Basel

12. September 2017 17:56; Akt: 12.09.2017 18:27 Print

Polizei lässt Velofahrer vermehrt blasen

Velofahrer müssen in Basel damit rechnen, öfter in eine Alkohol-Kontrolle zu geraten. Kritiker halten diese Massnahme für eine Schikane.

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In Basel-Stadt wird die Fahrtüchtigkeit von Velofahrern genauer unter die Lupe genommen als in der Vergangenheit. Das bestätigt der Sprecher des Basler Sicherheitsdepartements Toprak Yerguz gegenüber dem Regionaljournal. So werden in letzter Zeit Velofahrer systematischer auf Alkohol getestet. Früher habe die Polizei eher mal ein Auge zugedrückt. «Grundsätzlich sollte jeder Fahrzeuglenker jederzeit mit einer Atemalkohol-Kontrolle rechnen müssen und das umfasst auch Velofahrer», so Yerguz. Für die Zweirad-Lenker gelten die gleichen Grenzwerte wie für Autolenker. Ab 0,5 Promille droht eine Geldbusse.

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Erst am Wochenende führte die Polizei eine Grosskontrolle durch in der jeder Velofahrer, der den Wettsteinplatz passierte, ins Röhrchen blasen musste.

Blaue Velofahrer riskieren Führerausweis-Verlust

Yerguz betont, dass Velofahrer, die viel zu tief ins Glas geschaut haben, auch ihren Führerausweis aufs Spiel setzen. «Bei massiv hohen Promillewerten, ab 1,6 Promille, wird beim fehlbaren Velofahrer, sofern er im Besitze eines Führerausweises ist, zusätzlich zum befristeten Velofahrverbot eine verkehrsmedizinische Fahreignungsabklärung angeordnet.

Gemäss des Strassenverkehrsgesetzes bestehe dann aufgrund der starken Alkohol-Gewöhnung der Verdacht einer Suchtproblematik. «In Bezug auf den Führerausweis erfolgen weiterführende Massnahmen je nach Resultat dieser Untersuchung», so Yerguz.


«Blosse Schikane»

Bei den Kontrollen handle es sich um blosse Schikane, kritisiert LDP-Grossrat René Häfliger. Er hält die Massnahmen für unverhältnismässig. «Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen», so Häfliger.

Roland Chrétien, Geschäftsführer von Pro Velo beider Basel, sieht die Entwicklung gelassener, stellt jedoch auch die harten Strafen in Frage, mit denen blaue Velofahrer gebüsst werden. «Wenn man beispielsweise zwei Stangen getrunken hat und sich eigentlich noch fit fühlt, dann ist es krass, wenn man in eine Kontrolle gerät, vielleicht 0,6 Promille gemessen werden und man am Ende 300 oder 400 Franken abliefern muss», so Chrétien.

Mehr Unfälle durch Autolenker

Stefan Krähenbühl von RoadCross verteidigt die Massnahme der Polizei: «Alkohol-Kontrollen sind sicherlich vernünftig, um Velolenker dafür zu sensibilisieren, dass Fahren unter Alkoholeinfluss gefährlich ist.» Das Fremdgefährdungspotential, das von betrunkenen Autolenkern ausgehe, sei jedoch deutlich grösser als jenes von Velofahrern. «Deshalb ist es wichtig, dass die Polizei ihre Ressourcen so einteilt, dass die Velokontrollen nicht zulasten von Kontrollen des motorisierten Verkehrs gehen», so Krähenbühl.

Laut der Kantonspolizei Basel-Stadt bauten betrunkene Velofahrer im letzten Jahr 20 Verkehrsunfälle, 63 Unfälle gingen auf die Kappe von Autolenkern mit mehr als 0,5 Promille im Blut.

(jd)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 12.09.2017 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    mir wäre es nach wie vor wichtiger...

    ...wenn radfahrer auf trottoir, fussgängerstreifen, in gegenrichtungen von einbahnen und in allgemeinem fahrverbot, konsequent gebüsst werden. da könnte man täglich in diesem land eine viertelmillion einnehmen. und die fusswege wieder für die fussgänger und kinder und alten leuten mit rollatoren sicher machen...

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  • G.Nervt am 12.09.2017 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Warum sollen auch Fahrradfahrer anders angepackt werden, als PKW Lenker? Ich würde sogar Wetten, dass es am Wochenende mehr besoffene Velofahrer gibt, als solche im Auto

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  • Rita am 12.09.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele betrunkene Velofahrer

    Kenne viele, die das Auto stehen lassen aber dafür "nur schnell" völlig dicht mit dem Velo nach Hause fahren. Deshalb finde ich das fair- gleiche Regeln für alle.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • GAry am 19.09.2017 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kontrollen dieser Art sind unnötig.....

    diese Kontrollen sind überflüssig. Wenn ein Fehler gemacht wird, steht das ganze in der Verantwortung des handelnden. Hier können dann die Sachlage und das Mass der Übertretung nach Gesetzt abgehandelt werden. Passiert im Gegenteil nichts, berührt es ja niemanden. Der Staat bereichert sich auch hier im Voraus mit dem Argumnet "Sicherheit". Das kann auch er nie garantieren, sondern nur jeder Einzelen selber.

  • giorgio1954 am 18.09.2017 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einnahmen

    Es geht einmal mehr einzig darum, die Einnahmen zu steigern.

  • Tic am 17.09.2017 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontrollwahn

    Die Fanatiker der Toleranz werden immer weniger. Dank Vorgaben und Kontrollen ggü. Bürgern nehmen weiter zu und viele befürworten dieses System. Schlechte Zukunft für die Bürger in der perfekten Schweiz.

    • Martial2 am 17.09.2017 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tic

      Nicht korrekt, es gibt leider immer mehr Raudis egal mit welchen Fahrzeuge, und vor allem Spinner...

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  • Meitschi am 17.09.2017 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unerhört sowas

    jasagmal, die müssen blasen und das öffentlich in der Stadt?

  • Erika Meier am 17.09.2017 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velo Kontrolle

    Es ist recht das auch die kontrolliert werden. Es sind schliesslich auch Strassenvehrkesteilnehmer und erst solche wo keine Strassensteuer zahlen wie die PW LKW und Motor Radfahrer also ist das auch gerecht es gibt genug Veloraudis auf der Strasse wo niemand was macht leider haben die alle Rechte gegenüber anderen Strassteilnehmer