Samira Marti

27. März 2018 17:38; Akt: 28.03.2018 10:24 Print

So tickt die jüngste Nationalrätin

von David Frische - Mit 24 Jahren wird Samira Marti die jüngste Nationalrätin der Schweiz. Eben noch in der Juso, gibt die Baselbieterin mittlerweile in der Mutterpartei den Ton an.

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Samira Marti, hat die Juso in der SP jetzt das Sagen?
Es kommt immer wieder zu Generationenwechseln innerhalb der SP. Heute kommen die jungen Mitglieder der Partei mehrheitlich aus der Juso. Die SP wiederum schafft Platz für die Jugend, die mit der rechten Politik der SVP aufgewachsen ist und dagegen aufsteht. Das hat also nicht alleine mit meinem Nachrücken in den Nationalrat zu tun.

Mit 24 Jahren sind sie bereits Nationalrätin und mit dem gleichaltrigen Adil Koller im Präsidium der SP Baselland. Stehen Sie für einen Linksrutsch innerhalb der Partei?
Seit ich im Präsidium der SP Baselland bin, hatte ich noch nie den Eindruck, dass sich meine politischen Positionen von jenen der älteren Parteimitglieder grundlegend unterscheiden. Wir Jungen sprechen aber hier und da eine klarere Sprache. Sich trauen, zu sagen, was man denkt und nicht um den heissen Brei reden. Wir Jungen haben der SP eine neue Sprache gegeben.

Verstehen Sie sich auch als Sprachrohr der Jungen?
Ja, sicher. Ich sehe mich als Vertreterin einer Generation, die im Parlament konstant unterrepräsentiert ist und sich gegen diese Tendenz wehrt. National- und Ständerat mit vielen älteren und männlichen Mitgliedern bilden unsere Gesellschaft nicht so ab, wie sie wirklich ist.

Sie werden bald die jüngste Nationalrätin sein. Welche politischen Anliegen werden Sie nach Bern tragen?
Die Schweizer Wirtschaft ist heute nicht nachhaltig. Den Reichsten wird Geld geschenkt und es wird jenen genommen, die es am nötigsten haben. Dieser Missstand zeigt sich bei den Unternehmenssteuerreformen. Obwohl die USR III abgelehnt wurde, weist die kommende Steuervorlage 17 von Finanzminister Ueli Maurer nur minimale Anpassungen vor. 30 Franken Familienzulagen sind viel zu wenig und ein Hohn gegenüber allen, die Nein zur USR III gesagt haben. Ich setze mich unter anderem in diesem Bereich für eine Kehrtwende ein.

Ihr Genosse Fabian Molina ist neben Ihnen der einzige im Parlament, der unter 30 ist. Wie erklären Sie sich Ihren rasanten Aufstieg?
Ich habe bereits 2015 für den Nationalrat kandidiert. Dass ich jetzt tatsächlich Teil davon werde, liegt wohl in erster Linie daran, dass ich es damals bei den Wahlen auf den zweiten Platz der Nachrückenden geschafft habe. Und natürlich war auch etwas Zufall und Glück dabei. Schon damals war es mir ernst. Politik ist kein Spiel, es geht um sehr viel.

Was hat Sie eigentlich politisiert? Gab es ein Schlüsselereignis?
Ja, da gibt es zwei Themen, die mich politisiert haben. 2012 war ich erstmals an einem Schülerprotest gegen Bildungsabbau in Liestal dabei. Es war sehr prägend für mich zu sehen, was man erreichen kann, wenn man zusammen für eine Sache einsteht. Das zweite Thema ist der Aufstieg der rechten Politik der SVP während meiner Jugend. Dieser Politik auf Kosten der Schwachen und Minderheiten und zugunsten der Reichen konnte ich nicht länger zusehen und möchte ich stoppen.

Und zuletzt die Gretchenfrage: Wie halten Sie es als Ökonomin eigentlich mit dem Kapitalismus?
Die heutige Weltwirtschaft ist weder nachhaltig noch sozial. Sie ist für die Klimakatastrophe verantwortlich, die auch soziale Auswirkungen hat. Millionen Menschen fliehen vor menschengemachten Naturkatastrophen. In der Wirtschaft sollen nicht nur die mitreden dürfen, die Profit machen, sondern auch jene, die es betrifft. Sie muss demokratischer werden und alternative Wirtschaftsformen sollen diskutiert werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Biker am 27.03.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Merkwürdig

    Noch nie was gearbeitet, steht aber der Arbeiter-Partei vor. Muss man nicht weiter kommentieren.

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  • pater007 am 27.03.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht von dieser Welt

    Wenn sie im NR die gleiche Meinung vertritt wie bei den JuSo... dann gute Nacht. Ich kann solche Leute nicht ernst nehmen.

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  • KMUler am 27.03.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratische Wirtschaft

    "Die Wirtschaft muss demokratischer werden...." Sagen Sie, geht's noch? Ich besitze eine kleine Firma mit 30 Angestellten. Das Aktienkapital stammt von mir, resp. teilweise von Familienmitgliedern. Da ich somit das Risiko trage, erlaube ich mir, meine Firma nicht demokratisch zu führen. Natürlich sollen die Mitarbeiter eingebunden werden. Entscheiden tue ich aber schlussendlich selber.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • KvB am 28.03.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da wird wieder gelästert obwohl.....

    ..man diese Person gar nicht kennt. Ich bin überzeugt davon, dass diese Frau einen grösseren und repektvolleren Umgang gegenüber dem Volk hat. Im Gegensatz zum jetzigen Parlament. Nein, einfach drauflos lästern.

  • zombi3k1ller am 28.03.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vielleicht sehe ich nicht das grosse ganze

    , dennoch finde ich es undemokratisch, dass für eine Legislatur gewählte Politiker (sind nur 4 Jahre) zurücktreten und ein nicht demokratisch gewählter nachrückt. Egal von welcher Partei, ich finde dieses Verhalten nicht sauber der Souveränität der Schweiz gegenüber.

  • Teutates am 28.03.2018 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz normaler Weg bei der SP und Grünen!

    Schule, Kanti, Gymnasium, Studium beginnen und dann gleich in den Nationalrat! (Wermuth, Molina, etc.) Keine Ahnung von NICHTS, aber dick verdienen.

  • Pl am 28.03.2018 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sozis

    Warum, warum werden trotz grosser Gegnerschaft und Kritik immer und immer wieder so viele Sozis gewählt? Nicht nur in den dunkelroten Kantonen? (siehe Berner Grossratswahlen). Irgendetwas stimmte doch da nicht?

  • Pia Zil lig am 28.03.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was?

    was ist mit der SP los, Wermuth, Tamara und Molina, schlimmer kann es nicht mehr kommen. Nur noch Geld verteilen in der ganzen Welt, für die Schweiz nichts.