Basler verstören Erdogan

29. März 2017 09:37; Akt: 29.03.2017 09:47 Print

Türken halten Fasnächtler für «Terroristen»

Die türkische Regierung hat jetzt sogar Basler Fasnächtler im Visier: Ein Sujet der BMG-Clique geht dem Erdogan-Regime offenbar zu weit.

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Nicht nur die Demonstrationen von letztem Wochenende in Bern, sondern auch die Basler Fasnacht war offenbar im Visier der türkischen Regierung. Wie die «Basler Zeitung» am Mittwoch berichtet, wurden aus Fasnächtlern zu «Terroristen» gestempelt.

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«FETÖ’cüler isviçre’den sald?r?yor», titelte beispielsweise die «Yeni Akit». Sinngemäss übersetzt: «Fethullah-Terroristen greifen aus der Schweiz an.» Gemeint ist damit die Fasnachtsclique Basler Mittwoch-Gesellschaft (BMG), die im Auftrag des Predigers Fethullah Gülen Propaganda machen soll.

«Hässliche Schweizer», titelte die Istanbuler «Yeni Safak». Die Berichterstattung wird laut der «Basler Zeitung» dann aber richtig absurd: Was sich da in Basel abgespielt habe, sei ein Demonstrationszug von Mitgliedern der kurdischen PKK und den Fethullah-Terroristen gewesen. Die Teilnehmer hätten sich speziell für die «Demonstration» kostümiert, um gegen den türkischen Präsidenten zu hetzen.

Fasnächtler belustigt

Von dieser heftigen Reaktion sind die Fasnächtler der BMG-Clique überrascht: «Ich habe mir im Vorfeld schon ein wenig Gedanken gemacht, was passieren könnte, wenn wir so auftreten. Aber ich habe mit Reaktionen von den hier lebenden Türken und nicht aus der Türkei selbst gerechnet», so Vizeobmann Gerard Goetti gegenüber der BaZ.

In der Clique schüttle man ob der absurden Vorwürfen jedoch nur belustigt die Köpfe.

(aj)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 29.03.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke!

    Boykottiert und ignoriert die Türkei einfach. Geht nicht dahin in die Ferien und lasst das Land links liegen. Wir gingen früher gerne dahin in die Ferien, jetzt sicher nie mehr. Eine Diktatur darf man niemals unterstützen!

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  • Kevinator am 29.03.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das ärgert mich

    Was sich dieser Erdogan alles erlauben darf, ohne dass dies Konsequenzen hat, ist schon erstaunlich. Was die Basler Fasnacht macht, das ist Satire. Erdogan jedoch beleidigt mit seinen Aussagen unsere Nation, die Eidgenossen sowie unsere Kulturgüter.

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  • Marc82 am 29.03.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hirnlos

    Das ganze nimmt immer groteskere züge an. In was für einer Welt leben die?!?

Die neusten Leser-Kommentare

  • osacre am 30.03.2017 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist genug

    Gut ist, dass Herr Erdogan sein wahres Gesicht zunehmend schärfer präsentiert. Schlecht ist, dass ihm kaum jemand Einhalt gebieten kann. Die zunehmend schlechte Grundstimmung gegenüber den Türken auch wegen den türkischen Spionagetätigkeiten muss Herr Erdogan veranworten.

  • Marion am 29.03.2017 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Türkei heute

    Auch viele Türkische Bürger sehen Erdogan nicht sympathisch. Für Erdogan sind aber alle Oppositionelle Äußerungen terroristischen Meinungen. Das Pro oder Contra darf in der Türkei nicht extieren!

  • Ostseeanrainer am 29.03.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guckst Du

    Sehr geehrter Herr Erdogan!Bevor man sich in ein anderes Land einmischt oder sich mit einem anderen Land befasst,sollte man sich mit genug Hintergrundinfos jenes Landes eindecken,damit man mit entsprechenden Argumenten punkten kann.Diesmal ging's daneben.Ihr Geheimdienst oder die entsprechenden Beamten,haben in diesem Fall keine gute Arbeit geleistet. Es heisst nicht umsonst:Andere Länder andere Sitten.

  • Schweiz am 29.03.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dialog statt gegenseitige Provokation

    Wie wäre es auf Dialog zu setzen als zurückzuschiessen liebe Schweizer Medien? Ich sehe keinen Unterschied zu den 0815 AKP Klatschpressen, die aus einer Mücke einen Elefanten machen. Ist doch selbstverständlich, dass diese Aktion bei Türken für Irritation sorgt, wenn an einem Festanlass die Türkei und der Staatspräsident diffamiert werden. Vielleicht kennen sie denn Sinn dahinter nicht. Zudem wird bis zu den Wahlen jede Gelegenheit seitens AKP Medien genutzt, um die Türkei in eine Opferrolle zu bringen.

    • Basel am 29.03.2017 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schweiz

      Die Basler Fasnacht gibt es schon länger als den lieben Erdogan. Solxhe Sujets gab es früher auch schon. Und auf solchen Türkischen Stumpfsinn können wir verzichten.

    • Walti am 29.03.2017 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Schweiz

      Ws darf's denn sein? Schwafeldialog oder Taqiyya ? Da es hier in der Schweiz keine bekannten Probleme mit skandinavischen, spanischen, italienischen, griechischen, asiatischen oder gar südamerikanischen Ghettos oder Parallelgesellschaften gibt - wo mag der Fehler denn zu suchen sein? Bei den Eidgenossen? "Laß uns ins Gesicht mancher Nicht-Muslime lächeln, währenddessen unsere Herzen sie verfluchen." - Ibn Kathir

    • Schweiz am 30.03.2017 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Basel

      Jetzt noch einmal einfacher ausgedrückt: Ich bezweifle dass die Türken in der Türkei die Baslerfasnacht kennen. Daher ist es für sie auch unverständlich wieso an einem Festanlass politische Botschaften übermittelt werden.

    • Schweiz am 30.03.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walti

      Auch für Sie mache ich einen einfachen Satz: Wieso sollen die Türken in der Türkei die Baslerfasnacht kennen? Zudem müssen sie hier keine Zitate von Extremisten nennen. Können Sie die von rechtsradikalen Europäer gleich mitanhängen.

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  • Kerem Yildirim am 29.03.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe türkische Freunde

    Ich bin hier in der Schweiz aufgewachsen und bin inzwischen Doppelbürger. Ich bin dankbar, dass ich hier studieren durfte und auch meine Kinder von diesem fortschrittlichen Land profitieren. Gleichzeitig bin ich stolzer Türke und mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie Erdogan unser Land ruiniert. Kemal Atatürk war ein grosser und weitsichtiger Mann. Er hat gesehen, wie wichtig die Trennung von Religion und Staat ist. Erdogan will alle Macht an sich reissen. Er spaltet das Volk im In- und Ausland. Viele Türken, nicht nur Kurden, haben grosse Angst, sich gegen ihn zu äussern. Schlimme Sache.

    • Betty 0711 am 29.03.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kerem Yildirim

      Schön zu sehen und zu lesen, dass es noch dankbare und weitsichtige Türken gibt!

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