Basel-Stadt

21. September 2015 05:50; Akt: 21.09.2015 09:00 Print

Unispital schickt Studenten auf LSD-Trip

Nirgends auf der Welt wird Menschen zu Forschungszwecken so oft LSD verabreicht wie in Basel. Die Droge könnte in der Medizin eingesetzt werden.

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Das Universitätsspital Basel betreibt seit zwei Jahren Forschung mit LSD. 24 Probanden erhalten in diesem Jahr eine Dosis LSD zu Forschungszwecken. In einem Kernspintomografen werden die Gehirnaktivitäten während des Trips gemessen. Mit der Forschung in Basel kehrt die Droge an ihren Ursprungsort zurück. Entdeckt wurde sie von Albert Hoffmann. Der 1906 in Baden AG geborene Hofmann war von 1929 bis 1971 in pharmazeutischen Labors der damaligen Sandoz in Basel tätig. Er untersuchte Wirkstoffe von Arzneipflanzen, woraus dann Medikamente hervorgegangen sind. Hofmann entdeckte den Wirkstoff Lysergsäurediäthylamid (LSD) im Jahr 1938 bei medizinischen Forschungen im Dienste des damaligen Chemiekonzerns Sandoz. Die halluzinogene Wirkung der Droge erfuhr Hofmann zufälligerweise fünf Jahre später am eigenen Leib. Auf diesem Gerät arbeitete Hofmann in seinem Laboratorium. Beim Hantieren im Labor fiel ein Tropfen auf seine Hand. Die Aufnahme durch die Haut reichte, um unerwartete Empfindungen auszulösen: Angst, Schwindel, Visionen, Glücksgefühle. Dass die Entdeckung später von Millionen Menschen glorifiziert würde, konnte er nicht ahnen. Die Hippies machten LSD zum Politikum: Anfangs der 60er-Jahre gab es in San Francisco die legendären «Acid Test»-Abende. Zum 60-Jahre-Jubiläum des LSD im Jahre 2003 publizierte der Nachtschatten-Verlag eine überarbeitete Ausgabe von Hofmanns Werk «Einsichten Ausblicke». Hofmann trug 97-jährig an der Messe BuchBasel am 3. Mai 2003 persönlich Passagen aus seinem Buch vor. Albert Hofmann verstarb am 29. April 2008 in seinem Haus in Burg im Alter von 102 Jahren.

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Seit zwei Jahren wird am Universitätsspital Basel die Wirkung von LSD auf gesunde Menschen untersucht. In diesem Jahr verabreicht ein Forschungsteam 24 Probanden die Droge und untersucht dabei ihre Gehirnaktivitäten. In den vergangenen Jahren hat sich Basel damit zu einem der weltweit führenden Standorte für die Forschung mit LSD entwickelt, schreibt die «Schweiz am Sonntag»: Nirgendwo auf der Welt würden aktuell mehr Versuche mit LSD realisiert als am Basler Unispital.

«Psychoaktive Substanzen werden von vielen Menschen konsumiert und vereinzelt auch in therapeutischen Studien eingesetzt», sagt Matthias Liechti, klinischer Pharmakologe und Leiter der Forschungsgruppe am Universitätsspital Basel. «Es fehlen aber Grundlagendaten. Als Medikamentenspezialist bin ich daran interessiert, wie psychoaktive Substanzen pharmakologisch auf den Menschen wirken und im Gehirn ihre Wirkung entfalten.»

Horrortrip in der Röhre?

Um an einer LSD-Studie teilnehmen zu können, müssen die Testpersonen einen einwandfreien körperlichen als auch geistigen Gesundheitszustand vorweisen können. Das Mindestalter ist 25. «Das Alterslimit ist wichtig, weil die Persönlichkeit bereits gefestigt sein sollte. So ein Test kann einen Probanden auch mal durcheinanderschütteln», sagt Liechti.

Körperliche Risiken oder gar Kontrollverluste würden durch das Experiment nicht hervorgerufen. Ein Spaziergang ist der Versuch trotzdem nicht: Nach der Einnahme einer Kapsel mit 100 Mikrogramm LSD geht es ab in die «Röhre», wie der Kernspintomograf umgangssprachlich genannt wird. Dort wird die Gehirnaktivität während des Drogenrausches gemessen. Für diese Forschung interessieren sich viele Therapeuten, die auf eine Zulassung von psychoaktiven Substanzen hoffen. «Der Einsatz von psychoaktiven Substanzen in Kombination mit einer Psychotherapie könnte eine Alternative zu klassischen Medikamenten sein», so Liechti.

Illusionen statt Halluzinationen

Richtige Halluzinationen würden während der Testphase keine ausgelöst, sondern lediglich Illusionen. Liechti: «Von den Testpersonen wurden beispielsweise die Muster beschrieben, die sie sahen, wenn sie die Augen geschlossen hielten.» Jeden Vierten überkam nach Einnahme der Testdosis ein Angstgefühl, das sich jedoch nach dem Ende der Wirkung wieder verflüchtigte. Das Risiko, nach dem Versuch ein Flashback zu haben, sei gering: «Nach der Einnahme von LSD im kontrollierten Versuch sind Flashbacks grundsätzlich selten», erklärt Liechti.

Bereits nach seiner Entdeckung 1943 durch Albert Hoffmann in Basel wurde LSD von Psychiatern weltweit eingesetzt. Nachdem sich die Droge mit der Hippie-Bewegung unkontrollierbar verbreitete und die Zahl der Drogenpsychosen wuchs, verboten die USA die Substanz in den 60er-Jahren. Die Schweiz folgte dem Beispiel.

Positive Ergebnisse

Mit der neuen Forschungsreihe wird ein altes Kapitel neu aufgeschlagen. Die ersten Ergebnisse aus Liechtis Studien seien hinsichtlich der Verträglichkeit positiv ausgefallen. Trotzdem bezweifelt Liechti, dass LSD in den nächsten Jahren wieder auf den Markt kommen wird. «Wer sollte das finanzieren wollen?» Die nächste Grundlagen-Studie sei aber bereits in Planung.

(jd mak)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon 33 am 21.09.2015 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LSD besste Medizin

    LSD hat mich zu einem besseren Menschen gemacht. Hat mir meine Angstzustände und Panikattacken gelöst. Ich seh die Welt seither mit schöneren Augen..

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  • Bejhon am 21.09.2015 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umgang

    Für mich zeigt dieser Artikel, dass die Juso garnicht so falsch liegt mit der legalisierung und kontrollierten Abgabe von Drogen sowie intensivierter Prävention. Denn die richtige Dosis und Anwendung macht es aus. Natürlich bleiben für gewisse Drogen vorbehalte. Da erwarte ich aber vom medizinischen Fachpersonal den richtigen Umgang.

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  • auch gesunder Mensch am 21.09.2015 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LSD

    Von Lsd wird man nicht abhängig. Ist zudem selbstlimitierend. Wenn man am nächsten Tag wieder konsumiert wird es im Körper sofort abgebaut und wirkt nicht mehr.. Da braucht es eine Pause ....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ditri am 22.09.2015 00:49 Report Diesen Beitrag melden

    der gesunde mensch

    es gibt nichts schöneres als die ICH auflösung!!! man lernt SICH besser kennen. egal ob bad oder good trip. man muss die konsequenz daraus ziehen um forwärts zu kommen. legalisierung von allen PFLANZLICHEN Pflanzen.. freies hanf, coca, schlafmohn, kakteen, meerträubel, pilze, und und und. ich lebe ca. 100 jahre auf diesem planet und niemand soll mir vorschreiben wie ich zu leben hab.

    • Click Work am 22.09.2015 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      oha...

      ...das würde ich nicht verallgemeinern...ein bad trip oder eine angstvolle Ichauflösung kann durchaus in einen Teufelskreis münden, der ohne entsprechende therapeutische Hilfe ein ganzes Leben lang nachteilige Wirkung haben kann und der sogenannten Salutogenese entgegensteht...

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  • Studentin am 21.09.2015 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ups! Habe wohl etwas verpasst!

    heisst LSD Long Shake Drink?? Mein Bewusstsein ist nicht ganz erweitert:-)

  • psylognom am 21.09.2015 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    california sunshine

    Meine schönste Erfahrungen war mit psylocibin. Ich war als Kind ziemlich asoziali. Ich störte den Unterricht und beleidigte Mitschüler ( war nie physikalisch Gewaltbereit) aber psychisch was noch schlimmer sein kann. An einem schönen wintertag, zur Weihnachtszeit, konsumierte ich ca 3-5 Gramm mexikanische Pilze,( war ca 16 Jahre) aber nicht der cubensis. Der Trip begann wunderbar. In kurzversion: ich erlebte den Himmel die Erde und die Hölle. Auf einen Schlag drehte sich mein Leben um 180 Grad. Seit dem Respektiere ich die Menschen und die Natur. Obwohl es in einem Horror endete würde ich das nicht vermissen wollen. sonst wäre ich zwischenzeitlich im Bundeshaus ;-) jedem das seine und das beste man macht seine Erfahrungen selber und nicht die von andern schön / schlecht reden.

  • No Name am 21.09.2015 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Surprise

    Chumm mir vor wie en Chüngeli Züchter . Juup dann nehmen wir mal Lsd zur Abwechslung . voll die Partie :))

  • Scorpionne am 21.09.2015 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Halluzinationen nach Impfungen

    ich frage mich gerade, ob gewisse Drogenexperimente auch unter dem Deckmantel von Impfungen gemacht wurden und werden. Ich hatte nämlich nach Impfungen schon Halluzinationen von drachenartigen Wesen.

    • Dr. Gabber am 21.09.2015 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scorpionne

      sorry, wenn ich so frage, aber waren Sie damals derart betrunken, dass Sie die Apotheke mit einem etwas anderen Laden verwechselt haben? Ich habe effektiv noch nirgendwo etwas davon gehört, dass jemand nach einer Impfung Halluzinationen hatte.

    • psylognom am 21.09.2015 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scorpionne

      Ich hatte auch mal Halluzinationen nach einer Impfung. Aber nach der Impfung trank ich einen halben liter schwarzgebrannten ab asinth ;-) mit sehr viel thujon.

    • Scorpionne am 21.09.2015 21:38 Report Diesen Beitrag melden

      @die Spassvögel Dr. Gabber und psyloggno

      Tja, ich denke nicht,dass Sie ne Umfrage gemacht haben,oder? Das macht man nur,wenn man selbst sowas erlebt hat.Ich kenne Einige ,die nach Impfungen plötzlich "Geister" sehen , Stimmen hören und Gerüche wahrnehmen,die Andere nicht riechen. Einige,die ich befragt habe, litten nach Impfungen plötzlich an Angstzuständen und Depressionen.

    • psylognom am 21.09.2015 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scorpionne

      sorry wollte sie nicht verärgern. Kann schon sein, dass sie und ihr Umkreis als Versuchskaninchen manipuliert abgestempelt worden sind. Ich bin generell gegen Impfungen. Aus diesem Grund. Ich " vergifte "mich lieber mit dem was mir bewusst ist.

    • psylognom am 21.09.2015 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scorpionne

      und fast in jeder Impfung kommen Aluminium und Quecksilber vor. Wen man sich schlau macht, weiss man, dass das auf die Zeit sehr ungesund und zerstörerisch auf den Körper wirkt. Daher rate ich jedem ab, eine Grippe Impfung zu machen. Die Grippewelle kommt jedes Jahr.. gesundes Essen. Viel Gemüse, einbisschen Fleisch ( Antibiotika ;-)) und viel Wasser. Pilze( Champions, Kräuterseitling, judasohren..) fördern die darmflora wie auch Milchprodukte. Ich bin seit ca 10 Jahren nicht mehr an einer Grippe erkrankt. Obwohl meine Freundin schon mehrmals eine hatte, konnte sie mich nicht anstecken. Und ja passt in diesen Inhalt. Sie konsumiert kein LSD. Ich konsumiere ca alle drei vier Monate. LSD, Magic mushrooms, oder dmt. Wie es Hofmann schon erwähnte. In jeder Saison ( Winter, Frühling, Sommer, Herbst) einmal und man lebt lange und glücklich ;-)

    • Dr. Gabber am 22.09.2015 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scorpionne

      Ich habe keine Umfrage gemacht. Ich habe lediglich meinem letzten Wissensstand entsprechend gefragt. Und meine Frage war ernst gemeint. Es ging mir in kleinster Weise darum, Sie in Misskredit zu bringen, sondern lediglich darum, zu verstehen ob uns hier jemand einen Bären aufbinden will oder nicht. Ich informiere mich eigentlich regelmäßig über medizinische Themen, aber ich habe effektiv noch niemals, bis gestern, davon gehört, dass jemand Halluzinationen von einer Impfung bekommt. Ich habe so drastisch nachgefragt, weil es hier drin einfach zu viele gibt, die irgendetwas Posten, nur um ihre zehn Sekunden Aufmerksamkeit zu erhalten.

    • Marco Wettstein am 22.09.2015 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      Impfdebatte

      Ich finde es nicht in Ordnung, dass die unsägliche Impfdebatte überall geführt werden muss. Wenn Sie denken, dass gewisse Impfungen "Halluzinationen" auslösen, dann betreiben Sie bitte eine Studie zum Thema, ich lese sie dann gerne. Bezüglich Quecksilber in Impfungen: Thiomersal ist ein Konservierungsstoff, der Quecksilber enthält, welcher in manchen Arzneistoffen und Kosmetikartikel enthalten ist. Dass Thiomersal in den üblichen Mengen für Menschen schädlich ist, konnte nicht nachgewiesen werden. Fisch und Wildpilze enthalten zudem weit mehr Quecksilber - in einer weitaus schädlicheren Form.

    • psylognom am 22.09.2015 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco Wettstein

      Ich gehe auch nicht in Tschernobyl Pilze sammeln.. Oder sonst wo, wo man viele Bomben und.. diverse teste durchgeführt hat. kräuterseitling, Champions kann man mit wenig Aufwand selber Zuhause züchten. Steinpilze, eierschwämme, und co suche ich bei uns im Wald. Und logisch nicht dort wo das Militär am ballern ist und war.. Möchte ja keine Blei Vergiftung.. Und sie glauben wohl alles. Von wegen mit dieser Konzentration ist es nicht gefährlich. Wie war das mit dem Baustoff Asbest. Wie lange dauerte es, bis es man doch bemerkte. Und nochmals wegen dem Blei. Wie lange streckte man das Benzin mit dieser Substanz. Damit der Motor nicht klopft. Allgemeinbildung ist auch eine Bildung ;-)

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