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19. August 2012 16:50; Akt: 19.08.2012 17:05 Print

Pädophiler Chauffeur soll sich outen

von Andrea Heeb Perrig - Der pädophile Buschauffeur darf weiterhin behinderte Kinder transportieren. Der Fall schlägt in der Region Basel Wellen.

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«Ich appelliere an den verurteilten Mann, dass er sich selbst outet», sagt Roger Ziegler, Präsident von Insieme Baselland. Solange nicht öffentlich bekannt sei, für welche Firma der Pädophile behinderte Kinder transportiere, werfe der Fall ein schlechtes Bild auf alle Behindertentransporte der Region. «Zudem sind jetzt viele Eltern beunruhigt und diese Ängste muss man ernst nehmen», so Ziegler. Am Donnerstag wurde der 42-jährige Sandro F.* wegen sexueller Handlungen mit einer Sechsjährigen zu einer bedingten Strafe verurteilt. Sein Arbeitgeber weiss nichts vom Urteil (in 20 Minuten). Regula Meschberger, Präsidentin des Schulrates der Gehörlosen- und Sprachheilschule Riehen: «In solch einem Fall müssen die Behörden, respektive der betroffene Schulrat unbedingt informiert werden.» Und Pia Fankhauser, Präsidentin von Procap Nordwestschweiz meint, es sei ethisch nicht vertretbar, dass ein verurteilter Pädophiler behinderte Kinder transportiere.

Doch das Strafgericht hat keine rechtliche Grundlage, dem Arbeitgeber die Verurteilung des Mannes mitzuteilen. «Laut geltendem Recht ist eine Mitteilung des Strafentscheids an Private nicht zulässig», sagte Richter Luzius Hagemann gegenüber der Basler Zeitung.

*Name geändert