Jugendschutz

12. Februar 2018 17:19; Akt: 12.02.2018 17:28 Print

So beendet man Alkohol-Exzesse an der Fasnacht

Wer den Jugendschutz an der Liestaler Fasnacht missachtet, dem droht der Entzug der Ausschank-Bewilligung. Vor zwei Jahren hielt sich an der Liestaler Fasnacht noch niemand daran.

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Alkohol und Fasnacht, das gehört zusammen. Eine Mischung, die nicht selten unerwünschte Folgen zeitigt. «Besonders Jugendliche reagieren auf Alkohol sehr stark», heisst es in einer Mitteilung der Stadt Liestal. An der Fasnacht hatte die Baselbieter Kantonshauptstadt schon wiederholt Probleme mit Gewaltexzessen im Zusammenhang mit Alkoholexzessen Jugendlicher.

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Vor zwei Jahren zog man die Reissleine und schickte erstmals jugendliche Testkäufer auf die Piste. Das Ergebnis war ernüchternd: «Niemand hielt den Jugendschutz ein», erzählt der stellvertretende Stadtverwalter René Frei. «Füürwägeli» gab es auch für Minderjährige und Bier sowieso. Letztes Jahr war die Bilanz bedeutend besser: 70 Prozent der Fasnachtsbeizen kontrollierten das Alter der jungen Konsumenten.

Wer nicht kontrolliert, verliert Bewilligung

Dieses Jahr gilt es für die verbleibenden schwarzen Schafe ernst. Denn bis jetzt wurde präventiv informiert und im schlimmsten Fall schriftlich abgemahnt. «Wenn Wiederholungstäter dieses Jahr erneut dem gesetzlich vorgesehenen Jugendschutz keine Beachtung schenken, werden sie keine Bewilligung mehr erhalten», sagt Frei. Die Massnahme dürfte ihre Wirkung nicht verfehlen. Der Liestaler Fasnachtsumzug und der anschliessende Chienbäse am Sonntagabend ziehen zehntausende Schaulustige ins Stedtli. Dieses Geschäft will sich niemand entgehen lassen.

Die Kontrollen machen die Fasnacht auch sicherer. Nicht nur verhindern sie Trinkexzesse bei Minderjährigen, auch habe es schon letztes Jahr signifikant weniger Schlägereien gegeben, wie die Stadt in ihrer Mitteilung vom Montag festhielt.

Traditionsclique hat Schnauze voll

Die Saufgelage stören zunehmend auch die aktiven Fasnächtler. Die traditionsreiche Liestaler Rotstab-Clique will heuer nach 88 Jahren zum letzten Mal an der Liestaler Strassenfasnacht teilnehmen. Der Grund: Die Fasnacht bewege sich zunehmend weg von der Tradition hin zu einem Party-Event. Pfeiffer und Trommler fühlten sich zunehmend als Störfaktor, liess die Clique verlauten.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kimney am 12.02.2018 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Jugendliche

    Auch gewissen Älteren sollte man keinen Alkohol mehr ausschenken, wenn sie offensichtlich besoffen und aggressiv sind. Das Gesetz sähe das jedenfalls so vor....

  • xxlbmw am 12.02.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Fasnacht hat tradition alkohol aber gehört nicht dazu, für viele ist das nur noch party und trinken bis zum umfallen

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  • Appeeri am 12.02.2018 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Guggenmusik auch bald verboten

    Seid doch froh das der Alkohol noch im Mittelpunkt steht. Sobald dieser verbannt wurde werden bestimmt Schallmessungen folgen. Da jede Guggenmusik den vorgeschriebenen Schallgrenzwert massiv überschreitet werden diese bestimmt bald verboten. In ein paar Jahren werden wir noch zuhause Sitzen und Däumchen drehen da alles andere Verboten ist. Dann sind zwar alle unglücklich aber dafür werden diese Frustrierten 100 Jahre alt. Schöne neue überbevölkerte Welt (Kofpschüttel). Lasst doch die Menschen Spass haben und dafür etwas früher sterben. Damit wäre allen geholfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Bull am 13.02.2018 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich gut, aber...

    Die kontrollen an der fasnacht fände ich gut, aber jeder jugendliche kennt einen der 16 oder 18 ist und ihm den alk am stand odr in der beiz organisiert. Ist in dem gedränge vom beizer unmöglich zu verhindern.

  • xxlbmw am 12.02.2018 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Kann der eidgenosse ohne alk diese musik nicht ertragen oder sogar seine eidgenossen mitmenschen?

  • Eichelhörnli am 12.02.2018 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts

    Ohne Alkohol hält man es an der Fasnacht ja auch nicht aus. Kein Wunder also...

  • xxlbmw am 12.02.2018 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Fasnacht hat tradition alkohol aber gehört nicht dazu, für viele ist das nur noch party und trinken bis zum umfallen

    • Hmmm am 12.02.2018 19:26 Report Diesen Beitrag melden

      Aber jedesmal

      Wenn man Alkohol kritisiert, kommt von den Befürwortern, Alkohol ist Tradition und darum vollkommen legitim.

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  • Larkman am 12.02.2018 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Und Tschüss...

    doofer Brauch und ewiggestrige Traditionen. Wir sind in einer neuen Zeit angekommen und das ist gut so. Mit dem Jahr 2000 resp. der Generationen die von dort an erwachesen wurden hat sich dieses Bewusstsein zum Glück eingestellt. Traditionen sind nicht mehr nötig, sondern rein was aktuell ist und wie damit die Zukunft gestaltet werden kann ist wichtig. Die Vergangenheit ist eine Sammlung von gelernten Lektionen die nun umgesetzt werden. Tradi(diot)tionen jedoch sind eine Glorifizierung und ein krankhaftes Festhalten an der Vergangenheit. wie gut das funktioniert sieht man ja anderswo...

    • Tom am 12.02.2018 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Larkman

      überlassen sie doch jedem selber ob und welche tradition er ausüben möchte. dazu ist hier zum glück jeder frei und es muss auch nicht jeder verstehen oder mies machen.

    • Tobi am 12.02.2018 18:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Larkman

      Egoist! Wieso kann man den Leuten die Spass daran haben, diesen Spass nicht einfach lassen? "Wie gut das funktioniert sieht man ja anderswo"? Womit vergleichen Sie eben die Fasnacht? Das würde mich ernsthaft interessieren!

    • Larkman am 12.02.2018 18:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Tobi, Tom

      Es geht nicht um die Fastnacht spezifisch, sondern um all die Ewiggestrigen Bräuche und Traditionen die dem Fortschritt im Weg stehen. Keine Weihnachts- oder Osterfeiertage wären tausende neuer Jobs. Wie viel kostet der Zirkus den Staat jedes Jahr? Genug für 100 000 Prämienverbilligungen oder noch mehr neue Jobs. Noch viel schlimmer ist dass damit die "Früher war so toll" Mentalität legitimiert wird. Tobi; Was passiert denn gerade in dem Teil der Welt die ihre Gesetze und Moral aufgrund eines 800 Jahre alten Buches machen? Das Kastensystem in Indien, korrupte Oligarchen in Osteuropa?

    • Tom am 12.02.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Larkman

      Sie können sich noch so oft wiederholen, ob und welche(alle nicht nur fasnacht) tradition man auslebt entscheidet jeder selbst und das ist auch gut so. machen sie was sie wollen ist ihr gutes recht, wie es auch meins ist fasnacht oder auch weinachten zu feiern.

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