Reaktion auf Shitstorm

17. April 2018 17:58; Akt: 17.04.2018 18:15 Print

FC Basel will «künftig sensibler vorgehen»

Werbung mit Influencern hat dem FCB einen Shitstorm unter den eigenen Fans beschert. Nun reagiert der Verein und geht nochmal über die Bücher.

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Die heftigen Reaktionen der Fans rund um die neue Marketing-Kampange mit Influencern sind beim FC Basel angekommen. «Im Moment werden zu dem Thema Entscheidungsfindungsprozesse hinterfragt und analysiert», sagt FCB-Sprecherin Andrea Roth auf Anfrage von 20 Minuten. Künftig wolle man sensibler vorgehen.

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Die Idee hinter der Aktion sei gewesen, «gewisse Kampagnen rund um den Verein künftig mit neuen Kommunikationsmitteln zu begleiten», so Roth. Erstmals habe man dabei auf Personen gesetzt, die einen Event in ihren Communitys in den Medien unabhängig vom FCB promoten könnten.

Fans reagieren heftig

Die Marketing-Kampagne, in der laut der «bz Basel» Internet-Promis wie Bachelorette Adela Smajic Werbung für die Vereinsmitgliedschaft machen, hat einen Shitstorm unter den Fans ausgelöst: «Kunden gewinnen, Fans verlieren. Euer Marketing ist zum Kotzen», sprayten Unbekannte in der Nacht auf Sonntag an die FCB-Geschäftsstelle, berichtet die Zeitung.

Mit einer Transparent-Aktion im Stadion machten auch Fans beim Spiel am Sonntag ihrem Frust Luft. «Ihr händ e Knall und mir sehn schwarz!» und «E Spiel mit Legände und so beschämendi Mittel verwände» war in der Muttenzerkurve zu lesen.

«Mitgliedschaft sollte eine Herzensangelegenheit sein»

Auch im Fan-Forum des FC Basel ist momentan so einiges los. User «Blood Magic» ist sich sicher, dass nicht ein einziger Fan eine Mitgliedschaft beantragen wird, weil ein «Schminktipp-Influencer Werbung macht». Und «Chrisixx» kritisiert die geringe Follower-Anzahl der Instagram-Werbeträger: «Anscheinend kann jeder Depp für den FCB Werbung machen», schreibt er im Netz.

Und so wiederholen sich die Kommentare der Fans. Äussern sich viele Anhänger auch auf vulgäre Art und Weise, appelliert «JackR» ganz emotional an potenzielle Neumitglieder, dass die «Mitgliedschaft eine Herzensangelegenheit sein sollte». Weiter schreibt er, dass die Influencer wohl kaum aus «Liebe zum FCB» Mitglied werden.

Influencer können sich Anfrage vom FCB nicht erklären

Neben der neuen Bachelorette machen auch die Thurgauerin Nathalie Céline, die sonst mit Styling-Tipps auf Online-Plattformen unterwegs ist sowie der ehemalige Mister-Schweiz-Kandidat Davide Garutti Werbung für den FCB.

Die Influencerin aus dem Thurgau reiste dafür extra an und umrundete auf Wunsch ihrer Fans den «heiligen Rasen» des Joggeli zu Fuss. Davide Garutti sei für die Werbeaktion hingegen nicht einmal in Basel gewesen, wirbt jedoch mit einem Bild auf Instagram für die Mitgliedschaft beim FCB.

Verwundert zeigen sich die Gamer «Super Swiss Bros.» aus Zürich über die Einladung des Clubs zu einer exklusiven Stadionführung. «Ich weiss nicht, wie wir das verdient haben. Irgendeinen Grund hat man gefunden, dass wir hier eine Stadionführung bekommen», so die Äusserung im Youtube-Video. Dass sich hinter der Einladung eine Marketing-Aktion verbirgt ist unverkennbar.

(lb/sis)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eric Cantona am 17.04.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Aadie Fussball

    Der Fussball ist mir fremd geworden. Massenunterhaltung gestaltet von Marketingabteilungen, gespielt von Jungmillionären mit lustigen Frisuren und eigenem Tätowierer. Ich bin dann mal weg.

    einklappen einklappen
  • e bebbi am 17.04.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    bitter bitter bitter

    wieso? hätte nicht geglaubt dass wir beim fcb so weit sinken....

  • Bruder Motzi am 17.04.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wohl derjenigen Person, die keine

    eigene Meinung hat. Die "Beeinflusser" (welch grässliches Wort) lassen grüssen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf V am 19.04.2018 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Oery soll den Club zurück kaufen,und den Vorstand zum Teufel jagen.

  • Nancy am 19.04.2018 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    FCB die eine Seite...

    ... die andere Seite zeigt auch, dass " Influencer" für jeden Hafechääs zu haben sind solange es Geld gibt - ob sie dahinter stehen können oder nicht. ( traue zu behaupten, dass die Werbung nicht gratis war).

  • DM am 18.04.2018 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Und wieder einmal ist eine "Firma" eingeknickt wegen einem Shitstorm. Traurig. Bedenklich wie viel macht die nörgeler und motzer im Zeitalter des Internet haben.

  • Paddy Müller am 18.04.2018 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche "Fan"

    Diese sogenannten Fans sollen sich doch Spiele der U21 oder von Congeli ansehen. Ohne Mitglied zu sein, haben die haben kein Recht, sich in Entscheide des Clubs einzumischen. Bald verlangen die noch, über neue Spieler abstimmen zu dürfen.

  • Schnauze voll am 18.04.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wer will schon Fussballfans?!?

    Offenbar kommen die Fussballfans nicht damit klar, dass jemand zwei Clubs gut findet. Da drehen sie durch, malen Transparente, zünden Pyros und schlagen sich die Köpfe blutig. Ja, nein, macht natürlich Sinn.