem die befruchtete Eizelle ist? Inzucht und Behinderungen werden sich häufen aber das ist ja egal, es wird einfach getötet und ein neues gemacht. Wir werden uns aber einmal vor Gott verantworten müssen für unser tun!