Tramunfall in Muttenz BL

19. Oktober 2017 16:27; Akt: 19.10.2017 16:54 Print

LKW-Chauffeur fuhr auf Abbiegespur geradeaus

Das am Mittwoch bei einer Kollision schwer beschädigte Tram der Linie 14 ist mittlerweile abtransportiert worden. Seit 15.30 Uhr rollen wieder Trams durch Muttenz.

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Die Baselbieter Polizei hat am Mittwoch weitere Details zum schweren Unfall bekannt gegeben.

Bevor der LKW mit dem Tram kollidierte, war es an der Rennbahnkreuzung gegen 14.50 Uhr zu einem ersten Unfall zwischen einem Taxifahrer und einer Rollerfahrerin gekommen. An der Ampel bemerkte der 69-jährige Taxichauffeur nicht, dass die 25-jährige Rollerfahrerin vor ihm bremste, und fuhr auf das Heck des Rollers auf. Die Frau musste ins Spital eingeliefert werden.

Auf Abbiegespur geradeaus

Während der Unfallaufnahme durch die Baselbieter Polizei kam es schliesslich zur zweiten, folgenschweren Kollision: Bei der Lichtsignalanlage an der Kreuzung spurte der LKW auf der Birsfelderstrasse hinter einem Personenwagen auf die linksabbiegende Spur ein. Doch anstatt abzubiegen fuhr er geradeaus in Richtung Margelackerstrasse. Dabei übersah er das von Muttenz Dorf kommende 14er-Tram und rammte dieses seitlich-frontal.

Ob es einen kausaulen Zusammenhang zwischen den beiden Unfällen gibt, ist laut Polizeisprecher Adrian Gaugler noch unklar: «Ob der LKW-Fahrer vielleicht vom ersten Unfall abgelenkt war, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.» Laut Gaugler befinden sich momentan noch drei von 16 Personen im Spital. Die restlichen Verletzten konnten wieder nach Hause zurückkehren.

Linie wieder befahrbar

Die Wucht des Aufpralls des Sattelschleppers hatte die Tramfront aus dem Schienen gehoben. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für Trams betrage auf diesem Streckenabschnitt 50 km/h. Entsprechend heftig war die Kollision. Die Schadenhöhe ist laut BVB-Sprecher Benjamin Schmid sehr hoch, aber noch nicht beziffert.

Nachdem zunächst unklar war, ob das demolierte Tram zerlegt und auf der Strasse abtransportiert werden muss, machten es Spezialisten in der Nacht für den Schienenweg transportfähig und stellten es auf die Gleise. Ein Lastwagen half dann, das Fahrzeug ein paar Meter von der Kreuzung wegzuschieben.

Die Strecke ist laut Schmid ab sofort wieder befahrbar. Noch rollen die Trams aber nicht nach Fahrplan.

(jd/ rob/sda)