21. Februar 2007 23:17; Akt: 21.02.2007 23:18 Print

Sekschüler musste als Strafe Kindergarten-Dreieck tragen

Ein zwölfjähriger Junge wurde von seiner Lehrerin gezwungen, einen Tag lang ein Kindergarten-Dreieck zu tragen. Die Eltern sind entsetzt.

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Der Vorfall ereignete sich im Januar an der Sekundarschule Kaiseraugst: Ein Klassenkamerad nennt den leicht übergewichtigen Stefan* «Fettsack». «Selber Fettsack», gibt der Zwölfjährige zurück. Die Lehrerin hört dies. Zur Strafe müssen die beiden einen Tag lang ein Kindergarten-Dreieck tragen – auch während der Pausen. «Es war schlimm und peinlich», berichtet Stefan. Die anderen Schüler hätten ihn gehänselt und mit dem Dreieck gewürgt. Das Tragische daran: Stefan wurde bereits häufiger zur Zielscheibe seiner Mitschüler. Einmal schlugen ihn fünf Schüler spitalreif. Ein anderes Mal wurde er mit Steinen beworfen. Das wusste auch die Lehrerin. «Wie kann man dann nur so eine Strafe verhängen», meint Stefans Mutter (35) traurig.

Christoph Obrist, Standortleiter der Kreisschule Unteres Fricktal, erfuhr erst bei einem Gespräch mit den Eltern und der Lehrerin von der Bestrafungsmethode. Trotzdem sagt er: «Ich möchte das nicht dramatisieren.» Die Strafe sei von der Klasse und der Lehrerin gemeinsam beschlossen, aber nach dem Vorfall wieder abgesetzt worden. Konsequenzen für die Lehrerin gebe es keine. Stefans Eltern haben nun bei der Kreisschule Beschwerde eingereicht.

Sabine Knosala

*Name von der Redaktion geändert