Basel

24. Januar 2018 16:56; Akt: 24.01.2018 18:25 Print

Rätselhafter Pilz frisst Ameisen von innen auf

Sie durchlüften den Boden und reduzieren Schädlinge: Ameisen sind für ein gesundes Ökosystem unverzichtbar. Eine rätselhafte Krankheit macht den fleissigen Tierchen jetzt zu schaffen.

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Die Arbeiterinnen der Ameisenart "Gelbe Diebsameise" leiden am stärksten unter der Näpfchenkrankheit. (Bild: B. Braschler)

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Forscherinnen der Universität Basel haben bei verschiedenen Ameisenarten auf Wiesen in Basel und Riehen ein erhöhtes Vorkommen der sogenannten Näpfchenkrankheit festgestellt. Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion, über die noch wenig bekannt ist.

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Sporen der Pilzart Myrmicinosporidium durum verbeiten sich zunächst im Hinterleib der Ameise. Später verteilen sie sich dann im gesamten Körper und zuletzt im Kopf, woran die Ameise letztlich stirbt.

«Kampfameisen» am stärksten betroffen

Die Wissenschaftler um die Biologin Brigitte Braschler haben zudem herausgefunden, dass gleichzeitig mehrere unterschiedliche Ameisenarten befallen sind, die zugleich am selben Standort leben. Die Arbeiterinnen der Art Solenopsis fugax oder zu Deutsch Gelbe Diebsameise, sind dabei am stärksten betroffen.

Ihr kriminell anmutender Name kommt nicht von irgendwoher. Die kleinen Krabbeltiere besorgen sich ihre Nahrung nämlich auch aus fremden Ameisennestern. Dabei gehen sie ziemlich aggressiv und kampfstark vor. Sogar chemische Stoffe zur Abschreckung setzen sie ein.

Verbreitung durch Raubzüge?

Da sie im Vergleich zu anderen Arten sehr klein sind, können sich die Gelben Diebsameisen mit ihrem Diebesgut dann in engere Gänge zurückziehen, wohin sie nicht verfolgt werden können. Zudem ist es möglich, dass die kleinen Räuber ihre Pilzkrankheit eben auf diese Art und Weise in die anderen Ameisennester hereintragen.

Den genauen Infektionsweg wollen die Forscher nun herausfinden – Experimente dazu laufen bereits. Fraglich ist auch, inwiefern die Krankheit die Ameise in ihren Funktionen und damit das komplette Ökosystem stören könnte.

(sis)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Onkel Dagobert am 24.01.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist da schuld?

    Solange die Wissenschaftler von der Wirtschaft finanziert werden, dürfen sie auch nicht herausfinden, dass die wahre Ursache der Ameisen-, Bienen-, Fischsterben etc. in der masslosen Anwendung von Pestiziden und Fungiziden liegt.

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  • Bruno der Kameramann am 24.01.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faktor Mensch?

    Nach dem Bienensterben ist nun also ein Ameisensterben ein Problem..

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  • Liana am 24.01.2018 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute besserung

    Neeein :( die kleinen süßen Ameisen, gute Besserung meine kleinen <3

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Die neusten Leser-Kommentare

  • coldasgold am 27.01.2018 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Entdeckung

    Sowas müsste man für Südländer entwickeln, würde das Stadtbild drastisch verbessern

  • Heidi Heidnisch am 25.01.2018 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generalprobe

    Es ist durchaus möglich, dass das vermehrte Aufkommen dieses Pilzes gesteuert ist. Ein erster Versuch mit Mutationen, eine Generalprobe für die spätere Anwendung beim Menschen. Und wenn der Pilz nicht helfen sollte, die Nanos werden es auf alle Fälle richten.

    • urs untergang am 25.01.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi Heidnisch

      richtig ameisen und menschen gleichen sich genetisch ja so extrem, besser wie affen. setze vorsichtshalber meinen alu hut auf.

    • Heidi Heidnisch am 25.01.2018 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @urs untergang

      Zumindest die Schweizer gleichen den Ameisen extrem. Ich erinnere mich noch gut an die Ameisi, die Tausendernoten dazumal. Schaffe, schaffe, Häusle bauen, und den lautesten Polteris die Früchte ihrer Arbeit abliefern.

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  • Gutsi am 25.01.2018 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Schade um die kleinen Tierchen, hoffentlich findet sich bald eine Lösung des Problems. Aber was ich nicht verstehe ist der Wunsch von so vielen dass die Menschheit zugrunde gehen soll, damit sich die Natur erholen kann Wie viele von euch würden denn sich selbst oder Familie/Freunde dafür opfern? Wahrscheinlich niemand oder haltet ihr euch für was besseres als andere Menschen in Europa,Amerika,Asien etc. Traurig aber wahr ihr Heuchler

    • Heidi Heidnisch am 25.01.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gutsi

      Freunde und Familienmitglieder kann ich nicht opfern, die gehören nämlich nicht mir. Aber wenn es mehr nützt, als im Irdischen zu bleiben, dann bin ich für mich selber gerne bereit, auf eine andere Seinsebene zu wechseln...

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  • Myrmica am 25.01.2018 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solenopsis fugax

    manche vermuten der pilz wird nicht direkt übertragen sondern wächst erst am boden der gänge, danach infiziert es die ameisen. infizierte erkennt man an ihrem ungewöhnlich dunklen hinterleib. Dieser pilz ist sehr häufig.

  • Hugo Meyer am 25.01.2018 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Zerfall

    Im Rathaus in Basel geht vermutlich auch ein Pilz herum. Passt auf liebe Regierung, Zum teil hat der Zerfall der Hirnzellen schon begonnen.