Aus Alt wird Neu

26. September 2014 05:56; Akt: 01.10.2014 17:13 Print

Kreative stürzen sich auf «Abfall-Stoffe»

von Valeria Happel - Am 26. September eröffnet der Materialmarkt Offcut im Basler Dreispitz. Die Fundgrube bietet alles, was das Herz von Kreativen begehrt. Zur Eröffnung gibt es ein Konzert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Materialien, die bei Betrieben auf dem Abfallhaufen landen würden, haben für das Offcut-Team einen besonderen Wert: Sie werden Kreativen zur Weiterverarbeitung angeboten. «Mit der Spezialisierung auf Materialien besetzen wir eine Nische auf dem Secondhand-Markt in der Schweiz», sagt Projektleiterin Simone Schelker. Am Freitag öffnet das Materiallager seine Tore. Anlässlich der Eröffnung gibt es in der Lagerhalle ein Konzert.

«Wir sind ein Laden, ein inspirierender Fundus und ein Projektraum, wo kreative Ideen und Know-how ausgetauscht werden», so Schelker. Nicht nur farbig bedruckte Blachen, Metall oder Holzfurniere sind in der übergrossen Fundgrube zu finden – auch allerlei Kunststoffe und Textilien haben Platz im 350 Quadratmeter grossen Lagerraum in der Venedig-Strasse. «Wir brauchen den Umschlagplatz. Wir könnten auch eine Halle füllen, die fünf Mal so gross ist», erklärt Schelker.

«Es ist uns ein Anliegen Kulturprojekte mit unserem kostengünstigen Angebot zu fördern», sagt sie weiter. Das Angebot richtet sich vor allem an Theater, aber auch Studierende und kreative Heimwerker gehören zur Zielgruppe. Besonders gefragt sei dabei das Bühnenmolton.

Das Pilotjahr zeigte grossen Erfolg

Während eines Pilotjahres in der Aktienmühle in Kleinhüningen hat das Offcut-Team zunächst in bescheideneren Räumlichkeiten den Versuch des Nischen-Geschäfts mit den wiederverwertbaren Abfall-Materialien gewagt. Das Konzept kam überaus gut an. «Obwohl wir nur zwei Nachmittage in der Woche geöffnet hatten, haben wir im Pilotjahr 3500 Besucher verzeichnet», so Schelker.

Der neue Standort ist nicht zufällig gewählt. Gleich gegenüber befindet sich der Campus der Künste der Hochschule für Gestaltung und Kunst. «Rund 700 Studierende benötigen Materialien für ihre Kunstprojekte», so Schelker. Lediglich für die Laufkundschaft sei es nun ein weiterer Weg. Dennoch: Schelker ist überzeugt, den idealen Standort gefunden zu haben – mitten im Gewerbegebiet seien sie direkt an der Quelle der gesuchten Stücke.

Die Materialien gibt es für die Hälfte des Neupreises. Die Tarife seien aber auch verhandelbar. Im Fokus des Konzeptes steht die Nachhaltigkeit und die Förderung der Kreativität. Aus dem Material-Abfall entstehen laut Schelker später die aussergewöhnlichsten Designgegenstände.

Unterstützt wird das siebenköpfige Team durch diverse Stiftungen. «Ausserdem sind wir als Verein organisiert», so Schelker. Im Rahmen von Offcut-Club-Veranstaltungsreihen werden Informationsabende über Materialien angeboten und Vereinsmitglieder beworben.