Basel

08. März 2018 16:28; Akt: 08.03.2018 16:50 Print

Schweizer Kamera soll Leben auf dem Mars finden

Die Uni Basel testet zurzeit die Kamera eines Mars-Roboters, der auf dem Roten Planeten nach Spuren von Leben suchen wird. Die Chancen, dass er fündig wird, sind durchaus gegeben.

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Schauplatz ist ein Marsgarten: Ein Gefährt auf sechs glänzenden Metallrädern rollt gemächlich über die braune Erde. Es befindet sich aber nicht auf dem Millionen Kilometer entfernten Mars, sondern in einem Übungszentrum in Witterswil SO.

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Am 19. März 2021 wird der Exo-Mars-Rover dann über die echte Erde des Roten Planeten fahren. Dann landet der Roboter auf dem Mars. Zur Reise dorthin wird er bereits im Vorjahr aufbrechen. Die europäische Weltraumorganisation ESA leitet in Zusammenarbeit mit Russland die Expedition. Auf der «Mission Exo Mars» wollen die Forscher herausfinden, ob es Leben auf dem Mars gibt oder einmal gegeben hat.


Erfahren Sie in diesem Video mehr über den Mars-Rover und den Roten Planeten.

Gebannt wird die internationale Forschergemeinschaft von Mutter Erde aus verfolgen, was der Rover auf dem Mars erkundet, ertastet und schliesslich entdeckt. Die Bilder kommen von einer High-Tech-Kamera, die in der Schweiz entwickelt wurde und nun von Geograf Nikolaus Kuhn von der Uni Basel und seinem Team im Technologiezentrum in Witterswil getestet wird.

«Der Mars-Rover ist das erste Gerät, das mögliches Leben auf dem Mars direkt identifizieren kann», erklärt Kuhn gegenüber 20 Minuten. Auch dank der Schweizer Kamera, die er trage. Damit der Roboter aber mögliche Beweise für Leben liefern kann, muss er den Bedingungen auf dem Roten Planeten gewachsen sein. «Die Bestandteile des Mars-Rovers werden auf alle möglichen Umweltverhältnisse getestet, die es auf dem Mars gibt», so Kuhn. Auf dem Roten Planeten herrschten Temperaturen von angenehmen plus 20 bis zu minus 80 Grad.

Kamera liefert 3D-Aufnahmen

Das «Auge» des Rovers ist an dessen Aussenseite montiert und fotografiert wie eine Lupe das Gestein und die Bohrkernproben. Entwickelt wurde die Kamera in Neuenburg von Astronom Jean-Luc Josset. Anhand mehrerer Fotos eines Motivs kann sie sogar 3D-Aufnahmen liefern.

Derzeit schiesst die Kamera die Bilder noch im Marsgarten, einem Trainingsgelände, das den Mars, seine Oberflächenbeschaffung und die dort herrschenden Lichtverhältnisse simuliert. Die Kamera wie auch die Forscher sollen für die Mission Mars in zwei Jahren fit werden. Der Geografen testen das Auge des Rovers. Dazu haben sie einen Prototypen des Mars-Rovers geliefert bekommen.

Schweizer auch an Mars-Expedition beteiligt

Ins All starten wird der Mars-Rover im September 2020. Im März 2021 soll er dann auf dem Mars landen. Die Mission ist gemäss Kuhn auf sechs Monate ausgelegt. «Mindestens so lange sollten die Geräte auf dem Planeten funktionstüchtig sein», erklärt er. Und wie realistisch ist es, dass der Rover Spuren von Leben auf dem Mars finden wird? «Ich lasse mich überraschen», so Kuhn schmunzelnd.

Kuhn und seinem Team aus Wissenschaftlern kommt bei der Expedition selbst ebenfalls eine wichtige Rolle zu. Sie werden die Fotografien, die die Kamera vom Mars sendet, untersuchen und Schlüsse daraus ziehen, die für die Weltraumforschung von grosser Bedeutung sein könnten – sollten sie tatsächlich Spuren von Leben auf dem Mars finden.


SRF hat den Forschern beim Test der Kamera zugeschaut.

(daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 08.03.2018 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitzen Forscher

    Schweizer Firmen y Forscher sind in der Raumforschung schon seit längerem beteiligt,Sie gehören zu den Spitzenforscher Weltweit! Ja,man darf dies mit Stolz verkünden.Es ist umso erstaunlicher wenn man bedenkt wie klein unser Land ist!

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  • Maschinenzeichner Lehrling am 08.03.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Maxon Motor

    Sind die Elektromotore wieder von Maxon Motor AG in Sachseln, wie seinerzeit beim Mondmobil?

  • Tom am 08.03.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Finde ich echt cool und auch sehr intressant! Bin stolz darauf auch wenn ich (leider) nicht mitwirken kann:) Weiter so!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Curth Milleneuve am 09.03.2018 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben auf dem Mars

    Soll Leben auf dem Mars finden, Hirngespinste und unnötige Geldveschwendung so viele Menschen, selbst hier in der Schweiz, können sich kaum das Nötigste leisten.

    • Soso am 09.03.2018 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Curth Milleneuve

      da giebt es grössere geldverschwendungen wie diese. und die schweiz liefert mehr wie genug geld um denn armen zu helfen, da kann man ruhig etwas behalten für die forschung.

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  • Nook am 09.03.2018 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    verschwendetes Geld.

    Wen interessiert schon, ob es Leben auf dem Mars gibt? Und was haben wir davon. Es wären eh nur Bakterien. Wissen ist schon etwas Tolles, aber wirklich um jeden Preis? Da gibt es auf der Erde noch genug zu erforschen - vor allem mit dem Geld, das für Raumfahrt im allgemeinen verschwendet wird, die über die Satelliten hinausgeht, die wir brauchen. Einen Rover auf dem Mars braucht die Menscheit nicht.

  • Apokalipsis am 09.03.2018 02:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mensch wird es weit bringen...

    ...doch die grösste Gefahr ist der Mensch. Das heisst, wir werden uns eines Tages selbst vernichten.

  • Der Gebieter am 09.03.2018 01:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Gebieter

    cool dann finde ich endlich meine alienfreunde!!

  • Neumann am 08.03.2018 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intelligenz

    Nur zu, verpulvert die Kohle für die Marsmissionen statt auf der Erde aufzuräumen. Glaube kaum, dass dort Leben oder Wasser gefunden wird. Glaube aber schon, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gross ist, dass dort draussen irgendwo eine Art Leben oder Intelligenz existiert.