s' Echo vo dr Feldbergstrooss

08. Juni 2014 21:17; Akt: 10.06.2014 11:39 Print

Urban Yodeling in Basels Strassenschluchten

von Mirjam Rodehacke - Das Duo 's Echo vo dr Feldbergstrooss setzt bei seinen Auftritten gerne auf ein stadtnahes Umfeld. Seit 2013 ist es unterwegs und designt nun sogar eigene Trachten.

Das Jodelduo gibt es erst seit einem Jahr. (zvg.)

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Dina Jost (37) und Thomas-Maria Reck (45) lernten sich vor sieben Jahren kennen und jodeln seit letztem Jahr gemeinsam. Die gebürtige Bernerin hatte schon länger ein Faible für die traditionelle Schweizer Musik. «Ich habe vor allem durch Freunde meine Faszination fürs Jodeln entdeckt», so Jost. Vor 15 Jahren zog sie nach Basel, wo sie ihren Jodellehrer Thomas-Maria Reck kennenlernte.

Reck wuchs in der Ostschweiz auf und lebt seit 25 Jahren in Basel. Obwohl er nicht in einem traditionellen Umfeld aufgewachsen ist, habe ihm das Jodeln schon immer gefallen. Lange als Gesangslehrer und Jazz-Sänger tätig, entflammte seine Leidenschaft vor acht Jahren: «Ich habe grosses Interesse von Schülern wahrgenommen und bemerkt, dass nur wenige Lehrer Jodel-Unterricht anbieten.»

Seither bietet er eigene Kurse an. Dadurch bemerkte Reck vor sieben Jahren einen Aufschwung in der Jodelszene – verbunden mit der Förderung der Volksmusik durch ProHelvetia. Seitdem herrsche ein reges Interesse aus Basel und Umgebung für seine Kurse. Und der Trend halte an: «Momentan scheint die Szene gross genug, dass sich interessierte Leute treffen und kleine Ensembles gründen.»

Naturjodel und urbane Gegenwart

Recks und Josts Liebe zum öffentlichen Jodeln kennt keine Grenzen: unter Brücken, in Strassenschluchten, Unterführungen, am Rhein, im Kannenfeldpark oder in offenen Kirchen lassen sie ihren Klängen freien Lauf. In Kirchen sei vor allem die tragende Akustik sehr beeindruckend.

An der urbanen Szene fasziniert sie, «dass es dort stattfindet, wo Leute zusammenleben und somit die Alltags- und Sozialaspekte miteinbezieht», erklärt Reck. «So ist man mitten im Lebensumfeld und auch die Klanggebung in der Stadt ist faszinierend», fügt Jost an. 's Echo vo dr Feldbergstrooss ist aber nicht nur auf den Strassen Basels unterwegs: Auf Anfrage singen sie auch in der Beiz, an Geburtstagen, Hochzeiten, und Vernissagen.

Ihre Musik ist inspiriert vom Naturjodel und schöpfe neue Tradition aus urbaner Gegenwart. Wenn Passanten an ihren Jodelplätzen vorbeikommen, sind die Reaktionen oft unterschiedlich: «Manche hören uns interessiert zu, andere finden es komisch und schütteln schon mal verdutzt den Kopf», so Jost. «Wir bekommen aber auch viel Zuspruch und Unterstützung», beteuert Reck. Die beiden ziehen die Stadtkulisse klar den Alpen vor: «Uns geht es vor allem darum, das Jodeln in unsere Lebenswelt in die Stadt zu tragen.»

Hobby als Berufswunsch

Beide würden das Jodeln gerne zu ihrem Hauptberuf machen. Jost arbeitet als Lehrerin, Coach und Supervisorin, Reck ist unter anderem Komponist und Primarlehrer.

Um ihr Hobby auch optisch zu unterstützen, designt das Duo mit zwei Textildesignerinnen ihre eigenen Trachten: «Die Idee dazu kam mir nach unserem ersten Auftritt», so Reck. «Der Gedanke dabei ist, dass wir Arbeitskleidung tragen, die uns in unserer Tätigkeit unterstützt und gut präsentiert», erklärt Jost.

So haben sie das Projekt «Urbane Tracht für 's Echo vo dr Feldbergstrooss» ins Leben gerufen und die Basler Produkt- und Modedesignerinnen Barbara Muff und Karen Feelizitas Petermann mit der Erstellung einer Tracht beauftragt. Dieses Projekt wird mittels Crowdfunding finanziert. Einen ersten Einblick in die Entwürfe kann man am 21. Juni im Cafe Erika erhalten. Den nächsten Jodel-Auftritt haben Jost und Heck am 27. Juni am Geschichtengericht in der Suppenstube zur Krähe.

Weitere Infos unter: www.originalurban.ch