Basel

17. Mai 2018 05:50; Akt: 17.05.2018 05:50 Print

«Lastwagen dürfen fahren, Velos werden gebüsst»

Schon mehrmals verteilte die Polizei Bussen an Velofahrer auf der Wolfschlucht-Promenade: Auf dem beliebten Veloweg herrscht Fahrverbot. Das ist für viele Anwohner Schikane.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ein Schwertransporter darf rauffahren, ein im Schritttempo fahrendes Kind auf dem Velo wird gebüsst», ärgert sich der Basler Raphael Immoos. Schon zweimal hat er beobachtet, wie Polizisten in der Wolfschlucht-Promenade Velofahrern jeweils 30 Franken teure Bussen verpassten, zuletzt am 2. Mai. Dafür hat er kein Verständnis: «Solche Massnahmen sind Schikane und Provokation.» Derweil haben Baustellenfahrzeuge freie Bahn auf der Promenade. «Ein Pulverfass für die Anwohner», konstatiert Immoos.

Umfrage
Würden Sie hier mit dem Velo durchfahren?

«Es ist klar, dass dort seit langem Fahrverbot herrscht. Daran müssen sich alle Verkehrsteilnehmer halten», sagt Polizeisprecher Toprak Yerguz. Tatsache ist aber auch: Die viereinhalb Meter breite Strasse wird seit Jahr und Tag vom Quartier als Veloweg gebraucht. «Es ist die schnellste und sicherste Verbindung zum Gundeli», erklärt Immoos. Dutzende Schüler nutzen den Weg tagtäglich.

Der Veloweg, der keiner ist

Das Bedürfnis der Velofahrer, die Promenade zu nutzen, ist sogar behördlich anerkannt. Die Wolfschlucht-Promenade ist im kantonalen Teilrichtplan offiziell als Basisroute für Velofahrer vorgesehen. Ein Vorstoss im Grossen Rat forderte schon vor Jahren die Öffnung der Strasse für den Veloverkehr.

Weil dieser Teil des Richtplans aber noch nicht realisiert wurde, gelte dort immer noch das Fahrverbot, wie Nicole Stocker, Sprecherin des Bau- und Verkehrsdepartements (BVD), auf Anfrage mitteilt. So müssen Velofahrer auf die stärker befahrene Quartierstrasse Gundeldingerrain ausweichen. Dazu Immoos: «Die Wolfschlucht ist die einzig sichere Verbindung für Familien und Schüler.»

Wolfschlucht hat keine Priorität

Weshalb der bereits 2013 erstellte Richtplan noch nicht umgesetzt wurde, ist Immoos schleierhaft. Stocker hält diesbezüglich fest, dass auf priorisierten Routen bis 2026 Massnahmen ergriffen werden sollen. Die Wolfschlucht-Promenade gehört aber nicht dazu. Das bedeutet, dass sich die Bruderholzer Velofahrer gedulden müssen, bis dort anderweitig gebaut und die Massnahmen kosteneffizient mitgenommen werden. Bis dahin wird die Polizei auch ungeniert Bussen verteilen dürfen.

Zu den Kontrollen konnte die Polizei bis Redaktionsschluss keine Auskunft geben.

(las)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 17.05.2018 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regeln gelten auch für Velos

    Wenn es um den Verkehr geht, lese ich immer, Fahrverbot ist Fahrverbot. Das gilt auch für Velos.

    einklappen einklappen
  • Deeana am 17.05.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toter Winkel

    Liebe Velofahrer, kennen Sie den toten Winkel am Lastwagen? Wenn Sie denken mal eben elegant um den Laster rumfahren zu können, ist die Möglichkeit dass Sie übersehen werden leider gross. Und warum denken Sie, dass die Verkehrssignale für Sie nicht gelten?

    einklappen einklappen
  • Donald Doodle am 17.05.2018 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so!

    Die Velofahrer müssen sich nicht beschweren! Zwei Mal macht die Polizei pro Jahr Kontrollen! Das ist ja ganz schlimm, die Ärmsten. Es müsste viel mehr Kontrollen für das Missachten von Fahrverboten von Velofahrern geben. Denn diese fahren oft in hohem Tempo und gefährden so die Fussgänger. Die auch beim Schlangenweglein auf dem Bruderholz!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luzi am 17.05.2018 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrverbot

    Es ist Fahrverbot und fertig. Auch Velofahren müssen sich daran halten und die LKWs welche dort zufahren haben eine Ausnahmebewilligung Punkt.

  • Sandra am 17.05.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Die Lösung

    Warum steigt man für die paar Meter nicht einfach vom Velo und schiebt es das Stückchen? So kann man dem gefährlichen Gundelirain entgehen und muss trotzdem nicht gegen das Gesetz verstossen. Super-Idee, oder?

  • Lina am 17.05.2018 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Total paradox

    Die Leute verstossen gegen das Verkehrsgesetz und zwar vorsätzlich und dann beschweren sie sich am Ende darüber, dass die Polizei endlich mal arbeitet und Verkehrssünder bestraft. Ein Paradebeispiel dafür, dass Velofahrer denken Sie müssten sich weder an Rotlichtsignale, Fahrverbote noch sonst etwas halten und dürften fahren wo es ihnen gerade in den Kram passt ohne jegliche Rücksicht auf Fussgänger.

  • E.M am 17.05.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht anderes zu tun?

    Jeder Velofahrer der darüber die Nase rümpft soll doch seine Stossgarete nehmen und vor dem Verbotsschild auf den Lastwagen warten der den Beton bringt und dann Schubkare für Schubkare die Ware auf die Baustelle bringen. Bitte entlich mal den gesunden Menschenverstand anwenden DANKE

  • Schreiber am 17.05.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln!

    Wenn jeder, der von den Velofahrern fordert, sich an die Regeln zu halten, sich an die Rechtschreiberegeln halten würde, dann wären die Kommentare hier verständlicher.