Grenzgebiet bei Basel

27. Februar 2017 17:24; Akt: 27.02.2017 18:20 Print

Schweizer fuhren Rennen auf deutscher Autobahn

Gleich fünf Lenker lieferten sich am Sonntagabend auf der A5 zwischen Weil am Rhein und Efringen ein Rennen. Die deutsche Polizei schickte die Raser nach Hause.

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Am Sonntagabend erwischte die deutsche Polizei fünf Schweizer, die sich auf der A5 ein illegales Rennen geliefert hatten. (Bild: Symbolbild iStock)

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Deutsche Autobahnen sind bei Schweizern beliebt, weil es stellenweise keine Tempobeschränkung gibt. Gleich als Rennstrecke missbraucht haben fünf Schweizer den Abschnitt der A5 zwischen Weil am Rhein und Efringen am Sonntagabend. Wie die deutsche Polizei mitteilte, seien Meldungen von Verkehrsteilnehmern bei ihr eingegangen, dass «hochmotorisierte» Autos dort um die Wette rasen würden.

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Die ausgerückten Streifen konnten die Tempo-Touristen auf einem Parkplatz bei der Ausfahrt Efringen-Kirchen lokalisieren. Diese mimten bei der Kontrolle die Unschuldigen, wurden von den Beamten aber samt ihren Boliden zurück zur Grenze eskortiert.

Auch in der Schweiz droht Ungemach

Laut Polizeisprecher Dietmar Ernst fuhren die Raser allesamt Auto mit BS- und BL-Kennzeichen. «Aus Erfahrung wissen wir, dass sie sich oft in Basel treffen und dann gemeinsam über die Grenze fahren», sagt er. Dort würden sie Autobahnabschnitte ohne Tempobegrenzung nutzen, um sich Rennen zu liefern. Er weist aber darauf hin, dass man auch dort mit angepasster Geschwindigkeit fahren müsse. Zudem sei die Gefährdung des Strassenverkehrs ein Straftatbestand, der eine Konfiszierung des Autos zur Folge haben könne.

«Sehr beliebt bei den Rasern sind PS-starke Modelle von Marken wie BMW, Mercedes und Audi», so Ernst. Man habe aber auch schon exotischere Boliden wie etwa einen Maserati geschnappt. In «beweiskräftigen Fällen» würden die fehlbaren Fahrer nicht nur des Landes verwiesen, sondern auch die Schweizer Behörden informiert. «Wir arbeiten sehr eng mit den grenznahen Kantonen zusammen», betont Ernst. So kämen die Raser-Touristen nicht ungeschoren davon, nur weil sie sich jenseits der Grenze austobten. «Die Deutschen melden uns die Vergehen. Handelt es sich um ein Raserdelikt, werden der Führerschein eingezogen und psychologische Abklärungen veranlasst», bestätigt der Baselbieter Polizeisprecher Adrian Gaugler.

Kein Einzelfall

Beim Raserrennen vom Sonntag handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Am 10. Oktober 2016 wurden 15 Personen in Verbindung mit einem Rennen – ebenfalls auf der A5 – identifiziert. Auch sie waren mit in der Schweiz eingelösten Autos unterwegs und hatten nicht nur den Verkehr gefährdet, sondern auch andere Autofahrer genötigt und beleidigt. Es kam zu drei Strafanzeigen und einer Busse. Wegen der grossen Zahl Delinquenten musste gar die Bundespolizei eingreifen.

Am 17. Februar 2017 konnte die Polizei gerade noch einschreiten, bevor es zu einem illegalen Rennen kam. Fünf Osteuropäer mit in der Schweiz registrierten Fahrzeugen hatten sich in Weil-Friedlingen getroffen, um auf der Autobahn um die Wette zu rasen. Einer von ihnen hatte bereits Fahrverbot und wurde gebüsst.

(las)