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03. März 2014 11:01; Akt: 03.03.2014 21:54 Print

Rheinfelden: Sind die Stadtgeissen verhungert?

Nach der Autopsie der Rheinfeldener Stadtgeiss Grisli ist für Tierfreund Ruedi Müller klar: das Tier ist verhungert. Nun zeigt er die Behörden an – wegen Tierquälerei.

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Das Gutachten von Marianne Brunner zeigt: Die Rheinfeldener Stadtgeissen leiden unter Mangelerscheinungen.

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In einem schwelenden Streit um die Haltung der Rheinfelder Stadtgeissen will Ruedi Müller Anzeige gegen die Stadtbehörde, den kantonalen Veterinärdienst und den zuständigen Tierarzt einreichen. Die Hauptvorwürfe: Tierquälerei und unterlassene Hilfeleistung. «Ich will einen gewissen Druck aufsetzen, damit endlich gehandelt wird», sagt Müller gegenüber der «Basellandschaftlichen Zeitung».

Er ist der Partner der Geissenbetreuerin Esther Senn. Müller und Senn kritisieren, die Zwergziegen im Gehege der Stadt würden seit Jahren zu wenig zu fressen bekommen. Seit August 2013 seien drei erwachsene Tiere und vier Kitze verhungert. Die Schuld schreiben sie dem zuständigen Werkhof-Mitarbeiter zu.

Gutachten bestätigt Hungertod

«Wir haben nach dem letzten Vorfall selber sofort die nötigen Massnahmen in die Wege geleitet», sagt Roger Erdin, Rheinfeldener Stadtschreiber. Der von der Stadt beigezogene Veterinärdienst des Kantons gab Mitte Februar bekannt, die kürzlich gestorbene Zwergziege sei in sehr hohem Alter einem Wurmbefall erlegen.

Zu anderen Schlüssen gelangte Marianne Brunner, Leiterin der Forschungsstation für Ziegen und Zwergziegen in Schanfigg: «Ausnahmslos alle Organe, Gelenke, Knochen und die Muskulatur befanden sich in einem guten Zustand, es fehlte lediglich sämtliches Körperfett.» Brunner kennt die Rheinfeldener Herde seit 2001. Aus diesem Grund lieferte sie eine unabhängige Expertise über den Zustand der Tiere ab. Das verendete Tier sei vollständig ausgezehrt gewesen und die Herde zeige Mangelerscheinungen.

Brunners Gutachten stützte sich auf Fotos, Filme und Untersuchungsberichte, die von den Beteiligten im Zwergziegen-Fall zusammengetragen worden sind. Vor Ort war Brunner aber nicht. Das hatte Zweifel an ihren Befunden geweckt. Nun wird sich Brunner gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zusammensetzen und Ratschläge für eine verbesserte Haltung geben.

Zur möglichen Anzeige durch Ruedi Müller wollte sich Stadtschreiber Roger Erdin nicht äussern. «In erster Linie geht es uns um die Stadtgeissen. Wir wollen natürlich, dass es diesen gut geht», so Erdin.

(pjz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.N. am 03.03.2014 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Schweiz!

    Für einen kriminellen schmeisst man pro Monat tausende von Franken aus und ein "Stadtgeissli" muss verhungern! Traurige Billanz und noch trauriger für die Schweiz!

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  • Yves Schneider am 03.03.2014 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schande der Behörden

    Wenn das stimmt, dass die Tiere verhungert sind so ist das eine Schande. Ich hoffe, dass die Behörden und zuständigem MA entsprechend gebüsst werden und die Haltung von Tieren entzogen wird.

  • chipsy am 03.03.2014 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tierquäler

    anzeigen, regungslos, hauptsache der hat regelmässig einen vollen teller vor seiner nase! traurig das man tiere verhungern lässt, beim mensch kann ichs noch begreifen, da wird ausnamslos gekürzt, rentner die am hungertuch nagen müssen, doch die könnten, wenn sie es wirklich wollten, wehren, auf die strasse gehen usw, doch eingehagte, tiere sind angewiesen, dass sie regelmässig futter bekommen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yves Schneider am 03.03.2014 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schande der Behörden

    Wenn das stimmt, dass die Tiere verhungert sind so ist das eine Schande. Ich hoffe, dass die Behörden und zuständigem MA entsprechend gebüsst werden und die Haltung von Tieren entzogen wird.

  • Nadine am 03.03.2014 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Mensch

    Hätte man die Tiere essen wollen, wären sie gemästet worden. So aber waren sie nutzlos und durften verhungern. Was nicht dem eigenen Nutzen dient, wird zerstört oder getötet. Man schämt sich immer mehr, ein Mensch zu sein.

  • chipsy am 03.03.2014 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tierquäler

    anzeigen, regungslos, hauptsache der hat regelmässig einen vollen teller vor seiner nase! traurig das man tiere verhungern lässt, beim mensch kann ichs noch begreifen, da wird ausnamslos gekürzt, rentner die am hungertuch nagen müssen, doch die könnten, wenn sie es wirklich wollten, wehren, auf die strasse gehen usw, doch eingehagte, tiere sind angewiesen, dass sie regelmässig futter bekommen!

  • Sefi am 03.03.2014 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himmeltraurig

    Das sind auch Lebewesen welche ein Recht auf korrekte Behandlung haben. Macht es doch gleich mit den Verantwortlichen Personen und schaut dann wie da reagiert wird. Gleiches mit gleichem vergelten!!! So sagt man doch.

  • D.N. am 03.03.2014 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Schweiz!

    Für einen kriminellen schmeisst man pro Monat tausende von Franken aus und ein "Stadtgeissli" muss verhungern! Traurige Billanz und noch trauriger für die Schweiz!

    • Leser am 03.03.2014 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Immer diese blöden Vergleiche!!

      Das eine hat doch mit dem anderen absolut KEINEN Zusammenhang!! Aber ja, traurig, dass jemand Tiere hält und die Verantwortung für diese Lebewesen nicht übernimmt... finde ich auch unterste Schublade!!

    • gaston lagaffe am 03.03.2014 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      Lächerlich

      So einen Vergleich wird sich immer und überall finden lassen. Das ist völlig zusammenhangslos und dazu einseitig betrachtet.

    • Silvan am 03.03.2014 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Guter vergleich

      Ich finde es ein guter vergleich, da beides durch steuergelder finanziert wird.

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