Basel

09. August 2017 15:38; Akt: 09.08.2017 15:39 Print

Unia wehrt sich gegen Stellenabbau bei Novartis

Die Gewerkschaft Unia hat 1165 Unterschriften von Mitarbeitern gegen die geplanten Entlassungen des Pharma-Konzerns am Standort Basel gesammelt.

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Der Pharmakonzern Novartis will in den nächsten anderthalb Jahren am Hauptsitz in Basel bis zu 500 Stellen streichen. Gleichzeitig sollen aber 350 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

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Mehrere Dutzend Personen haben darum am Mittwoch Mittag vor dem Novartis-Hauptsitz in Basel gegen diese Entlassungen protestiert. Dazu aufgerufen hatte die Gewerkschaft Unia.

Sechs Kisten mit Unterschriften übergeben

Seit der Bekanntgabe von Novartis im Mai wurden von Mitarbeitenden nämlich 1165 Unterschriften gesammelt. Das ist rund ein Zehntel der gesamten Mitarbeiter der Novartis in Basel.

Sechs Kisten mit den gesammelten Unterschriften wurden nun der Geschäftsleitung der Novartis überreicht, um ihrem Anliegen deutlich Gehör zu verschaffen. «Die Mitarbeiter und die Unia fordern, dass beim geplanten Abbau auf jegliche Entlassungen verzichtet wird», sagt Brigitte Martig, Personalvertretung für Angestellte der Novartis.

Novartis soll Rücksicht nehmen

Die Unia ist der Meinung, dass die Novartis aufgrund der Grösse und der finanziellen Ausgangslage ohne weiteres in der Lage sei, den Stellenabbau sozialverträglich durchzuführen und Rücksicht auf die zum Teil langjährigen Mitarbeitenden zu nehmen habe.

Auch die SP Basel-Stadt erwartet eine langfristige Personalplanung, bei der die Mitarbeitenden Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten erhalten um im Betrieb bleiben zu können.

«Das Ziel ist es, Entlassungen zu vermeiden»

In einer Stellungnahme schreibt Novartis von «intensiven und konstruktiven Konsultationsgesprächen», die in den letzten gut zwei Monaten mit den internen Mitarbeitendenvertretungen und den Mitarbeitenden geführt worden seien. Nun würden die eingegangenen Vorschläge der Personalvertretungen geprüft und beantwortet.

«Es ist auch unser Ziel, Entlassungen möglichst zu vermeiden», schreibt Satoshi Sugimoto, Mediensprecher der Novartis, auf Anfrage von 20 Minuten. «Allerdings können wir dies aus heutiger Sicht nicht ausschliessen.»

Novartis will bis 2020 etwa eine Milliarde US-Dollar einsparen. Im Mai hatte der Konzern angekündigt, in den nächsten eineinhalb Jahren am Hauptsitz bis zu 500 Stellen zu streichen respektive ins Ausland zu verlagern, etwa nach Indien.

(stv/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jelena am 09.08.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und

    Was tut ihr Unianer dagegen. Noch mehr Plakate drucken und Demos aufrufen. Für mehr seit ihr nicht in der Lage.

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  • AUTSCH am 09.08.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillige vor

    1165 Namen von Angestellten die gegen die Firmenpolitik sind. Ich weiss jetzt schon welche Personen beim Stellenabbau zuerst unter die Lupe genommen werden. Unterschriften / Protestaktionen bringen nur etwas wenn die Mehrheit und nicht nur ein Zehntel mitmacht.

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  • K. L. am 09.08.2017 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ex-Novartis MA

    Lieber mal an dem unnötigen Prunk und Statussymbolen im Campus sparen, als am Personal! Wer den Campus kennt, der weiss, dass dort Millionenbeträge für Kunstwerke und anderem unnützem Zeug ausgegeben wurde/wird. Aber das ist leider nur ein weiterer Schritt in eine Richtung, die schon vor 15 Jahren angefangen hat, mit dem ganzen Outsourcing auf Kosten der Mitarbeiter.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Baselbieter am 11.08.2017 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schande Novartis !

    Und wie ich gerade heute Mittag erfahren habe, sucht Novartis temporäre Labormitarbeiter bevor sie die Produktion nach China verlegt. Man sollte Firmen so hohe Bussen für solche Machenschaften auferlegen, dass solche Spielchen sich nicht mehr lohnen!

  • Thomas joggli am 11.08.2017 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Protest entlassungen

    Ist ja verständlich das jener konzern sparen und sparen muss um gewinne zu erzielen.. ist einfach die frechheit der marktwirtschaft profotte zu generieren und kostenfolgen auf unsere sozialwerke abzuschieben. Wir lassen uns nicht durch die marktwirtschaft beherschwn wir sind keine produkte der wirtschaft wir sind menschen

  • Manfred am 10.08.2017 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Na Und?

    was soll das Gejammer? Es ist doch alle paar Jahre so das die Chemie Stellen abbaut, Roche, Ciba bzw.BASF DSM na und? Wer was richtiges gelernt hat wird nicht untergehen und in ähnlicher Lebensqualität weiterleben. Also weitermachen und nicht jammern, habe das schon zweimal erlebt, und jetzt? Gehts mir schlecht? Nein! Raus aus der Komfortzone und zeigen das es geht vor allem nicht entmutigen lassen. Trotzdem schönen Tag Allen

  • Petra Stengel am 09.08.2017 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Endlose Gier- reine Gewinnmaximierung

    Nun ja, ein Konzern, der Gewinne maximiert und trotzdem Mitarbeiter entlässt statt umzubilden- was kann man dazu sagen? Die Finanziellen Schlupflöcher - die derartige Konzerne jetzt schon nutzen kosten sicher mehr als alle Einkaufstouristen zusammen. Dazu zieht sich das Unternehmen aus seiner sozialen Verantwortung- das kostet wieder die Steuerzahler.

    • jp am 10.08.2017 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Petra Stengel

      Und die Sozialkassen werden immer leerer.

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  • Gvatter Bär am 09.08.2017 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeiter

    Mich würde mal interessieren was die Profi- Streiker bei UNIA verdienen, und wie viele eine Berufsausbildung vorweisen können!

    • Berner Bär am 10.08.2017 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Gvatter Bär

      Brav auf Staatskosten Jus oder ein Kuschelstudium genossen. Einige sind zwar wohl bei der UNIA selbst angestellt, andere bei "sozialen Beratungsbüros", denen linksgeführte Verwaltungseinheiten Daueraufträge zuschanzen (also faktisch "indirekte Staatsangestellte"). Nicht vergessen die Dauerstudenten...

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