Verbotene Listenhunde

05. Februar 2015 06:00; Akt: 31.08.2016 16:03 Print

Süsse Welpen entpuppten sich als Kampfhunde

von Matthias Kempf - Tamara Frutschy (27) kaufte im Internet zwei Hundewelpen. Das Veterinäramt intervenierte und wollte sie wegnehmen – es sind potenziell gefährliche Listenhunde.

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Zwei süsse Welpen im zarten Alter von vier Monaten entdeckte Tamara Frutschy aus Frenkendorf auf der Online-Plattform Tutti.ch. Eine Baslerin, die im Elsass lebt, bot auf ihrem Hof einen American Bulldog und einen Thai Ridgeback für je 400 Franken zum Verkauf an – ein Schnäppchen. Frutschy und ihre Mutter Priska (52) fuhren ins grenznahe Elsass und kauften die Welpen.

Doch schon nach einer Woche mit den Hunden begannen die Probleme, berichtet Frutschy: «Die Welpen seien familienfreundlich und ruhig, versicherte uns die Verkäuferin. In Wirklichkeit agierten sie verstört.» Da die Verkäuferin sich weigerte, die Hunde zurückzunehmen, wandten sich die Frutschys ans Veterinäramt Basel-Landschaft – und erlebten ihr blaues Wunder: Ihre Tiere würden nicht den angegebenen Rassen entsprechen sondern seien vielmehr sogenannte Listenhunde, die strengen Haltevorschriften unterliegen, hiess es dort. «Ich war mir keiner Schuld bewusst», beteuert Tamara Frutschy.

Dreiste Abzockermasche

«Familie Frutschy ist kein Einzelfall», weiss Simone Eggmann vom Verein Pit Dogs. Der Verein rettet Listenhunde – darunter Pitbull Terrier oder Rottweiler – vor der Einschläferung. Immer wieder kommen Hunde unter falschen Angaben in die Schweiz und müssen von den Besitzern wegen fehlender Erlaubnis abgegeben werden. Wird in kurzer Frist kein Platz für die Hunde gefunden, werden diese vom kantonalen Veterinäramt eingeschläfert.

«Züchter aus dem Ausland verkaufen Hunde gezielt mit falschen Informationen. Denen gehts nur ums Geschäft», weiss Eggmann. Der Kauf von Hunden aus dem Ausland steige: «Über 50 Prozent der Tiere kommen bereits heute aus dem Ausland.» Ein Trend, den man auch im Amt für Veterinärwesen Basel-Landschaft mit Sorge beobachtet.

Käufer lassen sich blenden

«Es ist leider so, dass viele Leute auf günstige Angeboten aus dem Internet hereinfallen», sagt die Baselbieter Kantonstierärztin Anna Jaggi. Die Tiere seien oft viel zu günstig veranschlagt. Jaggi: «Für einen gut gezüchteten Hund muss man mindestens mit 1500 Franken rechnen.» Alles andere sei in vielen Fällen plumper Schwindel.

Tamara und Priska Frutschy sind erfahrene Hundehalter. Sie hatten sich vorgängig über die Rasse informiert und besuchten die Verkäuferin auf ihrem Hof. «Das ist eine neue Masche, dass man sich familienfreundlich gibt», so Priska Frutschy.

Familie Frutschy bezahlt nun die Zeche für ihr vermeintliches Schnäppchen: «Das Geld ist weg und unsere Hundebabys auch.» Immerhin fanden die Welpen dank dem Verein Pit Dogs ein sicheres Plätzchen. Das ist nicht immer der Fall: Pro Jahr müssen laut Jaggi einige wenige Listenhunde deshalb mit dem Leben bezahlen. Tamara Frutschy rät deshalb allen, die sich einen Hund kaufen wollen: «Kauft die Hunde bei einem Züchter und kontrolliert alle Papiere genau.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Müller Katja am 05.02.2015 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbelehrbar

    Erfahrene Hundehalter?? Dass ich nicht lache! Wieviel Aufklärung braucht es denn noch? Wie kann man so d... sein und Tiere bei Tutti und Co. kaufen. Diesen beiden Frauen sollte man für längere Zeit Hundehaltung verbieten. Beim nächsten Mal geht es sicher nicht so gut für die Tiere aus. Und noch was. Welcher erfahrene Hundehalter kauft schon 2 Welpen aufs Mal? Ich kenne niemand, der wirklich was von Hunden versteht und diese auch fördern will.

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  • Jack Russle am 05.02.2015 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kauft doch noch mehr Tiere

    übers Internet und schmeisst sie dann wie Wegwerfartikel weg. Wie wenn es nicht genug arme Tierli in unseren Tierheimen hätte die auf ein schönes zu Hause warten. Nein, man muss den Schwarzmarkt übers Internet ankurbeln.

  • Kudi am 05.02.2015 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bussen nötig

    Schon wieder Leute, für die anscheinend Lesen eine Schwierigkeit ist. Das Thema dürfte wohl bekannt sein. Ich denke, es wäre nötig, dass dazu noch eine saftige Busse fällig wird, so wegen illegaler Einfuhr oder ähnlichem. Diese sollte mindestens CHF 2'000,00 sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BuBu am 07.02.2015 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer mit Überraschungen rechnen

    Die Überraschung folgt immer später. Hatte selber auch Pech. Als sie Jung war, war sie süss und schnugglig. Bis heute hat sie sich in den Jahren zur Hexe und Dinosaurier entwickelt.Mein angeblich süsses Nilpferd ^_^

  • Chiara am 07.02.2015 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internet

    Wer kauft denn um Gotteswillen im Internet Hunde? Es wird fast jeden Tag davor gewarnt! Das sind Kriminelle. Unsere Tierheime sind voll von Hunden die warten auf ein gutes Zuhause.

  • J. Meyer am 06.02.2015 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Internetverkauf von Tieren verbieten

    Der Verkauf von Tieren übers Internet sollte verboten werden. Meist ist es doch nur alles Betrug der Tiermafia. Ein Hund ist ein Lebewesen u hat einen Charakter, den man im Internet gar nicht erkennen kann, geschweige denn darstellen kann. Tiere muss man live erleben, bevor man sich zu einem Entschluss durchringt u es kauft, was bedeutet, ein persönlicher Augenschein vor Ort reicht auch nicht immer aus. Als erfahrene Hundehalter sollte man das wohl wissen, oder?

  • Jamila am 06.02.2015 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung!!!!!!!

    Diesen Menschen sollte man gar KEINEN Hund geben!!! Sie sollten sich zuerst darüber informieren, welche Hunde auf der Liste stehen und was für Hunderassen es sind(das sieht man!). Man kauft auch keine Hunde im Internet....aber ja....fragt sich mal jemand, wieso solche Menschen überhaupt Hunde bekommen. Leiden muss am Schluss der Hund.

  • Rottweiler am 06.02.2015 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Nur weil der süsse Welpen auf einmal ein Listenhund ist, ist er nicht mehr süss? Weshalb bemühen die sich nicht um die Halter Bewilligung? Dies ist komplizierter als auf der Post Briefe aufzugeben. Der Hund wird ja nicht automatisch gefährlich nur weil er auf eine Liste steht. Die Hunde Liebe kann da nicht so gross sein und am besten lassen die Ihre Finger generell von Hunden aller Rassen fern!

    • Edith Zellweger am 06.02.2015 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Bewilligung war aussichtslos!

      Das Veterinäramt Basel, bzw. Frau Margrith Krähenbühl der Hundefachstelle, hat den beiden Damen gedroht, dass wenn die beiden Hunde nicht bis zum 3.02.2015 weg sind, werden sie beschlagnahmt und getötet. Die Veterinärämter Basel, Zürich und Schaffhausen sind die schlimmsten. Dort werden Hunde beschlagnahmt und danach an unbekannte Orte verschleppt und getötet ohne mit den Wimpern zu zucken. In Europa gab es mal eine Zeit, da machte man dies mit Menschen!

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