Auf Unterschriftenjagd

03. August 2017 05:50; Akt: 03.08.2017 10:15 Print

Tierschützer wollen Pferde von Fasnacht verbannen

Basler Tierschützer verlangen, dass die Basler Fasnacht ohne Pferde und Ponys stattfindet. Auch die bekannte Tierrechtsaktivistin Nancy Holten unterstützt das Anliegen.

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Pferde an der Basler Fasnacht haben Tradition: Die Tiere ziehen jeweils bemannte Kutschen, traditionell Chaisen genannt, vorbei an Guggen und Waggiswagen durchs Gedränge. «Wir haben uns gefragt: Ist ein derartiges Handeln mit Tieren noch gerechtfertigt?», sagt Olivier Bieli vom Gnadenhof Papillon in Mulhouse.

Seine Antwort lautet klar Nein. «Pferde sind sehr sensible Fluchttiere», begründet der Tierschützer. Lärm, Menschenmassen und hektische Bewegungen bedeuteten Stress für die Tiere. Er vermutet auch, dass diese für den Cortège mit Medikamenten sediert werden, damit sie nicht durchbrennen. Bieli hat dafür aber keine Belege.

«Als aktiver Fasnächtler habe ich jahrelang die Faust im Sack geballt», erzählt er. Jetzt sei es an der Zeit zu handeln: Seit der letzten Fasnacht sammelt der Gnadenhof Unterschriften gegen den Einsatz von Pferden und Ponys an der Fasnacht. Diese will man dem Fasnachts Comité vorsetzen, um zu zeigen, dass viele Bürger keine Tiere an der Fasnacht mehr sehen wollen. Bis jetzt hätten rund 300 Menschen unterschrieben.

Holten: «Nehmt doch elektrische Kutschen»

Eine davon ist Nancy Holten. Die Tierschutz-Aktivistin, die mit dem von ihr angestrebten Kuhglocken-Verbot national für Aufsehen sorgte, steht mit Herzblut hinter der Forderung: «Ich setzte meine Unterschrift aus Liebe zum Tier und aus Mitgefühl.» Für sie sei es logisch, dass es ein Fluchttier in einer Menschenmenge mit der Angst zu tun bekommt. «Um dies zu verstehen, braucht es kein Veterinäramt, sondern schlichtweg klaren Menschenverstand.»

Sie betont aber, dass sie ansonsten ein Fan der Fasnacht sei und keine Traditionen zerstören wolle. «Mein Vorschlag wäre, dass man Elektrokutschen nehmen würde. Das gibt es bereits in Deutschland und die sehen ganz toll aus.»

Kantonstierarzt sieht keinen Handlungsbedarf

Es ist nicht das erstemal, dass Tierschützer die Verbannung von Pferden von der Fasnacht verlangen. Letztes Jahr war es der Tierschutzbund Basel. Kantonstierarzt Michel Laszlo sah damals keinen Anlass für ein Verbot. «Ich bin der Meinung, dass die aktuellen Bestimmungen ausreichen», sagte er gegenüber 20 Minuten. Zudem habe man keine Kenntnis von Missständen an der Fasnacht.

Auch die IG Chaisen äusserte sich damals klar und verwahrte sich dem Vorwurf, die Pferde für die Fasnacht leiden zu lassen. «Wir sind alles erfahrene Pferdehalter und haben nicht das geringste Interesse daran, den Tieren Schaden zuzufügen», so Vorstand Lothar Hollenstein. Das Argument der Lärmempfindlichkeit hält er für übertrieben. «Der Lärm macht das Pferd nicht wirklich nervös.»

(rob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Biker am 03.08.2017 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Rössli

    Dann aber auch Pferde vom Sechseläuten verbannen. Da knallts auch und es wird musiziert. Geschweige denn der Einsatz von Polizeipferden, den es weltweit noch immer gibt.

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  • Bär am 03.08.2017 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Traditionzerstörung

    Warum bekommt eine Person einen Schweizerpass die nicht's andere Anliegen hat die Schweizertratition zu zerstören an vorderster Front gegen Kuhglocken,Sechseleuten,Fasnacht,und als nächstens das Tattoo ....und das wahr wahrscheinlich der Grund das Ihren Antrag mal abgelehnt wurde !!

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  • Jo5eph am 03.08.2017 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Mit gutem Beispiel voran

    OK, dann aber denen auch dies verbieten: Alle grünen und selbsternannte Social Justice Warriors (SJW) dürfen keinen Strom mehr brauchen. Ist nicht grün genug.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PFÖTLI am 05.08.2017 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Helft da wo hilfe benötigt wird

    Ha.ha, klar da wo man den Menschen und Tieren den Spass nehmen kann, setzt man alle Kraft ein. In Thurgau verhungern und leiden Tiere seit Jahren, mit dem Wissen des Tierschitzes und nichts passiert. Greift da ein wo die Hilfe für Tiere benötigt wird!

  • Doc Holliday am 05.08.2017 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Propheten.

    Wo wart ihr sogenannten Tierschützer am 1. August? Das sinnlose Geknalle und die explodierenden Raketen haben meinen Rössern zugesetzt, obwohl sie im Stall waren. Von euch Brüdern hab ich nicht einen gesehen der dagegen protestiert hat, nicht so wie am sächsilüte! Und weshalb nicht, weil ihr Heuchler keine medienplatform hattet.

  • Maya am 05.08.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Pferde schützen!

    Also ich bin voll kommen dafür die Pferde tun mir leid wenn ich die sehe man erkennt es auch sehr gut das sie Medikamente bekommen haben!!!!

  • Rüedu am 05.08.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    An alle ...

    ... schlage vor, dass die Tierschützer die Chaisen ziehen sollen. Dann haben wir wenigsten noch den Spass daran zuzugucken.

  • Andrea 80 am 03.08.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Finde ich gut unterschreibe ich auch. KULTURGUT hin oder her! Der Mensch stellt seine Rechte und Bedürfniss in vielerlei nach Kultur über das des Tieres. Wer nur ein bisschen Mitgefühl versteht das..... ach übrigends ich bin Schweizerin.