Klara

12. September 2017 07:53; Akt: 12.09.2017 12:32 Print

Weltstadt-Flair für die Kleinbasler Sorgenmeile

Neun Restaurants und eine Bar an einem Ort. Die Klara ist nicht nur ein neues Gastronomie-Konzept für Basel. Der Food-Tempel soll auch Leben in die Clarastrasse bringen.

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Der Clara-Boulevard ist ein Sorgenkind für die Stadtplaner. Millionen wendete die Stadt für einen breiteren Boulevard mit frischer Bepflanzung auf. Und trotzdem blieb die Strasse eine Discounter-Meile, die von den Stadtentwicklern herbeigesehnte Aufwertung wollte einfach nicht erfolgen. Jetzt kehrt endlich Leben ein. Mit der Klara, die am Freitag eröffnet, bekommt das Schmuddelkind der Basler Flaniermeilen ein Gastronomie-Angebot von weltstädtischem Format.

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Neun Restaurants und eine Bar teilen sich hier den Raum, in dem auf über 800 Quadratmetern bis 299 Gäste Platz finden. «Es hat Streetfood-Charakter, vom Essen her ist es aber eine ganz andere Liga», verspricht Neda Schön, Mitgründerin der Klara, beim Augenschein. Vier Tage vor der Eröffnung gibt es hier noch Mörtel statt Suppe. Am Freitag werde dann alles fast fertig sein, meint Schön. Fast fertig. Der Eindruck des Unfertigen soll hier sogar Bestand haben. Es soll nicht piekfein wirken. «Es soll einladen, ein Angebot für alle sein», sagt Pascal Biedermann, der die Klara 13 mitinitiiert hat.

Vielfalt auf den Tellern

Vom frühen Morgen bis spät abends soll der ehemalige Billig-Kleiderladen an der Clarastrasse 13 belebt sein. Die Küchen werden ausser montags und dienstags bis 23 Uhr kochen. Das Angebot ist reichhaltig und vielfältig. Mit Bug a Thai eröffnet hier das erste Insekten-Restaurant Basels. Daneben gibt es japanisch, argentinisch, mexikanisch und auch ein guter Burgerschuppen darf nicht fehlen.

Eine Küche wird wechselnd bespielt, quasi Pop-up. Namhafte Gastronomen hätten schon Interesse bekundet, so Schön. Das kulinarische Programm wird am Wochenende kulturell angereichert. Dann stehen jeweils ausgewählte DJs an den Decks. Drei Jahre Erfahrung aus dem Betrieb der Markthalle sind in das Konzept eingeflossen. Die Betreiber der Markthalle sind denn auch an Klara beteiligt.

«Klara zog mich in zurück in die Küche»

«Das macht Basel moderner», sagt Benjamin Kundert. Der Koch hat eine der Küchen gepachtet und lanciert hier das Mexis, ein modernes mexikanisches Taco-Take-Away. Er verspricht eine moderne, verspielte mexikanische Küche, in der er auch traditionelle Gerichte wie Arrarecha anbietet.

Eigentlich hatte sich Kundert schon längst aus der Küche zurückgezogen und im Gastro-Management gearbeitet. «Als ich von Klara hörte, juckte es mich grad wieder, zurück in die Küche zu gehen», erzählt er. Vom Erfolg dieses Ortes ist er überzeugt. «Das Kleinbasel, speziell die Clarastrasse hat das nötig.»

Begegnungszone für das Quartier

«Mit der richtigen Art von Gastronomie kann man jeden Unort verwandeln», sagt Biedermann. Diese Erfahrung hat er auch schon im Gundeldingerfeld gemacht. «Es braucht als erstes immer eine Anlaufstelle.» Klara soll denn auch mehr als ein Food-Tempel sein. «Das soll eine Begegnungszone für das Quartier werden», sagt Schön. Und es stösst die lange herbeigesehnte Aufwertung der Clarastrasse an. «Wir haben uns von Anfang an überlegt, was dem Quartier gut tut», erklärt Biedermann.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kain Spam am 12.09.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Discount Meile

    Discount Meile, welch eine schöne Umschreibung. Ramschläden würde meiner Meinung nach besser passen. Seit die Clarastarsse "Verkehrsberuhigt" und ein "Boulevard" ist gehts mit ihr bachab. Aber die eifrigen Verkehrsplaner im Rathaus wollen nicht begreifen dass ihr Traum einer Autofreie Stadt von der Heuwaage bis zum Badischen Bahnhof nicht funktionieren kann. Die Zahl der Geschäfte die mit kleinen und Margenstarken Artikeln handelt ( Juweliere, Uhren, Smartphones, Markenkleider ) ist in einer Stadt in der Grösse Basels beschränkt. Von der Konkurenz jenseits der Grenze rede ich erst gar nicht...

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  • Positiv am 12.09.2017 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar

    Werde ich mal anschauen

  • R. Schmid am 12.09.2017 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwertung?

    Mal schauen, ob eine Aufwertung gelingt. Zahlungskräftige, potentielle Kunden werden aber ziemlich erfolgreich behindert, dieses Quartier überhaupt aufzusuchen. Mit Förderung von Billigwohnraum zieht man dort eine Klientel an, die es sich nicht leisten kann, auswärts zu essen. Zum Einkaufen fahren die dann auch lieber nach Weil. Aber das ist wohl gewollt...?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mike Cavin am 16.09.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Basler Geschichte

    In 2 Jahren ist das Klara bereits wieder Geschichte!

  • Ex-Bebbi am 12.09.2017 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, aber nein.

    In Klein-Istanbul wird nie mehr das Flair vom Glaibasel aufkommen. Und am Ende der Clarastrasse steht die B(erliner)asler Mauer der MUBA.

    • A. M. am 12.09.2017 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ex-Bebbi

      Find es komisch, dass du klein Istanbul sagst, obwohl die echten problemkinder des clara "eidgenössische" drögler und alkis sind, welche aussehen wie zombies.

    • Seth Rollins am 12.09.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ex-Bebbi

      Schwachsinn, meinen sie es wäre im Gundeli besser?? Das Glaibasel ist und bleibt top!

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  • R. Schmid am 12.09.2017 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwertung?

    Mal schauen, ob eine Aufwertung gelingt. Zahlungskräftige, potentielle Kunden werden aber ziemlich erfolgreich behindert, dieses Quartier überhaupt aufzusuchen. Mit Förderung von Billigwohnraum zieht man dort eine Klientel an, die es sich nicht leisten kann, auswärts zu essen. Zum Einkaufen fahren die dann auch lieber nach Weil. Aber das ist wohl gewollt...?

    • Nationless am 17.09.2017 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R. Schmid

      Wozu Retro Aufwertung? Wieso alles New York, London, Amsterdam, Berlin, Heidelberg, Freiburg i. Br und Zürich nachmachen? Leider geistert das der Linksgrünen Stadtbasler Elite. So träumen sie von einem Tram über der Feldbergstrasse und Johanniterbrücke wie weiterer Verkehrsberuhigung oder "Belebung". In Basel und Zürich muss mit Retro Aufwertung nix aufgewertet werden, sondern radikal Verdichtet und Strassen ausgebaut statt verkehrsberuhigt werden.

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  • Als Basler bürger am 12.09.2017 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sage ich

    Basel ist Provinz, tiefste Provinz und wird es unter rot grün bleiben. Höchste soziallast und Verbrechensquote, autofeindlich und arrogant.

    • Vladimir Baslerdybli am 12.09.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Als Basler Bürger

      Und überall, sogar im Innenhof des Rathauses stehen Velos herum. Ganz Basel ein Veloparking????? Ich hoffe die Macher der haben an die Veloparkings gedacht, am besten gleich als Drive Inn.....

    • Essiggurke am 12.09.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Vladimir Baslerdybli

      Die höchste Verbrechensquote hat nicht Basel sondern Fribourg. Aber weil Basel links ist hat man seit zwölf Jahren stets Überschüsse im Finanzhaushalt erzielt und konnte so Schulden abbauen, die zu bürgerlichen Zeiten angehäuft wurden. Und ja, die Lebensqualität in Basel ist sehr hoch. Aber Ihnen geht es ja auch nicht um Basel... Ihnen geht es bloss darum eine Politik zu diskreditieren gegen die Sie keine Sachargumente aufbringen können!

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  • Kain Spam am 12.09.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Discount Meile

    Discount Meile, welch eine schöne Umschreibung. Ramschläden würde meiner Meinung nach besser passen. Seit die Clarastarsse "Verkehrsberuhigt" und ein "Boulevard" ist gehts mit ihr bachab. Aber die eifrigen Verkehrsplaner im Rathaus wollen nicht begreifen dass ihr Traum einer Autofreie Stadt von der Heuwaage bis zum Badischen Bahnhof nicht funktionieren kann. Die Zahl der Geschäfte die mit kleinen und Margenstarken Artikeln handelt ( Juweliere, Uhren, Smartphones, Markenkleider ) ist in einer Stadt in der Grösse Basels beschränkt. Von der Konkurenz jenseits der Grenze rede ich erst gar nicht...

    • G am 12.09.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      Ja

      Und das Internet nicht vergessen, da bekomme ich die Ware gratis nach Hause geliefert und erst noch günstiger..

    • Italico Nero am 12.09.2017 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kain Spam

      Sie sprechen mir aus der Seele! Basel sollte man aufwärten.

    • Essigurke am 12.09.2017 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      @ Kain Spam

      Nun, die Ramschläden befanden sich alle schon vor dem "Boulevard" und der Verkehrsberuhigung an der Clarastrasse. Es ging also nicht "bergab", sondern es blieb unverändert. Aber als Rechts-Konservariver hat man natürlich keine Sachargumente und muss darum jede sich bietende Gelegenheit nutzen um seine "bösen Feinde" zu diskreditieren.

    • F.Müller am 12.09.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kain Spam

      Treffend beschrieben, sehe ich auch so! Für mich ist die Grenze im KB bei Manor, MMM Claraplatz, und Café Spitz.Der Rest der Clarastrasse richtung Bad. Bahnhof geht mir eh am Hintern vorbei.Egal was dort geht und kommt.

    • Hechty am 12.09.2017 20:45 Report Diesen Beitrag melden

      Es kann nur besser werden

      Vielleicht sind sie sehr jung, aber an der Clarastrasse waren schon immer Läden, die ihren eigenen Charme versprühten. Neben Fricker und ABM auf der einen Strassenseite, gab es ein Geschäft mit Kaffe- und Waschmaschinen und einen Devotionalienladen. Wollte man über die Strasse, musste man am Fussgängerstreifen warten bis das Tram durch war und ein netter Autofahrer aus der Kolonne anhielt oder man quetschte sich neben den parkierten und fahrenden Autos irgendwie hinüber. Die Clarastrasse war ein schrecklicher Ort, sie ist es geblieben und den Boulevard suche ich auch bis heute.

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