Basel

20. März 2018 18:19; Akt: 20.03.2018 20:45 Print

Politiker, ledig, will Liebesschlösser knacken

An den Gitterstäben des Käppelijochs mitten in Basel reiht sich ein Liebesschloss ans andere. SVP-Grossrat Beat K. Schaller ist das ein Dorn im Auge.

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Dicht gedrängt hängen die Liebesschlösser an den Gitterstäben des Käppelijochs auf der Mittleren Brücke hoch über dem Basler Rhein. Dutzende Liebespaare haben sich hier ewige Treue geschworen, das Schloss befestigt und den Schlüssel danach in den Fluss geworfen.

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Diesem neuzeitlichen Ritual kann der Basler SVP-Grossrat Beat K. Schaller nichts abgewinnen, wie die «Basler Zeitung» berichtet. Der ledige Lokalpolitiker stört sich daran, dass ein Wahrzeichen Basels «verunstaltet» werde und man sein Inneres gar nicht mehr einsehen könne. Das Käppelijoch diente im Mittelalter als Richtstätte, wie die Baz schreibt. Von hier aus wurden Verurteilte in den Rhein hinuntergelassen und ertränkt.

«Der Ärger ist gross»

«In meinem Umfeld wurde ich immer wieder auf die unschöne Situation beim Käppelijoch angesprochen», sagt Schaller. «Der Ärger ist gross. Ich kenne wirklich niemanden, dem der jetzige Anblick gefällt.» In einem Vorstoss fordert er deshalb von der Regierung, die kleine Kapelle wieder «in alter Schönheit» erstrahlen zu lassen. Die Schlösser gehörten weg.

Bei den Basler Behörden sah man bislang keinen Grund zum Handeln. 2014 hiess es bei der Denkmalpflege, die Erhaltung des Bauwerks sei durch die Schlösser nicht gefährdet. Denkmalschützer Daniel Schneller konnte dem neuen Brauch sogar etwas Positives abgewinnen: «Er zeigt, dass sich auch die junge Generation mit dem Bauwerk stark identifiziert – und das ist wichtig, denn dann werden die Bauten auch erhalten.»

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