Basel

06. Juni 2018 17:22; Akt: 06.06.2018 17:22 Print

Polizeieinsatz wegen inszenierter Besetzung

Aktivisten prangern den Leerstand dreier Häuser an der Hardstrasse in Basel als wohnpolitischen Skandal an und vermeldeten deren Besetzung. Drinnen war aber niemand.

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Drei Liegenschaften an der Hardstrasse 112 bis 116 wurden am Mittwoch wahrscheinlich nur scheinbar besetzt. Dies war einem entsprechenden Aushang einer Interessengemeinschaft Bedingungsloses Wohnen zu entnehmen. «Die Häuser stehen seit 17 Jahren leer», hiess es in dem Schreiben. «Die Geschichte dieser Liegenschaften ist bezeichnend für die Basler Stadtpolitik und erklärt, wieso wir hier in Form der Hausbesetzung politisch aktiv werden», so die IGBW weiter.

Es ist allerdings höchst zweifelhaft, ob das Haus tatsächlich besetzt wurde. Schon am Vormittag waren bei einem Augenschein vor Ort keine Besetzer zu sehen. Die Kantonspolizei begleitete Vertreter der Eigentümer am Nachmittag in die Liegenschaft 112 und «fanden ein leeres Haus vor», wie Polizeisprecher Toprak Yerguz auf Anfrage erklärte. Nicht nur das: «Bei der Liegenschaft 116 gab es keine Spuren, die auf ein Eindringen hindeuteten.» Die Tageswoche berichtete in diesem Zusammenhang von einer «Phantombesetzung».

Zweite Besetzung innert zwei Jahren

Tatsächlich besetzt wurden die Häuser an der Hardstrasse iM August 2016 von einer Gruppierung namens Familie Falke. Die Besetzer wurden nach nur einem Tag vertrieben (20 Minuten berichtete). Die Liegenschaften seien damals unter grossem Zuspruch aus dem Quartier besetzt worden, so die IGBW.

Die Hauseigentümerin, die Spaini Bau AG, liess die Häuser leerstehen, was im Hinblick auf die grosse Wohnungsnot in Basel nicht akzeptiert werden könne. Eine erneute Räumung ohne gültige Abrissbewilligung oder Neunutzungsbestimmung sei keine Option, so die Mitteilung weiter.

Quartier ärgert sich über Leerstand

Dem neutralen Quartierverein St. Alban-Gellert ist der Zustand der besetzten Eckliegenschaft seit Jahren ein Dorn im Auge. Der Verein wurde deswegen schon wiederholt beim Besitzer vorstellig. Ein Artikel zur Liegenschaft im «Quartierkurier» des NQV St. Alban-Gellert im Jahr 2013 trug sinnigerweise den Titel «Occupez-moi!».

(lb/lha)