Oberelsass (F)

06. April 2017 18:53; Akt: 06.04.2017 23:30 Print

Pannen-AKW bei Basel soll länger Strom liefern

Der französische Stromkonzern EDF stellt vorerst keinen Antrag auf eine Stilllegung des AKW Fessenheim. Umweltpolitiker sind entrüstet.

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Hin und Her: Das umstrittene Kernkraftwerg im Elsass soll doch nicht so schnell vom Netz wie geplant. (Archiv) (Bild: Keystone/Winfried Rothermel)

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Neue Wendung im Streit um das AKW Fessenheim, das als pannenanfällig gilt: Der Stromkonzern EDF schiebt einen Antrag auf eine Stilllegung von Frankreichs ältestem Atomreaktor auf. Der Verwaltungsrat des Staatskonzerns machte am Donnerstag zwar grundsätzlich den Weg für einen solchen Antrag frei, wie es aus übereinstimmenden Quellen hiess. Dies dürfte aber frühestens im kommenden Jahr geschehen.

Der EDF-Verwaltungsrat beschloss am Donnerstag, dass der Antrag «in den sechs Monaten» vor der Inbetriebnahme eines neuen Atomreaktors im nordfranzösischen Flamanville eingereicht werden müsse. Nach jahrelangen Verzögerungen soll der Reaktor in Flamanville nach jetzigem Stand aber erst 2019 ans Netz gehen.

Das Versprechen von Hollande

Der Antrag von EDF ist eine Voraussetzung dafür, dass die französische Regierung ein Dekret zur Stilllegung des 40 Jahre alten Atomkraftwerks in Fessenheim an der Grenze zu Deutschland und in der Region Basel veröffentlichen kann. Die Entscheidung des EDF-Verwaltungsrats vom Donnerstag bedeutet, dass die jetzige Regierung dies nicht mehr wird tun können: Am 23. April und 7. Mai wird ein neuer Präsident gewählt, im Juni dann eine neue Nationalversammlung.

Staatschef François Hollande hatte ursprünglich versprochen, das nahe der Grenze zu Deutschland gelegene Atomkraftwerk schon Ende 2016 vom Netz zu nehmen.

Empörung in Berlin

Die Grünen-Sprecherin für Atompolitik im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, sprach nach der Entscheidung des EDF-Verwaltungsrats von einem «Affront». «Offensichtlich ist die französische Atomlobby mächtiger als die Regierung selbst.»

Die französische Regierung hatte darauf gedrungen, dass der Verwaltungsrat des Staatskonzerns am Donnerstag schon bald einen Antrag auf eine Stilllegung von Fessenheim stellt. Umweltministerin Ségolène Royal sprach am Donnerstag trotzdem von einer «guten Entscheidung», die «unumkehrbar» sei.

Nicht nur Grüne gegen das Werk

Nicht nur Atomkraftgegner in Frankreich, Deutschland und der Schweiz fordern seit langem eine Schliessung von Fessenheim. Auch die Bundesregierung hat wiederholt auf eine Abschaltung der beiden Reaktoren gedrungen.

In dem elsässischen Atomkraftwerk, das 30 Kilometer südwestlich von Freiburg im Breisgau liegt, kommt es immer wieder zu Pannen und Zwischenfällen. Kritiker verweisen zudem auf das Erdbebenrisiko in der Region und die Gefahr einer Überschwemmung bei einem Bruch des Dammes, der das AKW vom Rheinkanal trennt. Die beiden 900-Megawatt-Reaktoren in Fessenheim wurden 1977 in Betrieb genommen und sind damit die ältesten des Landes.

(fal/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bebby am 06.04.2017 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Worte ohne Taten

    und wieder ein Politiker der nur leere Versprechen machte

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  • A.W. am 06.04.2017 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logische Konsequenz

    Na klar wenn wir unsere AKW abstellen, dann lassen die Franzosen ihre länger laufen damit sie uns dann Strom verkaufen können.

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  • Markus Mathys am 06.04.2017 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fixkosten sind zu gross Areva ist Pleite

    Ist ja logisch der A-Reaktor Betreiber ist Pleite und da gilt wie für die CH - Reaktoren ; jeder Tag kostet fixes Geld und jeden Cent der noch erwirtschaftet werden kann wird mitgenommen. Aus diesem Grund versucht man ja den stehenden Reaktor in Beznau wieder hochzufahren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hugo Meyer am 07.04.2017 01:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir Brauchen keine Länder die uns sagen was wir tu

    Kurzgefasst dies ist schon eine aussage um die Bilateralen zu Künden. Und wie früher wieder ein Volk von Schweizern sein wir haben alles was wir Brauchen.

  • Markus R. am 06.04.2017 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Französische Präsidenten versprechen viel

    wenn der Tag lang ist. Wieso macht man eigentlich so ein Theater um die französischen Wahlen. Es wird sowieso wieder eine Flasche gewählt, die wie der jetzige ein grosses Maul hat und nichts dahinter.

  • Herr Vorragend am 06.04.2017 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Aber wir haben doch Jodtabletten erhalten, dann ist es nicht so schlimm wenn etwas passiert.

    • Markus R. am 06.04.2017 22:31 Report Diesen Beitrag melden

      Die Jodtabletten reichen vielleicht für

      eine Woche, aber wenn dann die ganze Gegend radioaktiv verseucht ist, dann helfen diese Jodtabletten rein gar nichts mehr. Spielt das nun eine Rolle ob nun uns Fessenheim um die Ohren fliegt oder Leibstadt oder eventuell Beznau.

    • blume am 06.04.2017 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      schöne worte

      ja jodtabletten wirken hervorragend ;-)....so lange nichts passiert

    • MGt am 07.04.2017 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus R.

      Spielt keine Rolle, wie lange die Jodtabletten ausreichen, die bringen im Ernstfall herzhaft wenig. Aber Hauptsache die Schweizer machen sich über die eigenen AKWs sorgen, auch wenn sie tadellos ihren Dienst verrichten. Drauf geschissen, dass direkt neben der Grenze dieser dauerdefekte Schrotthaufen vor sich hin gammelt...

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  • lui votui am 06.04.2017 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    steinzeitreaktor

    ja und wir haben den ältesten reaktor der welt. nur mal so zum mitdenken

  • Guschti B. am 06.04.2017 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Technik wird bleiben

    Man geht davon aus und hofft, dass nie etwas passieren wird. Ansonsten werden die Geigerzähler cooler und begehrter als das neue Samsung S8 oder IPad.

    • Martial2 am 06.04.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Guschti B.

      Guter Witz, wenn's explodiert, dann halt, lassen wir's explodieren!

    • Sepp Furrer am 06.04.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      Waren Sie schon da?

      Nun, ich war in Fessenheim, von oben bis unten durchmarschiert. Ich hätte da vor jeder Nudelfabrik mehr Bedenken...$ Geschweige den, vor Handy benützenden Autofahrern...

    • Basilisk am 07.04.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Dann strahlen wir um die Wette ;-) Und sind die Strahlen erstmal hier wird auch ein Engelein aus dir.

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