Basel-Stadt

13. August 2014 06:03; Akt: 13.08.2014 10:25 Print

Veganer sind in Basel auf dem Vormarsch

von Valeria Happel - Am 18. August eröffnet der erste reine Veganladen «gingi» nahe dem Spalentor in Basel. Viele Veganer dürften sich darauf freuen – ein Bedürfnis ist offensichtlich vorhanden.

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«Man weiss, was definitiv nicht drin ist», sagt Renée Winkler, die den kommenden Montag mit ihrem Lebensgefährten Fatih Aksu den ersten Veganladen «gingi» in Basel eröffnet: Es soll nicht nur tierfreie Lebensmittel geben, sondern auch vegane Schuhe, Reinigungsmittel wie auch Kosmetik ohne Tierversuche.

Der Laden könnte in Basel gute Chancen haben. Denn: «Das Thema vegan ist in Basel sehr präsent. Unsere Website wurde in den letzten Monaten vermehrt besucht – vor allem die Vegan Map stösst dabei auf grosses Interesse», erklärt Adrian Marmy, Vorstandsmitglied des Vereins Basel-Vegan. Der Verein führt etwa Shoppingtouren durch, bei welchen Interessierte lernen können, welche Produkte sie einkaufen sollten, wenn sie eine vegane Lebensweise führen möchten. «Das Angebot soll die Umstellung erleichtern», so Marmy.

Auf veganen Blogs und bei einem «Kaffeeklatsch» mit Mitgliedern des Vereins «Vegane Gesellschaft Schweiz» haben sich die Geschäftsführer des neuen Vegan-Ladens über die Bedürfnisse ihrer Kundschaft informiert. «Wir achten darauf, was gewünscht wird und sind offen für Anfragen», so Winkler. So geht es manchmal nicht nur um die Kunden selbst, auch Hunde- und Katzenfutter wird bald im veganen Laden zu finden sein. «Es geht nicht nur um die gesunde, klimafreundliche und tierlose Ernährung, oft sind auch gesundheitliche oder religiöse Aspekte ausschlaggebend», erklärt Winkler. Marmy vom Verein Basel-Vegan sagt zum Laden: «Viele Vegan-Interessierte zögern mit dem Umstieg, weil sie nicht wissen, wo sie diese Produkte bekommen oder weil sie keine Lust haben, Zutatenlisten zu lesen. Das ändert sich natürlich mit einem veganen Laden.»

Mehr fleischlose Angebote als noch vor 20 Jahren

Auch die Gastronomie stellt sich auf den Trend ein: «Die Nachfrage nach fleischlosen Angeboten steigt», sagt Maurus Ebneter, Vorstandsdelegierter des Wirteverbands. In der Gastronomie wird deshalb laut Ebneter auch vermehrt Pflanzliches angeboten – «Fleisch spielt öfter die Nebenrolle als noch vor 20 Jahren», erklärt er.

Veganes Essen bietet etwa die Cafébar Salon in Basel. «Wir geben uns aber nicht als Vegan-Bar zu erkennen», sagt Inhaberin Andrea Schmeitzky. Denn: «Eine vegane Lebensweise ist alltagstauglich und nicht speziell.» Laut Schmeitzky gibt es definitiv einen Trend.

Es wird zukünftig noch mehr vegane Angebote in Basel geben. So wird etwa das Start-up Captain Plant in Basel mit einem Foodtruck vegane Burger verkaufen, später sollen Restaurants folgen. Und: Die vegane Supermarktkette Veganz hat angekündigt, aus Deutschland in die Schweiz zu expandieren. Zudem gibt es eine Grossoffensive für fleischlose Ernährung in Basel: Bis 2020 soll in öffentlichen Institutionen pflanzliche Kost dominieren, so das Ziel des Projekts «Sentience Politics».