Blutgrätsche auf Facebook

08. Februar 2018 10:04; Akt: 08.02.2018 10:35 Print

«Haben Sie Ihren Anstand verloren?»

Spätabends platzte Alt-Nationalrat Rudolf Rechsteiner der Kragen. Er griff zur Tastatur und feuerte eine Breitseite gegen Noch-Nationalrätin Silvia Schenker ab. Der Schuss ging nach hinten los.

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«Geht's noch? Haben Sie selbst ihren Anstand verloren? Einfach nur respektlos! Das hier disqualifiziert dich aber so etwas von endgültig.»: Solche Kommentare erntete Alt-Nationalrat Rudolf Rechsteiner (SP) – offensichtlich hatte er sich massiv im Ton vergriffen. Die «NZZ» schreibt gar von einer verbalen «Blutgrätsche», die Rechsteiner seiner Genossin und Noch-Nationalrätin Silvia Schenker austeilte. Dies in aller Öffentlichkeit auf Facebook.

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Platz machen für den Nachrückenden - was halten Sie davon?

Der Post von Dienstagabend macht in der ganzen Schweiz Schlagzeilen. Hintergrund von Rechsteiners Unmut ist, dass Schenker ihre letzte Amtszeit in Bern bis zum letzten Tag absitzen will. Dabei sollte sie dem nachrückenden Mustafa Atici Platz machen, damit dieser bei den nächsten Wahlen 2019 aus der Pole-Position starten kann. Das habe man so abgemacht, als die SP Basel-Stadt vor den letzten Wahlen die Amtszeitbeschränkung aufgehoben hatte.

Rote Karte für Trump-Post

«Ich habe Silvia Schenker für vier Jahre gewählt», entgegnen mehrere Kommentatoren auf Facebook. Überhaupt erntet Schenker für ihre Standhaftigkeit vor allem Zuspruch. Im virtuellen Blätterwald wird das parteiinterne Mobbing gegen Schenker gar als «beschämend» (Tageswoche) bezeichnet. Und die NZZ kommt zum Schluss: «Genosse Ruedi hätte spätestens seit Trump wissen müssen: Was man zur Schlafenszeit mutig in die virutelle Welt hinausposaunt, klingt am anderen Tag selten besonders weitsichtig.» Dafür gab es am Donnerstag von der «BZ Basel» die «Rote Karte».

(lha)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Jauslin am 08.02.2018 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Hr. Rechsteiner

    Die Roten sind ja bekannt dafür, dass sie am Stuhl kleben bleiben. Damit sie von Amt, Würden und Vergünstigungen profitieren können, ohne etwas dafür erbringen zu müssen. Alle 4 Jahre zeigen sie sich beim Volk. Versprechen dann das Blaue vom Himmel. Nach der Wahl wissen sie davon nichts mehr und verschwinden in der Amtsstube.Zum, dem ersten und zugleich letzten Mal, bin ich mit alt NR Rechsteiner einig. Irgendwann ist es genug und jüngere Kräfte sollten in die Amtsstube einziehen dürfen. Dann muss man halt mal richtig arbeiten gehen. Wie das gemeine Volk es tut.

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  • Antonino am 08.02.2018 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören mit Sesselklebereien

    Es ist ganz einfach: Hansruedi Rechsteiner hat Recht. Was nicht korrekt ist, ist dass er das öffentlich austrägt!

  • Te Rasse am 08.02.2018 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht unrecht

    Aber Facebook ist definitiv die falsche Plattform um das zu klären

Die neusten Leser-Kommentare

  • K.Stopp am 09.02.2018 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demokratieverständnis

    Eine von mir gewählte Politikerin aus wahltaktischen Gründen vorzeitig auszutauschen ist ein Missbrauch meiner Wählerstimme. Da zeigt die SP schon ein sonderbares Demokratieverständnis. Stellt sich für mich doch die Frage, ob ich nochmal jemand von der SP-Liste wähle, da meine Anliegen von der von mir gewählten Person vertreten werden sollen. Konkret im aktuellen Fall hat die SP-Baselstadt auch keine Politikerin bzw. keinen Politiker zu bieten, der in der Sozialpolitik die Qualität von Frau Schenker erreicht.

  • Ausverkauf am 08.02.2018 22:47 Report Diesen Beitrag melden

    Themen ohne Bezug zur Schweiz

    Während die SVP die Sommerzeit auch im CH-Alleingang abschaffen will wäre doch eine gute Idee, dass sie die SP wieder einführt.

  • Mike Huber am 08.02.2018 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ist doch gut, so bleiben wir wenigstens etwas länger vor so einem Mohammed Mustafa verschont.

    • Diener am 08.02.2018 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Name sagt noch nichts aus

      wichtiger wäre zu wissen, welche Ziele er in der Regierung verfolgt. Vielleicht hat es mit meinem Alter zu tun, doch bin ich befremdet, dass wir nicht genug Schweizer haben, die in unserem Land verwurzelt sind und sich jenen Problemen annehmen, die seit Generatonen für bessere Zeiten aufgehoben werden. So wie es aussieht, dürften wir schon bald zu entscheiden haben, was wir mit all den Pensionierten machen, die auf EL angewiesen sind. Für die folgende Generation ist schon absehbar, dass sie nichts sparen können, wenn sie die EL ihrer Eltern finanzieren müssen.

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  • Die Linke am 08.02.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Vielleicht hat er gemerkt, dass er selber ein Sesselkleber war. Nun teilt er halt bei den anderen aus.

  • Regi am 08.02.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Aber nei au

    Es ist unterstes Niveau, solch persönliche Anschuldigungen und Beleidigungen auf Facebook zu posten. Auch wenn sie gerechtfertigt sein sollten, dies klärt man "unter 4 Augen". Doch das ist bei der SP ja nichts Neues, dass man inzwischen selbst in den eigenen Reihen keine anständige Diskussionskultur (mehr) pflegt. Von einer Sprachkultur in der Öffentlichkeit möchte ich erst gar nicht reden...

    • BZ am 08.02.2018 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Regi

      Sie haben eindeutig das "V" zwischen S und P vergessen, wie war das mit Glarner der 2 Personen nachweislich falsch an den Pranger gestellt hat? dort werden parteiintern Frauen begrapscht und zum Schweigen gezwungen (Amdruz) also ball flach halten und aufhören die Tatsachen zu verdrehen.

    • Boztuusig am 08.02.2018 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BZ

      Es ist jetzt aber mal die SP . Und er heisst Amstutz,der SVPler

    • Jürg am 09.02.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Ja, es gehört nicht in einen Social Media Post. Aber der Rest deiner Anmerkung trifft wohl eher auf die andere Seite der politischen Richtung zu weniger auf die Linke.

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