Littering-Geständnisse

11. Dezember 2012 23:56; Akt: 12.12.2012 01:38 Print

Polizei-Umfrage wird für Junge zur Facebook-Falle

von Samuel Hufschmid - Die Basler Polizei befragt Jugendliche auf Facebook über Littering. Was übersehen wurde: Die Antworten sind öffentlich.

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Littering: Die Polizei führte auf Facebook eine Umfrage bei Jugendlichen durch. (Bild: Keystone)

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«Ja, ich habe schon Abfall liegen gelassen: Zigaretten, Kaugummis und Verpackungen» steht im öffentlichen Facebook-Profil von Christian W.*. Der ­Jugendliche hat an einer Um­frage der Basler Präventionspolizei zum Thema Littering teilgenommen, die seit Donnerstag online ist. «Dass meine Antworten veröffentlicht werden, habe ich nicht gewusst», wundert sich ein anderer Teilnehmer auf Anfrage.

Laut Polizeisprecher Klaus Mannhart handelt es sich um ein Versehen: «Dass die Antworten auch in der Chronik der Teilnehmer erscheinen, wurde leider übersehen.» Der Präventions- und Jugendpolizei würden bei der Bewirtschaftung ihrer Facebookseite gewisse Freiheiten gewährt. Jedoch ­zeige das Beispiel, dass der Umgang mit Social Media komplexer sei als angenommen. Mannhart: «Wir werden die Situation überprüfen und eventuelle Massnahmen evaluieren.»

CVP-Nationalrätin und Cybermobbing-Expertin Barbara Schmid-Federer kritisiert das Vorgehen der Basler Polizei: «Es ist interessant, dass keine weiteren Sicherheiten eingebaut wurden, zum Beispiel mit einer geschlossenen Gruppe. Bei Bewerbungen können solche Geständnisse problematisch werden.»

*Name geändert

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eduard J. Belser am 14.12.2012 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis für Herumgüseln!

    Ja und? Dann sollen halt diese Jugendlichen lernen, ihren Güssel so entsorgen, wie es sich gehört. Abfallkübel und Recycling-Möglichkeiten gibt es genug. Die paar Meter müssten doch in dem Alter wirklich noch zu schaffen sein! Oder fehlt es etwa am Grips? Wenn mir für etwas jeder Hauch von Verständnis fehlt, ist es das asoziale Herumgüseln. Toleriert man das, wird eine Boni-Bänkster Mentalität herangezüchtet, nach dem Motto: «Der Profit und das Vergnügen gehört mir, die Kosten hat die Allgemeinheit zu tragen!» Das kann und darf es doch nicht wirklich sein.

  • Hans Saubermann am 14.12.2012 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Alles erlaubt gegen Littering

    Im Drive in einkaufen, am besten noch den Mist während der Fahrt essen und den Abfall aus purer Faulheit und bei nächster Gelegenheit aus dem Fenster schmeissen. Sorry aber die Polizei sollte alle erdenklichen Mittel benutzen dürfen um solche Schweinereien aufzudecken. Woher kommt nur dieses Paschaverhalten gewisser Jugentlicher von heute?

  • Peter Meier am 13.12.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur die Fehler suchen....

    Traurig, dass hier nun wieder die Polizei durch den Dreck gezogen wird. Herr Hufschmid würde lieber etwas positives darüber schreiben, wie wertvoll die Arbeit der Jugendpolizei ist. Ich habe schon viele sehr positive Feedbacks gehört von Jugendlichen die mit diesen Polizisten zu tun hatten. Aber es ist offenbar interessanter für die Leser sich über die Fehler aufzuregen.... traurig!

  • Stefan Ypsilon am 12.12.2012 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Polizei

    Tja, verwundert mich gar nicht, da hat wieder mal ein Polizist absichtlich versucht junge Menschen in die Pfanne zu hauen. Und die Sprecher dieser zweifelhaften Organisation sprechen natürlich wieder von einem Versehen.... Aber das zeigt wiedermal wie weits noch mit Freund und Helfer steht. Anstatt auf der Strasse präsenz zeigen, die Leute direkt ansprechen werden wir hinterlistigst abgezockt. Ich hoffe irgendwann wird da mal richtig aufgeräumt und die Falschen abzocker in Unsiform werden entlassen... Leider gibt es viel zu viele davon, sodass ich keinem Uniformierten traue oder helfen würde

    • Jugendlicher am 13.12.2012 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      KAPO BS

      Nein, die Polizisten haben nicht die Absicht, Jugendliche in die Pfanne zu hauen, im Gegenteil. Das Problem sind einfach die fehlenden juristischen Kenntnisse. Dazu kommt, dass diese 'Methode' via Facebook an jungen Leute heranzukommen, völlig unrealistisch und ineffizient ist. Wir wissen ja alle, dass die Diskussionen in der virtuellen Welt zu einem grossen Teil nicht gebraucht werden können, um irgendwelche Schlüsse daraus zu ziehen. Fast alle Leute sind in den Social Medias anders als im realen Leben. Diese Methode wäre jedoch hervorragend für die Aufklärung diverser Gewaltdelikten.

    • ein interessierter Bürger am 13.12.2012 09:56 Report Diesen Beitrag melden

      Unwissen!

      Lieber Herr Ypsilon. Wissen Sie etwas über die Arbeit der Präventions- und Jugendpolizei? Kennen Sie deren Hauptaufgaben? Wissen Sie wie diese Polizisten von den Jungen für ihre Arbeit geschätzt werden? Wieviele Brücken da bei der täglichen Arbeit gebaut werden? Mit Ihren Vorurteilen Herr Ypsilon sind sie wohl nicht besser als all jene, die sie da global Vor-Verurteilen, oder nicht? Beste Grüsse

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  • Dani Fröhlich am 12.12.2012 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bewerberin war Stripperin

    Erschreckend, wie naiv Jugendliche mit den neuen Medien umgehen. Ich hatte eine Bewerberin in der Firma und als Hobby strippte sie in einem Züricher Club. Die Bilder waren im Netz auf Partyportalen gross dargestellt. Damit war das Thema beendet. Sie war sprachlos, dass man sowas rausfinden kann und heute geht das mit 2 klicks im Netz. Jetzt ist sie sich bewusst, dass diese coolen Fotos für einen seriösen Job ein Riesennachteil sind.

    • S.B. am 13.12.2012 01:22 Report Diesen Beitrag melden

      Beschämend,

      wenn man deswegen keinen "seriösen Job" mehr machen darf. Nun gut, wenn sie sich nun bei der katholischen Kirche beworben hätte, dann würde ich es ja verstehen. Aber da würde ich zumindest nicht von einem "seriösen Job" sprechen. Wenn Sie ("Dani Fröhlich") deswegen jemanden nicht einstellen, so können Sie genauso gut auch jemanden wegen eines Tatoos, seiner Herkunft oder Hautfarbe nicht einstellen. PS: Ich persönlich meide Striplokale da die mir suspekt sind. Dennoch würde es mich nicht beeinflussen bei der Entscheidung ob jemand eine Stelle erhält oder nicht. MfG

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