Digitaler Medienkonsum

04. Februar 2015 05:54; Akt: 04.02.2015 07:12 Print

Smartphones machen Jugendliche depressiv

Eine Studie der Universität Basel zeigt auf, dass Jugendliche mit Smartphone ein höheres Risiko für Schlafprobleme und depressive Symptome aufweisen.

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Smartphones sind aus dem Alltag der heutigen Jugend nicht mehr wegzudenken. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Das Smartphone hat den digitalen Medienkonsum revolutioniert. Ab 2007 eroberte es den Markt und ist heute allgegenwärtig bei den Jugendlichen. WLAN-Internet und günstige Flatrates ermöglichen langzeitigen Online-Konsum und günstiges Kommunizieren mit Freunden. Doch dies bleibt nicht ohne Folgen.

So hat eine Studie eines Psychologenteams der Uni Basel ergeben, dass Jugendliche mit Smartphones häufiger unter Schlafproblemen und Depressionen leiden als ihre Alterskollegen mit einem konventionellen Handy.

85 Textnachrichten täglich

Um den digitalen Medienkonsum bei Teenagern mit Smartphones zu untersuchen, befragte das Forscherteam unter Sakari Lemola insgesamt 162 Schülerinnen und 200 Schüler aus der Nordwestschweiz im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Die Resultate sprechen für sich. So verbrachten Jugendliche mit Smartphones an Wochentagen etwa doppelt so viel Zeit im Internet wie ihre Alterskollegen mit konventionellen Handys, nämlich durchschnittlich zwei Stunden gegenüber einer. Zudem verschicken Smartphone-Besitzer täglich im Schnitt 85 Textnachrichten, während Jugendliche mit herkömmlichen Handys lediglich sieben SMS tippen.

Negative Auswirkungen

Zudem ergab die Studie, dass nur 17 Prozent der Teenager ihr Smartphone über Nacht aus oder lautlos stellen – im Vergleich zu 47 Prozent der Jugendlichen mit konventionellen Handys. Viele der Befragten gaben an, bis spät in die Nacht noch Videos anzusehen, online zu sein oder mit Freunden zu chatten.

Wie die Studie zeigt, haben Jugendliche, die nachts im Bett die digitalen Medien nutzen, ein höheres Risiko, an Schlafproblemen und depressiven Symptomen zu leiden. Die Depressionen dürften dabei eine Folge des Schlafmangels sein. Die Fachleute raten daher, bei Schlafproblemen oder ausgeprägter Tagesmüdigkeit in der Stunde vor dem Zubettgehen auf digitale Medien zu verzichten.

(da)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SwissMat am 04.02.2015 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Vollblut Informatiker

    Ich bin seit 20 Jahren in der IT tätig und fasziniert davon. Smartphones sind genialeErfindungen. Der Konsum geht jedoch zu weit und einige haben kein gesundes Verhältnis mehr dazu. TV, YouTube, Gamestation, Smartphone. Die Reize sind überstrapaziert und gerade Jugendliche verfallen diesen Reizen schneller. Der Umgang mit Süchten will gelernt sein. Eine Frage der Lebenserfahrung und der nötigen Geduld mal etwas nicht in der nächsten Sekunde zu erleben. Meine Twins (6J) lernen draussen zu spielen und laufen bei Pixeln davon. Das sei langweilig. In Ihrem Kindsgi hat es auch schon Smartphones!

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  • Daddy am 04.02.2015 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nix neues

    Das ist nix neues und betrifft auch nicht nur Jugendliche. Täglich beim Pendeln zu beobachten, in den Bahnhöfen schaut die Mehrheit nur noch auf den Bildschirm beim laufen, an Tischen sitzen mehrere sich bekannte Personen, aber alle glotzen auf das Smartphone. Traurige vereinsamende Gesellschaft mit Selbstdarstellungszügen.

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  • adi am 04.02.2015 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tipp

    es wirds dir ausser deinen eltern niemand verbieten, aber damit dein hirn und deine augen zur ruhe kommen können, wäre es am sinnvollsten, eine stunde vor dem zu bett gehn keine digitalen medien zu konsumieren. neurowissenschaft und so. :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • dario grolimund am 24.02.2015 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragend

    was ist daran falsch seine Freundschaft auch über das internet auszuüben ?

  • Vierziger am 05.02.2015 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Flo: Kosten/Situation

    Flo, wer zahlt dir dein Smartphone?

  • Flo am 05.02.2015 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betroffener?

    Ich (m, 19 Jahre alt) kann die Argumente verstehen, aber Auswirkungen spühre ich seit ca. 3 - 4 Jahren überhaupt keine. Wenn ich noch z.B. mit meiner Freundin schreibe gehe ich mit einem schönen Gefühl in den Schlaf. Ausserdem habe ich meinen fixen Zeiten, bei denen ich mich schlafen lege und wahrscheinlich damit noch mehr Schlaf als die meisten nicht-Jugendlichen kriege. Ausserdem kann jch ohne Musik nur schlecht einschlafen. Ausweichideen die so schnell und vielseitig sind wie ein Smartphone? Und vor Depressionen muss ich schon gar keine Angst haben! Ich bin mit meinem Leben viel zufrieden, weiss zu schätzen was ich habe und bin sowieso ein Optimist. Studie ganz subjektiv (!) wiederlegt.

  • lilly am 05.02.2015 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorbild sein

    also ich öiebe mein smartphone...aber meine kinder dürfen mit ihrem handy nicht ins bett... 19:00 ist schluss bei uns. man muss mit der neuen technik umgehen können und es den kindern erklären. ich glaube , wenn die eltern die problematik richtig verstehen, dann klappt es zu hause sehr gut und mit wenigen worten!!

  • Kult-Urbanause am 05.02.2015 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Sensationelle Erkenntnisse

    1. emotionale Nachrichten können aufwühlen. 2. zu wenig Schlaf sorgt für Müdigkeit am Tag. .... das ist ja was wirklich neues. Ging mir in meiner Kindheit ohne Smartphone - ja sogar ohne Handy - natürlich nie so. (Wer Ironie findet, kann sie behalten ;-D )