Rekordfahrt

28. Dezember 2017 18:53; Akt: 28.12.2017 19:00 Print

Wiener fährt Basler Tramnetz in einem Tag ab

Der Österreicher Andreas W. Dick bewies am Donnerstag Sitzleder: In rund zehn Stunden fuhr er das komplette Basler Tramnetz ab. Er ist voll des Lobes für den Basler ÖV.

Ein Rekordjäger der anderen Art: Andreas W. Dick erklärt seine Leidenschaft fürs Tramfahren. (Video: 20 Minuten)
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Die ÖV-Nutzer in Basel legen im Schnitt täglich rund 2,3 Kilometer mit dem Tram zurück. Der Motorjournalist Andreas W. Dick wird diese Statistik für 2017 etwas nach oben verschieben: Für seinen «Weltrekord» am Donnerstag fuhr er das komplette Basler Tramnetz – knapp 80 Kilometer – in etwas mehr als zehn Stunden ab. Es war nicht seine erste Marathon-Fahrt: Seit 2008 hat er 18 Tram- und U-Bahnnetze abgefahren und stellte damit einen Weltrekord nach dem anderen auf.

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Dicks ungewöhnliches Hobby hat ihn unter anderem schon nach Bremen und Strassburg sowie Zürich und Bern geführt. Was das Besondere an der Stadt am Rheinknie ist? «Die häufig langen Trams sind durch die vielen Gelenke extrem kurvengängig. So bewältigen sie ganz geschmeidig die vielen 90-Grad Kurven, die es in Basel gibt», erklärt er. Aussergewöhnlich sei zudem die geographische Situation. Ein Schienennetz, das sich über drei Länder und drei Kantone erstreckt, habe er bis jetzt noch nicht gesehen.

«Papa, was ist eigentlich dein Rekord?»

Auf die Idee kam Dick, als sein Sohn Alexander in einem Weltrekord-Buch blätterte und etwas Ähnliches entdeckte. «Da fragte er mich, was eigentlich mein Rekord sei. Und da ich wusste, dass ich sportlich nicht mehr weit komme, habe ich mich zunächst dem Wiener U-Bahn-Netz gewidmet», so Dick. Seitdem ist er mit buntem Kopftuch – und stets im T-Shirt des jeweiligen städtischen Fussballvereins gekleidet – auf Rekordjagd.

Begleitet wird der 48-Jährige dabei jeweils von einem ortskundigen Berufskollegen. Da sich in Basel leider niemand fand, nahm er kurzerhand die Motorjournalisten Bruno Niederberger und Martin Schatzmann mit, die ihm bereits Bern und Zürich gezeigt hatten. Gemeinsam werde einem nicht langweilig und man könne sich die vielen Stunden besser vertreiben, so Dick.

Auch Claudia Demel von den Basler Verkehrs-Betrieben war am Morgen beim Start des Weltrekordversuchs zugegen. Die BVB unterstützen Dick und seine Begleiter mit Tageskarten: «Wir freuen uns natürlich, dass jemand so grosses Interesse an unserem Netz hat und mehrere Stunden dafür aufbringt, die Netze der BVB und der BLT abzufahren und alle Linien zu geniessen», so die BVB-Sprecherin.

«Im Winter sitzt man lieber auf Stoff»

Dick zeigte sich am Ende des Tages sichtlich beeindruckt von der Fahrt durch Basel und die umliegenden Gebiete. «Drei Länder und drei Kantone auf einem ÖV-Netz werde ich wohl nirgendwo sonst antreffen», meint er. Zwar brauchte Dick über zehn Stunden für die Fahrt – kalkuliert waren deren acht – dafür wars gemütlich: «Es gab keine grossen Zwischenfälle und die Trams hier in Basel sind komfortabel. Die Holzsitze sehen chic aus und sind pflegeleicht. Im Winter möchte man aber doch lieber auf Stoff sitzen», bemerkt er mit einem Schmunzeln.

Im Gegensatz zu Bern und Zürich verkehrten in Basel nur Trams und keine Zahnrad- oder Standseilbahnen, fällt Dick auf. Dafür führten die Linien nicht nur über Landesgrenzen, sondern auch dreimal über den Rhein und man habe eine wunderbare Aussicht.

Dick wird nicht immer, aber häufig, von den jeweiligen Verkehrsbetrieben mit einer Tageskarte unterstützt. Ins «Guinness-Buch der Rekorde» hat er es aber leider noch nicht geschafft, dafür seien seine Weltrekorde zu regional. Als nächstes peilt er Antwerpen in Belgien und die kroatische Hauptstadt Zagreb an. Seine ortsansässigen Kollegen erwarten ihn im kommenden Jahr.

Weltrekordjäger in Basel unterwegs


(sis/daf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Böse Zunge am 28.12.2017 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heldenhaft!

    Über diese Heldentat werden unsere Nachfahren noch in 100en von Jahren Lobgesänge in die weite Welt hinaustragen. Hinzu kommt die bahnbrechende Entdeckung, dass man im Winter die Stoffsitze bevorzugt. Seid ihr eigentlich eine Schülerzeitung?

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  • Roger am 28.12.2017 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle Sache

    Ich habe heute Bohnen gegessen und bin 2 Stationen zu Fuss gegangen. Falls es jemand interessiert.

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  • Ein Leser am 28.12.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich sage es hat keinen Wert

    Die Frage ist, ob das einen Beitrag wert ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Carl Ludwig am 02.01.2018 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ekelhaftes Gelästere!

    Kaum ist das neue Jahr da, wird auch schon wieder ekelhaft über die Österreicher gelästert! Das ist sehr gemein! Ich möchte, dass dies unverzüglich zu unterbleiben hat!

  • Molotöff am 31.12.2017 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wiener fährt Basler Tramnetz in einem Tag ab

    Wichtig ist doch, dass dieser Mann Freude daran hat was eer tut, er schadet niemandem, auch nicht sich selbst fällt niemandem zu Last, also was soll diese Kritik von all den Dummschwätzern, die wahrscheinlich Spass daran finden wenn ein geistesgestörter 20 Hamburger in 10 Minuten verdrückt.

  • Sunshin am 30.12.2017 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BVB oder BLT

    Super. Trämli fahren. Frage: Es ist vom Basler Trämli die Rede, wieso ist in den Fotos ein Tango (BE6/10) der BLT abgebildet und nicht ein Combino oder Flexiti der BVB?

  • W.Spahni sen. am 29.12.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Das kann ja nur ein Österreicher sein,

    der sowas bringt! Wann kommt er nach Zürich?

    • L. Utscher am 29.12.2017 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W.Spahni sen.

      Können Zürcher nicht lesen ? Steht doch im Artikel dass er das schon in Zürich gemacht hat.

    • Basilisk am 29.12.2017 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W.Spahni sen.

      Das kann ja nur ein Zürcher sein der eine Frage stellt deren Antwort im Artikel beantwortet wird ;-)

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  • anti BVB Fraktionspräsident am 29.12.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    niemals BVB

    Dieses Unterfangen ist in Basel niemals möglich mit den vielen Störungen! Dieser staatliche Betrieb kassiert jährlich 300 Trilliarden Franken an Subventionen, aber Leistung wird keine erbracht! Stattdesen glänzt man mit Fahrzeugdefekten, technischen Störungen, Stromausfällen, Unfällen usw. Subventionen streichen dann wird da wieder gearbeitet

    • miasanmia72 am 29.12.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @anti BVB Fraktionspräsident

      BVB ist nie gut ;)

    • Butch am 29.12.2017 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      @anti BVB Fraktionspräsident

      So ein Quatsch! Das ÖV-Netz ist noch das beste an Basel! Bei anderen Dingen frage ich mich, weshalb dafür Geld verschwendet wird, aber der ÖV in Basel ist spitze.

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