Basler Fasnacht

16. Februar 2018 09:37; Akt: 16.02.2018 09:37 Print

Tierschützer fühlen sich von Regierung schikaniert

Eigentlich sollte der Protest gegen Pferde an der Fasnacht in der Nähe des Cortèges stattfinden. Die Regierung macht den Chaisen-Gegnern aber einen Strich durch die Rechnung.

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Der Streit um Pferde an der Fasnacht geht in die nächste Runde. Die Chaisen-Gegner, die bereits seit Mitte vergangenen Jahres eine Kampagne gegen den Einsatz der Tiere am Cortège führen, wollen eine Mahnwache abhalten. Von der Regierung haben sie aber nun einen Korb erhalten: Diese hat ihre Aktion ans andere Ende der Stadt «verbannt».

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Sollen die Tierschützer am Cortège demonstrieren dürfen?

Laut Kampagnen-Leiter Olivier Bieli sollte die Kundgebung am Fasnachts-Mittwoch von 14 bis 18 Uhr an der Verzweigung Spiegelgasse und Blumenrain stattfinden. «Es geht um fünf bis zehn Personen mit drei grossen Transparenten und diversen Plakaten», sagt er. Er empfinde es als schikanös, dass er nur eine Bewilligung in der Elisabethenanlage, weitab vom Cortège, erhalten habe.

Faules Spiel hinter verschlossenen Türen?

Offenbar ging das Gesuch über den Schreibtisch von Sicherheitsdirektor Baschi Dürr. Diesen nennt Bieli namentlich. Wieso das Papier so weit nach oben im Justiz- und Sicherheitsdepartement gewandert ist, ist Bieli schleierhaft. «Wir haben Angst, dass sich die Regierung und die Fasnachtsobrigkeit zu nahe stehen. Dagegen haben wir keine Chance», sagt er.

«Uns wurde kein alternativer Standort in unmittelbarer Nähe angeboten», so Bieli. Dennoch wolle er das Gesuch noch einmal prüfen lassen. Denn so weit weg vom Cortège sei die Aktion «eine Farce». Er sei bereit, die Uhrzeit anzupassen. Sollte sich nichts ändern, sehe er sich genötigt, von der Durchführung abzusehen. Das hingegen hält er für nicht gerechtfertigt: «Auch wir haben ein Recht darauf, unsere Meinung kundzutun.»

«Diese Aussage ist falsch»

Toprak Yerguz, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements (JSD), dementiert eine Einflussnahme durch die Fasnachtsverantwortlichen. «Diese Aussage ist falsch», heisst es auf Anfrage. Die Polizei fälle ihre Entscheidungen bei der Beurteilung von Gesuchen immer anhand ihrer eigenen Einschätzung. Departementsvorsteher Baschi Dürr werde bei Gesuchen mit politisch relevanten Inhalten über die Lage informiert.

«Aus polizeilichen Gründen ist der gewünschte Standort ungeeignet», so Yerguz weiter. Ihm zufolge fliessen in diese Beurteilung diverse Faktoren ein; welche genau war jedoch nicht zu erfahren. Das grosse Menschenaufkommen in dem Bereich während des Cortège ist ein denkbarer Faktor. Da sich dort auch der Kutschentreff befindet, ist Konfliktpotential zu befürchten.

Yerguz hält fest, dass die Bewilligungspraxis des JSD sehr liberal sei: «Wir sind bemüht, solche Veranstaltungen zu ermöglichen», sagt er. Auf der Elisabethenanlage könne der Gesuchssteller in angemessner Weise auf sein Anliegen aufmerksam machen.

Zu viel Stress oder kein Problem?

Die Debatte über die Eignung von Pferden für den Einsatz im Fasnachts-Tumult wird wohl noch anhalten. Die Gegner nennen einen Vorfall mit einer Pferdekutsche, bei dem am Montag in Köln fünf Personen verletzt wurden. Allerdings seien die Tiere dort mit Flaschen beworfen worden, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt.


Pferde gehen am Rosenmontagumzug in Köln durch. Video: Youtube

Auf der anderen Seite stehen die Chaisen-Fahrer wie Daniel Würgler vom Fahrstall Leymen. Seines Erachtens müssen die Pferde gut ausgebildet und für den Einsatz geeignet sein. Wahrten die Zuschauer den nötigen Respekt vor den Tieren, sei die Fasnacht für diese kein Problem.

(las)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Waggis am 16.02.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Letztes Jahr erlebt

    An der letzten Fasnacht war da so ein "Tierschützer", der hat mit Flyer in der Menge gegen Chaisen und deren Pferde protestiert. Der Witz dabei, er war mit seinem Hund an der Fasnacht und als ich ihn darauf ansprach sagte er zu mir, dass der Hund darauf trainiert sei!

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  • Basler am 16.02.2018 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schützer überall

    Die sogenannten Schützer sind überall... und meistens agieren diese ohne jede Verhältnismässigkeit. An Pferderennen verunfallen regelmässig Pferde, im Gegensatz zur Fasnacht. Also wo liegt das Problem? Wer schützt uns eigentlich von all diesen Schützern?

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  • Hoppehoppe-Reiter am 16.02.2018 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tierquälerei?

    Anstatt hier wegen 3 Tagen an der Fasnacht (Und dies auch nur ein während ein paar Stunden), einen so grossen Tumult von Seiten der Tierschützer zu veranstalten, wäre es sinnvoller die grossen und auch kleinen Dorf-Turniere genauer unter die Lupe zu nehmen! Rollkur und Tier-Quälerei auf dem Abreitplatz und hinter den Kulissen sind meiner Meinung nach wichtiger zu kontrollieren und Sanktionen zu erlassen. Diese Pferde sind nicht nur während 3 Tagen unter Stress sondern ihr Leben lang!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mr_x am 16.02.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht

    Olivier Bieli möchte sich einfach nur wichtig machen...!! Diese Aktion ist dumm und unnötig!

  • Simba74 am 16.02.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht sein lassen

    Tierschützen ist gut, aber diese Leute übertreibens einfach...

  • Kognitive Dissonanz am 16.02.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Magengeschwür unserer Zeit

    Laut Journal of Veterinary Internal Medicine leiden ausserordentlich viele Pferde an Magengeschwüren. Wer behauptet, Pferde seien nicht gestresst wenn man sie zu etwas zwingt was nicht ihrer Natur (Fluchttier) entspricht, der sollte kein Tierhalter sein.

  • Thor mjoelnier am 16.02.2018 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eher umgekehrt

    Ich fühle mich von den Tierschützern schikaniert. Weil jedes Jahr das geheule losgeht von denen.

  • Waggis am 16.02.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Letztes Jahr erlebt

    An der letzten Fasnacht war da so ein "Tierschützer", der hat mit Flyer in der Menge gegen Chaisen und deren Pferde protestiert. Der Witz dabei, er war mit seinem Hund an der Fasnacht und als ich ihn darauf ansprach sagte er zu mir, dass der Hund darauf trainiert sei!

    • Kognitive Dissonanz am 16.02.2018 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Waggis

      Offensichtlich waren 5 (positive Bewertungen 11:00 Uhr) weitere Personen dabei und können ihre Aussage verifizieren. Ich hingegen war damals nicht zugegen und kann den Kommentar folglich nicht bewerten. Schade eigentlich.

    • Zyniker am 16.02.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      @ Waggis

      Genau so sind die Pferde trainiert und sind an diesem Anlass kaum unter Stress. immer das übertrieben Getue der Tierschützer geht einem langsam auf den Keks...

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