Neue Schwimmhalle

14. September 2017 15:25; Akt: 14.09.2017 16:16 Print

Nach 60 Jahren hat Basel ein Indoor-Olympiabecken

In zwei Wochen öffnet die Eglisee-Schwimmhalle. Damit haben Schwimmer erstmals auch im Winter ein Wettkampfbecken zum Trainieren.

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«Es ist ein historisches Ereignis für die Schwimm- und Sportstadt Basel.» Mit diesen Worten kommentierte der Basler Erziehungs- und Sportdirektor Conradin Cramer am Donnerstag die bevorstehende Inbetriebnahme der Winter-Schwimmhalle im Eglisee. Ganz ohne Ironie. Die Basler Schwimmer, allen voran der 600 Mitglieder starke SV Basel, warten nämlich schon seit bald 60 Jahren auf ein gedecktes Olympiabecken.

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Die Inbetriebnahme der Traglufthalle über dem Sportbecken des Eglisee-Schwimmbads verzögert sich nun aber noch um rund zwei Wochen. Eigentlich hätte der Schwimmverein beider Basel am kommenden Montag den Trainingsbetrieb aufnehmen sollen.

Fluchtwege und energetische Auflagen

Die Feuerpolizei machte nun aber einen Strich durch die Rechnung. Die Fluchtwege genügen den Vorschriften noch nicht. Die Verantwortlichen des Kantons gehen aber davon aus, dass dieses Problem innert zwei Wochen aus der Welt geschafft ist. Bis dahin trainieren die Schwimmer noch im Freibad St. Jakob, dessen beheiztes Sportbecken nun länger offen hat.

Für die Traglufthalle investierte der Kanton rund vier Millionen Franken. Der Kredit werde wohl unterschritten, hiess es am Donnerstag. Die Montage und nötigen Vorarbeiten am Fundament mussten in kürzester Zeit im Sommerhalbjahr erledigt werden. «Wir wussten bis zuletzt nicht, ob wir die Risiken im Griff haben», so der stellvertretende Leiter des Hochbauamts Thomas Fries. Die Traglufthalle konnte auch nur realisiert werden, weil sie durch die Abwärme der danebenliegenden Kunsteisbahn geheizt wird. Sonst hätten die kantonalen Energie-Standards für Bauten nicht eingehalten werden können.

Schwimmer seit 60 Jahren am Kämpfen

Für die Schwimmer endet nun eine jahrzehntelange Leidenszeit. In Basel konnten sie bislang nur in der kleinen Schwimmhalle St. Jakob und im Rialto in 25-Meter-Becken trainieren. «Alle Wettkämpfe werden aber in 50-Meter-Becken ausgetragen. Darum ist es wichtig, auch unter diesen Bedingungen trainieren zu können», erklärt Roger Birrer, Präsident des SV Basel.

Sein Verein kämpft schon seit bald 60 Jahren für ein überdachtes Olympiabecken in Basel. Alle Anstrengungen waren jahrzehntelang umsonst. Parlamentarische Vorstösse versandeten. Petitionen ebenso, bis 2008 der vermeintliche Durchbruch gelang. Das Sportbecken des Schwimmbad St. Jakob sollte überdacht werden. «Ich dachte, das sei eine reine Formsache», erinnert sich Sportamtsleiter Peter Howald. Die technischen Probleme waren aber unüberwindbar.

Zwei Bahnen für die Öffentlichkeit

Eine darauf folgende Machbarkeitsstudie kam ebenfalls nur zu negativen Schlüssen. «Das war der Tiefpunkt», so Howald. Der SV und das Sportamt gaben aber nicht auf und als die Pläne für die Erneuerung des Gartenbads und der Kunsteisbahn Eglisee reiften, war plötzlich eine neue Lösung auf dem Tisch. Daran sei der SV massgeblich beteiligt gewesen. «Es brauchte seine Zeit, dafür sind wir jetzt umso glücklicher», meint Roger Birrer.

Der Schwimmverein ist denn auch für den Betrieb der Schwimmhalle verantwortlich. Diese steht mit dem Beginn der Kunsteisbahn-Saison am 28. Oktober auch der Bevölkerung zur Verfügung. Zwei der sechs Bahnen sind jeweils offen.


Der Aufbau der Schwimmhalle im Zeitraffer. (Video: SV Basel)

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 14.09.2017 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    verstehe nicht...

    ...weshalb man in basel für einen 50m langen aushub und ein paar liter wasser so lange braucht. oder ist das vielleicht weil sich kaum einer für schwimmsport interessiert aber alle für fussball und die sponsoren wie gigi oeri & co. lieber unzählige millionen in solche vereine buttert anstatt ein paar wenige millionen für so etwas spendet...

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  • Butch am 14.09.2017 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    So können die trainieren und andere Schwimmbäder werden entlastet. 50 m Bahnen sind auch für normale Schwimmer sehr angenehm. Na dann: Viel Erfolg.

  • Schwimmer am 15.09.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwimmbad im Stücki

    Immer noch viel zu wenig .Ich hätte eine Idee im Stücki statt Kinos zu bauen ein neues Schwimmbad.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yverdonnois am 21.09.2017 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skaterparks gibts überall aber keine 50m Becken

    Naja immerhin. In der Olympia Hauptstadt Lausanne hat es noch kein Olympia Becken. Das dauert noch ein paar Jahre. Im Heidelberger Olympiastützpunkt gibt es Indoor 25mx50m Becken. Davon kann man in der Schweiz nur träumen

  • Eingeborener am 17.09.2017 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Basel, ein Flickwerk

    Und wieder eine Notlösung. Dafür hat es jetzt nur eine Eisbahn und diejenigen die Hockey spielen wollen?

    • Dani Thommen am 23.09.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Kältetechniker

      Stimmt nicht. Es wird zwei Eisfelder geben. Ein festes kleines Eisfeld und ein Eishockey Feld über dem anderen Schwimmbecken. Nächste Woche wird die Eisfläche aufgebaut.

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  • Schwimmer am 15.09.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwimmbad im Stücki

    Immer noch viel zu wenig .Ich hätte eine Idee im Stücki statt Kinos zu bauen ein neues Schwimmbad.

  • Abbas Schumacher am 15.09.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das die Lösung?

    In Basel hat es einige Schwimmvereine. Nur schon der Schwimmverein Basel hat zurzeit über 500 Mitglieder, wovon 160 lizenziert sind. Da kommen also nochmals 500 Schwimmer dazu. Es fehlt nach wie vor eine Schwimmhalle mit einem 50 Meterbecken wo alle anständig trainieren können. Man muss je die verschiedenen Vereine einteilen können. Kommt mir vor, wie wenn unsere BS Politiker alles Nichtschwimmer sind, aber fähig, eine lange Zeit über eine 1 Million der BVB zu diskutieren? Schwimmen ist eine gesunde Sportart, die mehr gefördert werden müsste.

    • Mina am 15.09.2017 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Abbas Schumacher

      In diesen basler Schwimmvereinen sind sehr viele aus dem Kanton Basel-Land. Wie wäre es, wenn die mal Geld locker machen, Platz hätten sie auch mehr.

    • Walter K. am 16.09.2017 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Abbas Schumacher

      Wenn Menschen schwimmen müssten , hätten wir Kiemen und Schwimmhäute. Schwimmen ist Luxus und deshalb nichts was der Steuerzahler finanzieren muss.

    • patty am 16.09.2017 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter K.

      Braucht der mensch ein feuerwerk? Schwimmen ist wenigstens noch für die gesundheit gut! Ich dänke mal das man noch für vieles zahlt wo nicht nötig oder sinvoll ist. Eine schwimmhalle finde ich aber etwas posetives und eine gute Investition!!

    • TomTomTom am 16.09.2017 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Abbas Schumacher

      Fussball ist ja für die allermeisten nur ein Passivsport. Davon lässt beim Match die Hälfte der Zuschauer mit Alkohol vollaufen. -> Das ist kein Sport! -> Das unterstützt keine Gesundheit der Allgemeinheit. Ich verlange, dass Einrichtungen, die zeitlich nicht zu 90 % der Allgemeinheit zugänglich sind NIE UND NIMMER mit öffentlichen Geldern unterstützt oder sogar gebaut werden dürfen. Frag mal beim FC an, ob du das Feld für ein privat organisiertes Spiel buchen dartst! Toll, dass in BS nun endlich was für eine gesunde und NICHT-KORRUPTE echte Sportart gatan wurde.

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  • Butch am 14.09.2017 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    So können die trainieren und andere Schwimmbäder werden entlastet. 50 m Bahnen sind auch für normale Schwimmer sehr angenehm. Na dann: Viel Erfolg.